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Glenn Love im Interview

Seite 1: paranormale Wahrnehmung



Glenn Love im Interview - zum vergrößern anklicken Nachdem Glenn Love mit „Cryptesthesia“ seine Fußstapfen erstmals auch in die Dark-Electro-Szene setzte, haben wir ihn uns einmal vorgeknüpft und ihn diesbezüglich sowie zu Themen wie Trackenstehungskonzept, Darkrave und Tourerlebnissen ausgequetscht.

Vorab einmal herzlichen Dank, dass Du die Zeit gefunden hast, uns ein paar Fragen zu beantworten. Es wäre es ganz lieb von Dir, wenn Du Dich unseren Lesern zunächst erst einmal vorstellen könntest.

Vielen Dank, es ist mir eine Freude mit euch dieses Interview zu führen. Mein Name ist Glenn Love, ich bin ein Industrial-Electro Musiker aus Toronto, Kanada, und ich habe gerade meine neue CD Crytesthesia in Deutschland bei Sonic-X Records veröffentlicht.

Uns liegt mit „Cryptesthesia“ Dein mittlerweile drittes Studioalbum vor. Beschreibe uns doch einmal, was „Cryptesthesia“ für Dich ausmacht und welche Ereignisse und auch Stilrichtungen Einfluss gefunden haben.

Mit Cryptesthesia wollt euch ganz speziell ein Album schreiben, das auf den Dancefloor zielt. Es war mein Ziel, eine Musik zu schreiben, die Spass macht, zu der man im Club feiern und tanzen kann. Nachdem ich in der Vergangenheit eher Ambient-Musik produziert hatte, war es meine bewusste Entscheidung, mich diesmal mehr dem Dancefloor zuzuwenden.

Was bedeutet „Cryptesthesia“?

Cryptesthesia bezieht sich auf eine paranormale Wahrnehmung, die Fähigkeit, entfernte Vorgänge wahrzunehmen und zu verstehen, auch bekannt unter dem Begriff ESP (extrasensory perception), also übersinnliche Wahrnehmung.

Besonders auffällig ist, dass Du zum ersten Mal auch Deine Vocals zum Einsatz bringst. Gibt es bestimmte Gründe dafür?

Ich habe bisher nie mit Gesang in meiner Musik gearbeitet. Ich wollte Gesang als ein zusätzliches Element meiner Kompositionen ausprobieren. Viele Hörer empfinden den Gesang als ein Hauptelement eines Musikstücks, die Hauptmelodie, als das Wiedererkennungsmerkmal des Songs, und er gibt dem Hörer eine persönliches Verhältnis zur Aussage des Songs. Es war eine wichtige Entscheidung für mich bei der Entstehung dieses Albums, keine leichte Sache, aber ein wichtiger Schritt. Der Gesang gibt meinen Songs mehr Tiefe. Auch wenn Gesang bei mir nur sehr begrenzt eingesetzt wird, entfaltet er trotzdem seine Wirkung. Im musikalischen Sinne wirkt er als Hookline, auch wenn ich meine Stimme mehr als ein Instrument oder auch einem Sampler vergleichbar einsetze.

Zwei der Tracks sind sogar mit deutschen Texten. Welcher Sinn verbirgt sich dahinter?

Es war mein Wunsch, in deutsch zu singen. Ich war bereits 11mal in Deutschland zu Besuch, und spreche auch einigermaßen passabel die deutsche Sprache. Ich wollte einige Tracks ganz gezielt für die deutschen Clubs schreiben. Diese Texte spiegeln auch einige meiner ganz persönlichen Erfahrungen in Deutschland wieder. Es sind ganz klar spass-orientierte Songs.

Wird es zukünftig auch mehr deutsche Texte geben?

Ich werde ganz sicher weitere Songs mit deutschen Texten schreiben, und plane auch Texte in französischer Sprache.

Woher stammen die Ideen zu den Texten?

Die Ideen hinter meinen Texten stammen fast immer aus persönlichen Erfahrungen. Es sind Reflexionen aus zum Teil filmreifen Szenen, die ich auf meinen Reisen und während meiner Arbeiten erlebt habe. Ich versuche hiermit einen Weg zu finden, die Kraft dieser persönlichen Eindrücke einzufangen und auszudrücken, sie musikalisch-künstlerisch umzusetzen auf eine Weise, die Spaß macht und evtl. auch eine gewisse Bedeutung für andere Menschen haben kann.

Was ist für Dich wichtiger: Messages mit Deinen Texten zu vermitteln oder eher die Fans mit Deinen Auftritten zu unterhalten?

Sicherlich gibt es eine tiefere Bedeutung meiner Texte in der Hinsicht, dass ich damit meine Wahrnehmungen und Erlebnisse verarbeite und in einer gewissen Form mit anderen Leuten teile. Es ist auch nicht einfach deshalb ein deutscher Text, nur damit der Song in Deutschland im Club laufen soll, sondern ich war in Deutschland unterwegs, habe viele Freunde da und viele Erfahrungen gemacht. Deshalb hat es auf jeden Fall eine Bedeutung, dass ich teilweise in deutsch singe, wenn ich meine Erlebnisse in diesem Land verarbeite.

Wie genau entsteht ein Track von Glenn Love?

Manchmal beginnt die Arbeit an einem Song mit der Idee zum Songtitel, manchmal mit einem Beat oder der Bassline, manchmal mit der Hauptmelodie oder einer tonalen Struktur. Ein Track kann aus mehreren Richtungen angegangen werden, es hängt vom jeweiligen Song ab, ob er aus einem Rhythmus, einer Idee oder aus einer bildhaften Erinnerung an Erlebtes entsteht. Einige Songs sind aus der Energie einer bestimmten Club-Atmosphäre heraus entstanden, wenn ich in einem Club war und mir dachte, wie ich diese Kraft, die hier stattfindet, zu etwas eigenem verarbeiten.

Welches ist Deiner Meinung nach der am besten gelungene Song von „Cryptesthesia“?

Das ist eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Ich würde sagen, "Nuit Musee" ist mein Favorit. Ich liebe diesen Song, die Art wie er sich entwickelt und Leute zum Tanzen bringt. Ironischerweise gibt es in diesem Song keinen Gesang. Dieser Song basiert auf einer Erfahrung, die ich hatte, als ich in Quebec City vor eine großen Menge Leute gespielt habe, und den Eindrücken dieser Stadt. Ich denke, dass dieser Song wohl der beste auf dem Album ist.

Deine ersten beide Alben „Cruel Utopia“ und „Belle Epoque“ bewegen sich musikalisch eher im Stil des Ambient. Mit „Cryptesthesia“ begibst Du Dich nun auch in die Gefilde des Dark Electros und Industrials. Wie kam es zum Stilwechsel?

Wie oben schon angesprochen, wollte ich mit diesem Album mittels höherem Tempo, hart hämmernden Beats gezielt den Dancefloor ansprechen. Das war mein Ziel. Meine anderen Alben Cruel Utopia und Belle Epoque sind völlig anders aufgebaut, und verarbeiten andere Themen. Das neue Album dagegen ist ein Party-Album.

Jahrein, jahraus warst Du als Live-Performer auf kanadischen Darkraves unterwegs. Welche Erfahrungen konntest Du dort sammeln?

Zuerst war ich als Live-Musiker in den Chillout-Areas dieser Dark-Raves angesiedelt, wo ich meine langsameren Ambient-Tracks gespielt habe. Nach dem dies dort sehr gut funktioniert hat, bin ich nach und nach auch auf den Hauptbühnen aufgetreten, und wollte mich als Künstler auch in diese Richtung weiterentwickeln. Meine Konzerte in den Chillout-Rooms waren sehr wertvoll für mich, sie halfen mir bei der Entwicklung meines musikalischen Gehörs und Gespürs. Meine Konzerte auf den Hauptbühnen jedoch waren ausschlaggebend, mich in Richtung tanzbarer Musik zu bewegen.

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Glenn Love - Cryptesthesia

Glenn Love - Cryptesthesia
Dark/Electro/Industrial ist bekanntlicher Weise aus unseren Clubs nicht mehr weg zu denken. Da sollte es das Einmannprojekt Glenn Love aus Kanada nicht schwer haben, hier Fuß zu fassen. Mit seinem ...

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Fotos: Glenn Love


Glenn Love - Details ansehen
Glenn Love auf dem Elekktroshokk-Festival in Adelsheim am 17.04.2009
Anzahl Bilder: 2
Letzte Aktualisierung: 01.01.1970
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