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Glenn Love im Interview
Seite 2: Jazz-Theorie
Vor der Veröffentlichung von „Cryptesthesia“ gab es auch bereits eine Tour quer durch Kanada und Europa. Wie kam der neue Stoff beim Publikum an?
Vor der Veröffentlichung von Cryptesthesia habe ich das neue Material im Sommer 2008 bei Konzerten in Europa und zuvor bereits seit Herbst 2007 auf kanadischen Bühnen getestet, um sicherzugehen, dass mein neuer Sound vom Publikum angenommen wird. Wir haben die Basic-Tracks zu Cryptesthesia ja bereits im Sommer 2007 im TS-Musix Studio in Deutschland produziert, so dass ich diese Musik ab diesem Zeitpunkt schon live dem Publikum präsentieren konnte. Die Reaktion war phänomenal, es gab sehr viel positives Feedback. Es gab mir die Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg war und das Material die Leute überzeugen konnte. Ich wollte diese Bestätigung haben, bevor ich das Album veröffenliche. Ich wusste nun, dass die Musik funktionierte, ich habe hunderte von Leuten zu den Songs tanzen gesehen. Nach diesem Testlauf war ich sehr zufrieden und habe das Album fertig gestellt.
Meiner Meinung nach, sind einige der Tracks auf „Cryptesthesia“ wirkliche Tanzflächenkracher. Wolltest Du dies auch bezwecken?
Danke, dass du das so sagt. Genau das wollte ich erreichen, dass die Leute aufstehen und zu meiner Musik tanzen, Spass haben, und ihr Leben zu meiner Musik genießen.
Hast Du musikalische Vorbilder und inwieweit fließen diese in Deine Musik mit ein?
Eine schwierige Frage. Ich habe einige Jahre Jazz studiert, Jazz-Theorie und -Harmonien, Strukturen, Melodien, und habe über lange Zeit viel unterschiedliche Musik gehört. Man kann nicht sagen, dass spezielle Vorbilder habe, ganz sicher nicht. Ich vertraue mehr auf meine eigene Intuition und Spontanität, und versuche in einem engen Rahmen sogar experimentell zu arbeiten. Wenn es ein Vorbild gäbe, würde ich versuchen, es zu ignorieren. Ich bin z.B. weitgehend von den üblichen harmonischen Strukturen abgekommen und arbeite mehr mit dem einzelnen Ton, seiner Beschaffenheit. Ich setze eher Klangfarben über die Rhythmus-Beats statt Akkordfolgen. Natürlich gibt es Grenzen und Berührungspunkte in allen Formen des musikalischen Ausdrucks, und ich würde auch sagen, dass wir alle irgendwie auch unbewusst von Vorbildern beeinflusst sind. Wenn ich ein direktes Vorbild hätte würde ich nach besten Kräften einen innovativen Weg suchen, um es zu übertreffen, darüber hinaus zu gehen.
Mit wem würdest Du gern einmal zusammen Musik machen?
Ich könnte eine ganze zeitlang damit verbingen, diese Frage zu beantworten, so viele Leute gibt es mit denen ich gerne Musik machen würde. Ich würde aber sagen, dass ich am ehesten mit Filmemachern zusammenarbeiten würde. Z.B. mit Wim Wenders könnte ich mir eine interessante Zusammenarbeit vorstellen. Ich weiß, es nicht die exakte Antwort auf deine Frage, aber ich habe schon mit sehr vielen anderen Musikern zusammengearbeitet, und was mich nun reizt, ist die Interaktion zwischen Tonkunst und visueller Kunst.
Wie bist Du eigentlich zur Musik gekommen?
Ich war schon früh an Musik interessiert, ich erinnere mich zurück, als ich mit 14 schon in einer Punkband gespielt hatte .. das war wirklich schrecklich damals ... mein Interesse galt Keyboards, ich lernte dann ein wenig Klassik, Barock, Beethoven, arbeitete dann mit einigen prototypischen Industrial-Formationen, kam dann zum Jazz, habe dabei ein erstes Demotape produziert, das ein Mix aus TripHop und Acid-Jazz war, danach eine Demo-CD, die mehr eine Kombination aus TripHop, keltischer Musik und Ambient war, habe daneben in mehreren Alternative-Bands gespielt, und bin dann zu solistischer Arbeit übergegangen, aus der Cruel Utopia, Belle Epoque und nun Cryptesthesia entstanden sind.
Bist Du eigentlich Musiker mit Leib und Seele oder gibt es neben der Musik auch noch eine andere Einnahmequelle?
Dazu muss ich sagen, dass die Musik für mich schon eigentlich eine Vollzeit-Tätigkeit ist und auch meine ganze Zeit in Anspruch nimmt. Daneben arbeite ich aber auch noch als Sozialarbeiter in Toronto, ich habe da eine sehr interessante Tätigkeit, in der ich sehr flexible Arbeitszeiten habe und die mir auch genug Freiräume für meine Musik und die damit verbundenen organisatorischen und geschäftlichen Angelegenheiten lässt.
Wie schaut es sonst so in Deiner Freizeit aus?
"Ich denke, dass ich diese Frage schon fast mit meiner vorangegangenen Antwort beantwortet habe. Neben Job und Musik habe ich eigentlich keine andere Freizeit. Ich liebe es aber z.B., mit dem Fahrrad durch Toronto zu fahren und die dortigen Naturgebiete zu geniessen, ich liebe es auch zu Lesen und Filme anzuschauen, zu kochen, und in Gesellschaft meiner Freunde zu sein."
Blicken wir einmal in Richtung Zukunft: Sind weitere Konzerte und Veröffentlichungen geplant?
"Im Moment bereite ich weitere Konzerte in Kanada vor. Ich möchte auch gerne so bald wie möglich wieder nach Europa kommen, und dort Konzerte spielen. Das ist gerade in der Planung, Details kann ich dazu aber noch nicht nennen. Wann es eine neue Veröffentlichung geben wird, ist schwierig jetzt schon zu sagen. Mit der Veröffentlichung eines Albums hängt ja neben der eigentlichen künstlerischen Arbeit auch die ganze geschäftliche Koordination von Produktion, Artwork, Promotion usw. zusammen. Ich arbeite aber schon an neuen kreativen Ideen, und freue mich schon darauf das nächste Projekt anzugehen."
Werden die Veröffentlichungen stiltechnisch gesehen eher wieder gen Ambient zurückkehren oder wirst Du erneut Dark Electro und Industruial produzieren?
"Die Entwicklung wird sich auch eher in Richtung hartem Industrial-Feeling bewegen. Ich werde zwar immer auch Melodie- und Ambient-Elemente beibehalten, aber ich denke, sich meine Musik noch härter und dunkler entwickeln wird."
Vielen Dank für das nette Interview. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und werden Dich auf jeden Fall im Auge behalten ;)
Hast Du abschließend vielleicht noch ein paar Worte für unsere Leser?
Danke für dieses wunderbare Interview. Es ist immer ein bischen schwer, ein Interview zu geben. Abschließend möchte ich mich bei jenen Leuten bedanken, die an meine Musik geglaubt und mich kräftig unterstützt haben, wie z. B. Tommy von Sonic-X, und meine vielen Freunde in Deutschland, die mir geholfen haben, und natürlich meine Freunde in Kanada. Mein besonderer Dank geht auch an die Leute, die bei meinen Performances auf der Bühne mitgewirkt haben: mein guter Freund Mike, der bei vielen Konzerten Keyboards und Back-Vocals beigesteuert hat und mit dem ich sehr viele verrückte Reiseerlebnisse hatte, Isabelle, die meine Shows in Kanada mit Bassgitarre und Stimme unterstützt, und mein Freund Torsten in Deutschland, der bei einigen meiner Shows in Europa die Live-Keyboards bedient hat. Danke euch allen!
Vor der Veröffentlichung von Cryptesthesia habe ich das neue Material im Sommer 2008 bei Konzerten in Europa und zuvor bereits seit Herbst 2007 auf kanadischen Bühnen getestet, um sicherzugehen, dass mein neuer Sound vom Publikum angenommen wird. Wir haben die Basic-Tracks zu Cryptesthesia ja bereits im Sommer 2007 im TS-Musix Studio in Deutschland produziert, so dass ich diese Musik ab diesem Zeitpunkt schon live dem Publikum präsentieren konnte. Die Reaktion war phänomenal, es gab sehr viel positives Feedback. Es gab mir die Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg war und das Material die Leute überzeugen konnte. Ich wollte diese Bestätigung haben, bevor ich das Album veröffenliche. Ich wusste nun, dass die Musik funktionierte, ich habe hunderte von Leuten zu den Songs tanzen gesehen. Nach diesem Testlauf war ich sehr zufrieden und habe das Album fertig gestellt.
Meiner Meinung nach, sind einige der Tracks auf „Cryptesthesia“ wirkliche Tanzflächenkracher. Wolltest Du dies auch bezwecken?
Danke, dass du das so sagt. Genau das wollte ich erreichen, dass die Leute aufstehen und zu meiner Musik tanzen, Spass haben, und ihr Leben zu meiner Musik genießen.
Hast Du musikalische Vorbilder und inwieweit fließen diese in Deine Musik mit ein?
Eine schwierige Frage. Ich habe einige Jahre Jazz studiert, Jazz-Theorie und -Harmonien, Strukturen, Melodien, und habe über lange Zeit viel unterschiedliche Musik gehört. Man kann nicht sagen, dass spezielle Vorbilder habe, ganz sicher nicht. Ich vertraue mehr auf meine eigene Intuition und Spontanität, und versuche in einem engen Rahmen sogar experimentell zu arbeiten. Wenn es ein Vorbild gäbe, würde ich versuchen, es zu ignorieren. Ich bin z.B. weitgehend von den üblichen harmonischen Strukturen abgekommen und arbeite mehr mit dem einzelnen Ton, seiner Beschaffenheit. Ich setze eher Klangfarben über die Rhythmus-Beats statt Akkordfolgen. Natürlich gibt es Grenzen und Berührungspunkte in allen Formen des musikalischen Ausdrucks, und ich würde auch sagen, dass wir alle irgendwie auch unbewusst von Vorbildern beeinflusst sind. Wenn ich ein direktes Vorbild hätte würde ich nach besten Kräften einen innovativen Weg suchen, um es zu übertreffen, darüber hinaus zu gehen.
Mit wem würdest Du gern einmal zusammen Musik machen?
Ich könnte eine ganze zeitlang damit verbingen, diese Frage zu beantworten, so viele Leute gibt es mit denen ich gerne Musik machen würde. Ich würde aber sagen, dass ich am ehesten mit Filmemachern zusammenarbeiten würde. Z.B. mit Wim Wenders könnte ich mir eine interessante Zusammenarbeit vorstellen. Ich weiß, es nicht die exakte Antwort auf deine Frage, aber ich habe schon mit sehr vielen anderen Musikern zusammengearbeitet, und was mich nun reizt, ist die Interaktion zwischen Tonkunst und visueller Kunst.
Wie bist Du eigentlich zur Musik gekommen?
Ich war schon früh an Musik interessiert, ich erinnere mich zurück, als ich mit 14 schon in einer Punkband gespielt hatte .. das war wirklich schrecklich damals ... mein Interesse galt Keyboards, ich lernte dann ein wenig Klassik, Barock, Beethoven, arbeitete dann mit einigen prototypischen Industrial-Formationen, kam dann zum Jazz, habe dabei ein erstes Demotape produziert, das ein Mix aus TripHop und Acid-Jazz war, danach eine Demo-CD, die mehr eine Kombination aus TripHop, keltischer Musik und Ambient war, habe daneben in mehreren Alternative-Bands gespielt, und bin dann zu solistischer Arbeit übergegangen, aus der Cruel Utopia, Belle Epoque und nun Cryptesthesia entstanden sind.
Bist Du eigentlich Musiker mit Leib und Seele oder gibt es neben der Musik auch noch eine andere Einnahmequelle?
Dazu muss ich sagen, dass die Musik für mich schon eigentlich eine Vollzeit-Tätigkeit ist und auch meine ganze Zeit in Anspruch nimmt. Daneben arbeite ich aber auch noch als Sozialarbeiter in Toronto, ich habe da eine sehr interessante Tätigkeit, in der ich sehr flexible Arbeitszeiten habe und die mir auch genug Freiräume für meine Musik und die damit verbundenen organisatorischen und geschäftlichen Angelegenheiten lässt.
Wie schaut es sonst so in Deiner Freizeit aus?
"Ich denke, dass ich diese Frage schon fast mit meiner vorangegangenen Antwort beantwortet habe. Neben Job und Musik habe ich eigentlich keine andere Freizeit. Ich liebe es aber z.B., mit dem Fahrrad durch Toronto zu fahren und die dortigen Naturgebiete zu geniessen, ich liebe es auch zu Lesen und Filme anzuschauen, zu kochen, und in Gesellschaft meiner Freunde zu sein."
Blicken wir einmal in Richtung Zukunft: Sind weitere Konzerte und Veröffentlichungen geplant?
"Im Moment bereite ich weitere Konzerte in Kanada vor. Ich möchte auch gerne so bald wie möglich wieder nach Europa kommen, und dort Konzerte spielen. Das ist gerade in der Planung, Details kann ich dazu aber noch nicht nennen. Wann es eine neue Veröffentlichung geben wird, ist schwierig jetzt schon zu sagen. Mit der Veröffentlichung eines Albums hängt ja neben der eigentlichen künstlerischen Arbeit auch die ganze geschäftliche Koordination von Produktion, Artwork, Promotion usw. zusammen. Ich arbeite aber schon an neuen kreativen Ideen, und freue mich schon darauf das nächste Projekt anzugehen."
Werden die Veröffentlichungen stiltechnisch gesehen eher wieder gen Ambient zurückkehren oder wirst Du erneut Dark Electro und Industruial produzieren?
"Die Entwicklung wird sich auch eher in Richtung hartem Industrial-Feeling bewegen. Ich werde zwar immer auch Melodie- und Ambient-Elemente beibehalten, aber ich denke, sich meine Musik noch härter und dunkler entwickeln wird."
Vielen Dank für das nette Interview. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und werden Dich auf jeden Fall im Auge behalten ;)
Hast Du abschließend vielleicht noch ein paar Worte für unsere Leser?
Danke für dieses wunderbare Interview. Es ist immer ein bischen schwer, ein Interview zu geben. Abschließend möchte ich mich bei jenen Leuten bedanken, die an meine Musik geglaubt und mich kräftig unterstützt haben, wie z. B. Tommy von Sonic-X, und meine vielen Freunde in Deutschland, die mir geholfen haben, und natürlich meine Freunde in Kanada. Mein besonderer Dank geht auch an die Leute, die bei meinen Performances auf der Bühne mitgewirkt haben: mein guter Freund Mike, der bei vielen Konzerten Keyboards und Back-Vocals beigesteuert hat und mit dem ich sehr viele verrückte Reiseerlebnisse hatte, Isabelle, die meine Shows in Kanada mit Bassgitarre und Stimme unterstützt, und mein Freund Torsten in Deutschland, der bei einigen meiner Shows in Europa die Live-Keyboards bedient hat. Danke euch allen!
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13.09.2008 Soundcheck: Glenn Love - Cryptesthesia
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