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« zurück » Interviews » The Pussybats im Interview

The Pussybats im Interview

Seite 1: Illuminaten, Freimaurer und sonstige Verschwörer



The Pussybats im Interview
Hallo und vielen Dank, dass Ihr Euch Zeit nehmt für das folgende Interview!
Wer ist denn heute alles an Bord? Stellt Euch bitte unseren Lesern vor und erzählt uns, wer wofür zuständig ist bei den Pussybats?

Sid: Wir sind the Pussybats, wir sind eure neue Lieblingsband und lassen uns leicht in folgende vier Teile zerlegen: Mike spielt Schlagzeug, Marple spielt Bass und ist für die großen Rockstar-Posen zuständig, Roy mach die komplizierten Gitarren und ich, Sid, versuche zu singen und schrammel noch ein wenig mit.

Die Bandnamen sind ja generell ein wichtiges Aushängeschild.
Was bedeutet für Euch "The Pussybats" und wie seid Ihr auf diesen Namen gekommen?

Bandname – schönes Thema. Als wir unsere erste Veröffentlichung hatten mussten wir uns wohl oder übel einen Namen zulegen – wir haben dann eine lange, lange Liste mit Vorschlägen zusammengestellt. Diese wurde zusammen mit einer erlesenen Auswahl alkoholhaltiger Getränke gewissenhaft abgearbeitet, bis von den Getränken nichts und von den Namensvorschlägen „the pussybats“ übrigblieb. Oft falsch interpretiert wird aber, dass das überhaupt nichts mit der weiblichen Anatomie zu tun hat. Eine Pussycat ist ein niedliches, süßes Kätzchen. Niedlich sind wir auch, aber Katzen schienen nicht ganz die passenden Tiere zu sein, also haben wir uns auf Fledermäuse verlegt. Pussybats. Ganz einfach.

Wie habt Ihr eigentlich zueinander gefunden und wie sieht Eurer musikalischer Background aus? Wie kam es zur Entscheidung unter der Flagge "The Pussybats" gemeinsam Musik zu machen?

Jeder von uns hat schon alles Mögliche vor dieser Band gemacht, Roy hat schon in Bands gesungen, ich habe schon Gitarre und Bass bei allem möglichen gespielt usw. – das reicht insgesamt von Blackmetal bis zur Oldie-Coverband. Als the pussybats zusammengefunden haben wir uns am Set für einen Horrorfilm (One By One). Marple hat dieses Projekt anno „irgendwann“ einmal angefangen. Roy ist recht schnell dazugekommen, ich selbst etwas später, als es dann um Sound-Design und so ging. Irgendwann kam dann auch die Frage nach Musik auf, und alle, die sich dazu berufen gefühlt haben, haben angefangen, ein wenig drauf los zu musizieren. Daraus entstanden ist einmal der Film-Score, also Instrumentalmusik, aber eben auch zwei Songs – „Your Horrorshow“ und „The Most Beautiful Tales End Sadly“, der es ja in einer neu aufgenommenen Version sogar auf „Famous Last Songs“ geschafft hat. Wie auch immer – wir haben beim Songwriting und den Aufnahmen schnell gemerkt, dass das recht gut funktioniert, damals lief auch alles noch super harmonisch ab. Und da ich sowieso zu der Zeit mit dem Gedanken an eine neue Band trug – ich wollte endlich auch einmal singen – lag der Entschluss nahe, in dieser Konstellation weiter zu machen.
Nur ein Drummer hat noch gefehlt. Da mussten wir eine Weile suchen, aber letztendlich haben wir dann über ein paar Ecken den Mike aufgegabelt. Und seit der ersten gemeinsamen Probe war klar, dass es so zusammenpasst. Ich denke jeder, der schon einmal versucht hat die richtigen Leute für eine Band zu finden, kann das nachvollziehen. Man merkt das recht schnell ob eine Konstellation funktioniert oder nicht. Ja, und seitdem sind wir zusammen – Bis das der Tod uns scheidet....

Eurer Debütalbum "famous last songs" ist am 23.01.2009 erschienen.
Wie fühlt Ihr Euch so kurz nach dem Release? Was erwartet Ihr Euch von Eurem Erstling?
Wie lange habt Ihr an "famous last songs" gearbeitet?


Nachdem wir auch alle unsere kollektive Grippe überwunden haben, geht’s uns tatsächlich ganz gut soweit. Man ist schon froh, wenn das Ganze dann fertig ist und tatsächlich als physisches Endprodukt vor einem liegt. Bei uns ist es ja auch so, dass wir viele Dinge selbst machen wollen – Artwork, Video, Website und so weiter. Das heißt dann natürlich auch, dass es in den Wochen vor dem Release zusätzlich zur Promoarbeit ganz gut zu tun gibt. Aber: alles, was man selbst macht wird eben auch richtig gemacht und mit Herzblut, und das ist uns eben auch wichtig. Ganz zu schweigen davon, dass es billiger ist... Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus, aber alles andere wäre auch langweilig – klar, wenn es alle nur Scheiße finden würden, wäre uns das nicht so ganz recht. Aber so der allgemeine Kritikerliebling zu sein, da würde ich mich zumindest durchaus etwas unwohl fühlen. Uns ist es am liebsten, die Ansichten über uns gehen möglichst weit auseinander: Die einen finden es hammergeil, die anderen den totalen Müll. Das scheint ganz gut zu klappen eigentlich – also alles gut.

Ist es Zufall, dass Ihr das Album am 23.01.2009 released habt oder hattet Ihr das bewusst gemacht, weil Ihr auch an die geheimnisvollen Deutungen der Zahl 23 glaubt?

Das ist tatsächlich Zufall bzw. eine ganz pragmatische Entscheidung. Der 23.01. war der erste Termin in 2009 der wirklich Sinn gemacht hat, früher funktioniert der ganze Vorlauf mit Promo, Vertrieb usw. nicht so gut weil eben Weihnachten, Neujahr und allgemeiner Winterurlaub dazwischen sind. Illuminaten, Freimaurer und sonstige Verschwörer haben damit nicht viel zu tun. Das sage ich zumindest öffentlich.

Es gibt ja bereits sehr viele Bands im Bereich Alternative Rock. Was macht "The Pussybats" zu etwas Speziellem? Nennt uns einmal ein paar Gründe - warum "famous last songs" auf keinen Fall in einer guten Musik-Sammlung fehlen darf?

Da gibt es ziemlich genau elf Gründe, und damit man sich die auch gut merken kann, stehen sie sogar fein säuberlich hinten auf der CD drauf. Es sind einfach verdammt gute Songs drauf. Alle sind sehr emotional, sehr direkt, wenn man das so sagen will. Wir mögen kein übertriebenes Gefrickel, jeder Song bekommt so viel drum herum wie er es braucht, um seine Atmosphäre zu entfalten – und da ist weniger oft mehr. Und das Album ist abwechslungsreich: Ob es nun Party machen, Liebe machen oder deprimiert im Regen herumstehen ist, für jede Stimmung und Lebenslage ist da der passende Song drauf. Ballermann-Urlaub und Faschingsveranstaltungen vielleicht mal ausgenommen.

Ihr habt ja ein ziemlich geniales Cover vom Song "Your Woman", einem Klassiker aus den 90ern, umgesetzt. Wer hatte die Idee dazu und könnt Ihr Euch mit der textlichen Aussagekraft identifizieren bzw. hattet Ihr einmal ein ähnliches Erlebnis?

Die Idee kam von Roy, wobei er behauptet, ich hätte das einst einmal vorgeschlagen – daran kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern. Sollte mir das jetzt zu denken geben? Egal. Wir wollten auf dem Album gerne eine Coverversion haben, weil es einerseits spaßig ist und andererseits auch ein guter Weg, ein wenig auf sich aufmerksam zu machen.
Wenn Leute ein Lied hören, was sie zwar irgendwie schon kennen, aber eben in einer komplett anderen Version, gibt es da schnell mal so einen „Hey, was ist das denn?“-Effekt – und schon hat man wieder einen (oder eine) an der Angel.
Die Frage ist dann eben nur: Was covern? Theoretisch ist die Auswahl ja unbegrenzt, es gibt Milliarden Lieder und einhunderttausende gute. Am coolsten ist es da, eines zu erwischen, der im Orginal weit vom Pussybats-Sound weg ist, aber sich dann perfekt einfügt. Und da wird das mit der Auswahl schon viel, viel schwieriger. Roy kam dann wie gesagt kurz bevor wir mit den Aufnahmen angefangen haben mit dem „Your Woman“ an, wir haben es einmal geprobt und gewusst: das ist unser Cover. Mittlerweile hat sich ja sogar Jyoti Mishra, der Mann hinter White Town dazu geäußert und ihm scheint unsere Version ziemlich zu gefallen – was einen dann schon ein wenig stolz macht. Übrigens, was ganz anderes: es lohnt sich, auch das aktuellere White Town-Zeug mal auszuchecken, das ist ziemlich coole Popmusik, mittlerweile ja schon wieder ganz im Indie-Bereich angekommen.

Eure Songs wechseln von romantisch bis hart. Was entsteht denn bei Euch zuerst der Text oder die Musik oder ist das immer verschieden bzw. hängt von Eurer Stimmung ab? Denkt Ihr, dass man mit eher ruhigeren und romantischen Songs besser Gefühle transportieren kann oder ist das völlig unabhängig?

Gefühle wollen wir mit allen unseren Songs transportieren, und das gelingt denk ich auch ganz gut. Ich finde, die größte Stärke von Rock- bzw. Popmusik besteht eben genau darin: Es ist eines der emotional direktesten Genres. Ob das jetzt Aggressivität, Melancholie, Trauer, Euphorie oder was auch immer ist. Vielleicht sind die negativen Emotionen noch ein wenig „packender“ - nicht umsonst entstand Rockmusik ja aus dem Blues, und da ging es ja auch um negative Dinge: Frau weg, Job weg, keine Perspektive. Da setzt man sich dann eben hin und schreibt einen Song darüber. Wenn man gut drauf ist und alles super läuft, dann hat man doch meistens eh etwas anderes zu tun. Unsere Songs entstehen nicht nach einem festgelegten Muster. Oft ist es aber so, dass ich mit einem Riff bzw. einer Akkordfolge beginnen, dann aber schnell eine Textzeile bzw. der Refrain dazukommt. Damit sind das Grundthema und die Atmosphäre des Songs schon einmal festgelegt und dann wird „nur“ noch der Rest drum herum gebastelt.

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