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Fïx8:Sëd8

Seite 1: Unzulänglichkeiten als Sänger



Fïx8:Sëd8
Fïx8:Sëd8 ist das Projekt von Martin Sane der sich beeinflusst von Bands wie Haujobb, Skinny Puppy oder Velvet Acid Christ mit seinem zweiten Album daran macht die Electroszene zu beleben. Martin stand uns Rede und Antwort. Herausgekommen ist interessantes wie vor allem kurzweiliges Interview… aber lest doch selbst.

Hallo Martin, Fïx8:Sëd8 ist zwar kein gänzlich unbekannter Name mehr, dennoch werden nicht alle Leser etwas damit anzufangen wissen. Die Personalien bitte:

2005 gegründetes Ein-Mann-Projekt, Dark-Electro mit Ami-Electro-Einflüssen, Hammer-Debüt "Humanophobia"
2006, der von allen Seiten abgefeierte Nachfolger "Dormicum" seit April 2009 draussen.
Martin Sane, 31, aus Wiesbaden, gebürtig aus Warschau, klaut aber nicht. Höchstens mal hier und da ne coole Idee aus einem Song. Super Aussehen, bescheiden geblieben.

Wie würdest du selber Fïx8:Sëd8 klassifizieren?

Als Alternative für all diejenigen die die Nase voll haben von Harsh/Terror-EBM und sich die "guten alten Dark-Electro-Zeiten" zurückwünschen als Bands wie X Marks The Pedwalk, Placebo Effect, Skinny Puppy und Mentallo & The Fixer die Szene beherrscht haben. Also für alle über 60.

Wie entsteht den der typische Fïx8:Sëd8 Song? Hast du eine feste Arbeitsweise oder ändert sich das ständig?

Meistens zuerst mit den Drums. Ich mag komplexe Drums. D.h. es gibt immer eine ganze Menge an Drumspuren die zusammen mehr oder weniger bereits die Richtung des Songs vorgeben. Dann meistens die Pads um eine harmonische Orientierung zu haben, später dann die Bässe, Synths, Effekte und Samples. Die Vocals immer erst ganz zum Schluss. Ich bin der Meinung dass ein guter Song auch instrumental funktionieren muss, deswegen erstmal die Sounds und hinterher die Vocals.
Oft fliegt dann das meiste davon wieder raus und es bleibt beispielsweise nur der Bass übrig der dann später in einem ganz anderen Song verwendet wird. Manchmal geht es aber auch ganz flott und alles passt wunderbar zusammen.

Hattest du in der Produktionszeit von „Dormicum“ während der Arbeit besondere Inspirationen? CD’s, Bücher, Zeitschriften oder Filme, die du konsumiert hast, oder vielleicht ganz andere Dinge die dich direkt beeinflusst haben?

Eigentlich nicht. Es waren 3 Jahre seit "Humanophobia" vergangen und es hatten sich viele Ideen angesammelt die einfach raus mussten. Da hatte es keiner besonderen Inspiration bedurft.
Ist nicht wie beim "Method Acting" wo man bevor man einen Verrückten spielt für 2 Monate in die Klapse geht um richtig für die Rolle vorbereitet zu sein. In den meisten Klapsen hab ich eh Hausverbot.

Wie wichtig sind dir die Texte?
Nicht besonders wichtig. Im Mittelpunkt sollte immer die Musik stehen. Die Lyrics und die Vocals dienen eher der Verstärkung der durch die Musik entstandenen Atmosphäre als als etwas Selbstständiges. Die vielen Verzerrer und Effekte auf den Vocals sind die Versuche meine offensichtlilchen Unzulänglichkeiten als Sänger zu kachieren.
Wem aber Lyrics wichtig sind kann meine sehr wichtigen Messages ja im Booklet nachlesen. Ich mag Booklets. Sie sind vermutlich das Letzte was eine gekaufte CD von MP3s unterschiedet.

Du veröffentlichst deine Musik ohne ein Label im Rücken. Kontrollfreak oder was steckt dahinter?

Ich war ja schon bei Klangdynamik Records unter Vertrag doch dann hat das Label leider Anfang des Jahres seinen Geist aufgegeben. Mir gefiel die Idee das Album selbst zu veröffentlichen aber eigentlich ganz gut, "Humanophobia" war ja auch schon ein Self-Release. Dementsprechend habe ich erstmal allen Labels die mich seit dem Ende von KDR gefragt haben ein Absage erteilt.
Vom Prinzip her finde ich dass die totale Kontrolle und Bestimmungsfreiheit mehr wert ist als die zusätzliche Arbeit (die ja auch Spass macht) und die finanzielle Belastung.
Sollte es also mit "Dormicum" gut laufen würde ich meine kommenden Alben auch alle im Alleingang auf den Markt bringen.

Dormicum, so ja der Titel deines neuen Album, ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Wie kommt man darauf sein Album danach zu benennen?

Benzodia-was? Ein Tag an der Tankstelle? Solches Zurschaustellen von Wissen imprägniert mir gar nicht. Dormicum ist ein Anästhetikum, sprich Betäubungsmittel das bei zahlreichen medizinischen Behandlungen verwendet wird. Ich kenne es aus meiner Zivi-Zeit und fand schon immer dass es ein cooles Wort ist. Es is einprägsam und passt gut zum Artwork und der Musik auf dem Album. Und zum Bandnamen. Dementsprechend lautet Deine nächste Frage...

Was bedeutet eigentlich Fïx8:Sëd8?

Die definitv am häufigsten gestellte Frage zusammen mit "Was ist Dein Geheimnis bei Frauen?" und "War's für Dich auch so schön?". Die Antworten auf diese Fragen lauten: Fixieren-Sedieren (Betäuben), der Respekt den ich den Bitches entgegenbringe und "Ich muss morgen früh raus, ich ruf Dich an."

Hast du musikalische Vorbilder? Wer sind die und inwieweit spielen diese eine Rolle in deiner Musik?

Also auf jeden Fall dieser Typ der mit traurigem Blick auf seiner Mundharmonika schief "Ave Maria" gespielt hat und damit "Deutschland's Supertalent" geworden ist. Ich werde auf jeden Fall Mundharmonika-Samples auf meinen nächsten Alben haben. Traurig gucken kann ich schon.
Ansonsten halt so die üblichen Verdächtigen: Skinny Puppy, VAC, FLA, Gridlock...das ist die Musik die ich höre und somit direkten Einfluss darauf hat wie meine eigene Musik klingt.

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