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Seite 1: Erfolg!?



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[:SITD:] sind aus der Welt der elektronischen Musik nicht mehr weg zu denken. Dutzende Clubhits ebnen ihren Weg, und mit dem Album "Rot" wird der einzigartige Status des Trios aus dem Ruhrgebiet einmal mehr gefestigt. Kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums und der daran anschließenden Tour entlockten wir dem Ruhrpott-Dreier noch ein paar interessante Details.

Hallo ihr drei. Wie geht’s euch so kurz vor dem Release eures neuen Albums und dem Tourstart?

Tom: Wir stecken gerade in den letzten Vorbereitungen zur Tour, die parallel zur Veröffentlichung des Albums am 30.10. in den Niederlanden startet. Wir freuen uns schon sehr darauf, dass es bald losgeht und wir unserem Publikum die neuen Stücke live präsentieren können.

"Rot" steht kurz vor der Veröffentlichung. Seid ihr aufgeregt? Oder wird man mit wachsender Anzahl an Alben cooler?

Carsten: Nein, man ist grundsätzlich aufgeregt vor einer Veröffentlichung und einer Tour. Es gibt verschiedene Momente und wenn man diese Schritt für Schritt bewältigt hat, wird man langsam ruhiger. Das erste Feedback bekommt man in der Regel vom Plattenlabel, dann kommen die ersten Resonanzen von den Medien und den Deejays, die vor dem Release mit der Veröffentlichung bemustert werden. Diese Resonanzen waren schon mal durchweg positiv und jetzt sind wir natürlich sehr gespannt, wie das neue Album bei unserem Publikum ankommt.

Es gab bereits zu dem letzten Album keine Single oder EP, wie es dies noch zu Zeiten von Coded Message:12 gab. Hat das wirtschaftliche Gründe oder gab das Songmaterial dies einfach nicht her?

Tom: Der Platz, den der Einzelhandel für Maxi-CD’s in seinen Sortimenten einräumt, wird immer kleiner. Wenn man sich die entsprechenden Abteilungen der großen Ketten anschaut, dann findet man dort fast ausschließlich Tonträger aus dem Pop Musik Genre. Vor zwei Jahren haben wir das Problem gelöst, indem wir die Vorabmaxi "Kreuzgang" zusammen mit der Painbastard Veröffentlichung "Nyctophobia" als Doppel-CD in Form der "Klangfusion Vol. 1" herausgebracht haben. Nun haben wir uns gemeinsam mit unserem Label Accession Records dazu entschlossen, die Maxi gleich mit dem Album in Form der limitierten Bonus-CD mitzuliefern. So finden sich dort sieben exklusive Stücke und Remixes von u.a. Project Pitchfork, Reaper, S.A.M. und Aesthetic Perfection, die nicht auf dem regulären Album enthalten sind.

Wo wir gerade dabei sind. Woran messt ihr den Erfolg eines Albums? An den verkauften Einheiten oder gibt es eine andere Bemessungsgrundlage?

Carsten: Wir konnten mit unserem letzten Album "Bestie: Mensch" zum Glück die Verkaufszahlen unseres Vorgängeralbums "Coded Message:12" halten, was in der heutigen Zeit in unserer Szene leider viel zu selten vorkommt. Aber ist das nun ein Erfolg? Oder wenn man ein paar Einheiten mehr verkauft und in den Charts landet, ist die Platte dann dadurch besser? Natürlich muss man Platten verkaufen, um von der Musik leben zu können, aber über die Qualität einer Veröffentlichung sagen Verkaufszahlen herzlich wenig aus. Es ist uns wichtig, ob eine Veröffentlichung von unserem Publikum angenommen wird und das lässt sich nicht ausschließlich an Verkaufszahlen dingfest machen. Wenn wir auf der Bühne stehen und sehen, dass unser Publikum mit uns feiert und neue Stücke auf positive Resonanz treffen, dann ist das der schönste Erfolg, den wir uns vorstellen können. Oder wenn wir Mails von Leuten bekommen, die uns schreiben oder uns auch nach den Konzerten erzählen, dass ihnen unsere Musik etwas bedeutet und dass sie sich in unseren Songs wiederfinden, dann sind das die Momente, die für uns den höchsten Stellenwert haben. Dafür leben wir und deswegen machen wir Musik.

Im Vergleich zu "Bestie Mensch" ist "Rot" ja ein wahres Beatgewitter. Wie seht ihr selbst die Entwicklung zwischen den beiden Alben?

Carsten: Wir haben "Bestie: Mensch" als ein atmosphärisch-dichtes und düster-bedrohliches Werk geschätzt. Es war von Trauer, Zerrissenheit und Hoffnungslosigkeit geprägt. Man kann es trotz einiger cluborientierter Songs eher als ein "Kopfalbum" beschreiben, das seine optimale Wirkung zu Hause unter dem eigenen Kopfhörer entfacht. "Rot" ist hingegen ein "Bauchalbum" und die Emotionen, die dabei zum Tragen kommen, sind gänzlich andere als beim Vorgängerwerk. Aus Trauer wurde Wut, aus Zerrissenheit Entschlossenheit und die Hoffnungslosigkeit ist dem revolutionären Kampfgeist gewichen.

Tom: Vor dem Beginn der Studioarbeiten haben wir uns selbst bestimmte Vorgaben gegeben, die wir während des Entstehungsprozesses des Albums nie aus den Augen verloren haben. Wir wollten ein Album machen, das im Vergleich zum Vorgänger härter und direkter klingt. Um diese ungekünstelte Direktheit und Authentizität zu erreichen, haben wir uns auf das Wesentliche konzentriert. Überschüssigen Ballast haben wir über Bord geschmissen. Außerdem haben wir im "Beats-Per-Minute"-Bereich die Schraube ordentlich angezogen. Ein grundsätzliches Anliegen war überdies, dass wir im produktionstechnischen Sinne eine gewisse Derb- bzw. Schroffheit erzeugen wollten, die es von uns in dieser Konsequenz seit "Snuff Machinery" und "Laughingstock" nicht mehr gab.

Zumindest bei den beiden letzten Alben konnte man sich unter dem Titel etwas Vorstellen und ihr hattet ja meist tiefschürfende Antworten parat, was sich dahinter verbirgt. Aber Rot? Wieso nicht gelb, grün oder blau? Jetzt bin ich mal auf die Hintergründe gespannt.

Carsten: "Rot" ist ein stark akzentuierter Titel, dessen Wortbedeutung genau das zum Ausdruck bringt, was wir persönlich mit [:SITD:] verbinden. "Rot" steht für Wärme, Energie, Freude und Leidenschaft, aber auch ebenso für Aggression, Zorn und revolutionären Kampfgeist. Alles was wir tun, verfolgen wir mit all unserer Energie, Freude und Leidenschaft, die wir auch an unsere Hörer vermitteln möchten. Also ist das schon mal ein vortrefflicher Titel, der unsere Grundhaltung verkörpert. Außerdem ist "Rot" auch traditionell die Farbe der Arbeiterbewegung, womit wir uns als Kinder des Ruhrgebiets voll und ganz identifizieren können. Die Farbe steht für unsere Herkunft und Wurzeln. Darüber hinaus ist "Rot" die Signal- und Warnfarbe schlechthin. Das ist wiederum auf die Botschaften unserer Songs übertragbar, die man als Weckrufe interpretieren kann, mit denen wir auf Missstände in unserer Gesellschaft hinweisen möchten. Wir wundern uns immer wieder darüber, dass weite Teile der Gesellschaft diese Umstände so stillschweigend hinnehmen. Wir sind nicht bereit wegzuschauen und schildern unsere Sicht der Dinge und damit schließt sich wiederum der Kreis zum Albumtitel. Denn wir tun das mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch und mit revolutionärem Kampfgeist. Der Albumtitel hat also in vielerlei Hinsicht eine wichtige Bedeutung für das Album.


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Weblinks Links zum Thema

2CD, Album: [SITD] - Rot


Rot - Details ansehen
Details
2CD, Album | Preis: 20,95 € | Veröffentlichung: 30.10.2009
Künstler: [SITD]
Label: Accession Records
Genre: EBM, Electro


neuwerk FESTIVAL 2010 - Langen, Neue Stadthalle - 27.12.2010


neuwerk FESTIVAL 2010 - Langen, Neue Stadthalle
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Das neuwerk Festival 2010 findet in Kooperation mit Electronic Dance Art am 27. Dezember im Herzen des Rhein / Main Gebietes in Langen (zwischen Frankfurt und Offenbach) in der Neuen Stadthalle statt. ...

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