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« zurück » Interviews » Lost Area im Interview

Lost Area im Interview



Lost Area im Interview
Hallo Ihr Drei! Danke für Eure Zeit!

Die Neuigkeit schlechthin...der 23.4. ist VÖ - Termin Eurer neuen Platte "Memoria". Sind Eure Erwartungen an das neue Album erfüllt worden?

Jan:
Ja, voll und ganz. Wir haben uns vorgenommen, ein Album zu kreieren, das abwechslungsreich ist und auch diesmal wieder einen Schritt nach vorne geht. Das ist uns durchweg gelungen, die Weiterentwicklung in allen Bereichen ist klar zu hören.
Memoria ist zum ersten Mal bei Lost Area auch kein Konzept-Album, das eine Geschichte erzählen soll, sondern jeder Track ist eine eigene kleine Erzählung. Auch diese Tatsache machte es uns einfacher, das Ziel zu erreichen. Inhaltlich kann man zu den neuen Songs sagen, dass es hier und da schon auch ein Seelenstrip wurde.
Andi:
Dem kann ich mich nur anschließen, ich bin mehr als zufrieden mit dem, was wir geschaffen haben. Und obwohl es sich bei Memoria um kein Konzeptalbum handelt und jeder Song für sich alleine steht, ist trotzdem ein roter Faden erkennbar, der sich durch alle Lieder zieht und sie auf eine gewisse Art miteinander verbindet.
Markus:
Wir haben uns die Zeit genommen, um das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Das erklärt auch warum Memoria mit einiger (gewollter) Verzögerung erscheint; weil wir einfach Zeit brauchten. Diese Zeit haben wir auch von allen Seiten bekommen. Niemand machte Druck. Ich selbst bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und möchte auch sagen, dass ich stolz auf das neue Album bin.
Wir haben alle Höhen und Tiefen - auch von uns selbst - in diesem Album verarbeitet, sodass für jeden Hörer was dabei ist. Ich bin sehr auf die Resonanzen gespannt. Es ist ein sehr persönliches Album geworden, ohne jedoch in Selbstmitleid zu verfallen (lacht).

Der erste Eindruck des neuen Covers zeigt wieder einmal die Liebe, mit der Jans Frau Annie Bertram hier am Werk war. Was können wir von dem Booklet erwarten?

Jan:
Wie immer haben wir großen Wert auf das visuelle Erscheinungsbild des Albums gelegt. Es soll ein Gesamtkunstwerk sein. Das ist Annie wieder einmal auf beeindruckende Art und Weise gelungen. Unser neues Label Echozone hat uns auch mehr Seiten „gespendet“ als eigentlich vorher abgesprochen war. 16 Seiten Kunst! Das ist, so glaube ich, die richtige Bezeichnung.
Markus:
Ja, wir können glücklich sein, dass Annie Bertram für uns so viel Arbeit reingesteckt hat. Das Booklet ist wieder einmal ein besonderer Genuss. Es spiegelt optisch all die Gefühle und Gedankenwelten wider, welche die Songs aussagen. Alleine das Booklet ist schon ein Grund, die CD zu erwerben.
Andi: Das Booklet visualisiert die Welt, in die wir unsere Fans mit den Songs entführen wollen. Wir sind sehr glücklich, mit Annie eine so talentierte und einzigartige Künstlerin an unserer Seite zu haben, die uns dabei hilft, die Musik auch optisch in Kunst zu verwandeln.

Gut finde ich, dass Ihr bei Goth for Earth ein Interview gegeben habt und mit Euren Antworten gezeigt habt, dass Ihr umweltbewusst handelt. Gibt es die Möglichkeit, die Labelbosse und die vom Presswerk einfach mal auf eine “eco friendly”CD Produktion aufmerksam zu machen und mit Ihnen darüber zu diskutieren?

Jan:
Der Vertrieb von CDs wird durch die illegalen Downloads immer schwerer, daher versucht man, die Produktion so günstig wie möglich zu halten. Daher kann man zwar darüber reden, aber es wäre einfach zu kostenintensiv. Ich denke, dass früher oder später die CD fast komplett verschwinden wird. Das Internet wird sicher irgendwann den CD-Laden um die Ecke ersetzen… Ob wir das wollen, ist eine andere Frage, aber es wird sich schwerlich aufhalten lassen.
Markus:
Sicherlich wird dieses Thema aktuell bleiben. Und wir sind auch bemüht, entsprechende Möglichkeiten auszuloten. Man muss einfach einen Kompromiss finden, bzw. eingehen, damit die Themen Kosten und Umwelt miteinander fungieren.

Wie konntet Ihr den Produzenten Gerrit Thomas (Funker Vogt) für Euch gewinnen?

Jan:
Wie sicher vielen bekannt ist, haben Funker Vogt in Hameln ihr Studio und Wohnsitz. Da ich ebenfalls aus Hameln stamme, kennen wir uns schon seit einigen Jahren. Gerrit machte für uns den Unborn Remix, der auf dem Album zu hören ist. Das gefiel uns so gut, dass ich ihn einfach gefragt habe, ob er nicht Lust hätte auf eine Zusammenarbeit. Es war eine super produktive Zusammenarbeit, die unheimlich Spaß gemacht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch in der Zukunft gemeinsam werkeln werden.
Andi: Mit Gerrit ist es uns gelungen, unseren Sound weiterzuentwickeln, ohne ihn zu verändern. Das Album ist ehrlicher und rauer geworden, aber der typische Lost Area Stil ist dennoch erhalten geblieben.
Markus:
Gerrit ist ein hervorragender Produzent und folglich mussten wir auch entsprechendes Material erarbeitet haben, damit eine Zusammenarbeit erst ermöglicht wird. Ich denke, wenn wir keine guten Songs gehabt hätten, hätte sich Gerrit auch nicht auf uns eingelassen.

Mit Echozone Habt Ihr endlich ein neues Label. Habt Ihr es oder hat Euch das Label gefunden?

Jan:
Jojo (MoreSign), der für Lost Area unter anderem die Promotion macht und koordiniert, hat schon seit Längerem einen guten Kontakt zu dem Label. Er hat unseren heutigen Label - „Papa“ auf uns aufmerksam gemacht und es hat ihm gefallen. Wir hatten auch noch andere Möglichkeiten unter Vertrag zu kommen, aber Jörg Tochtenhagen hat uns von Anfang an das Gefühl gegeben, dass er an uns glaubt und hinter uns steht.
Markus:
Die Zusammenarbeit wurde durch unseren Manager Jojo ermöglicht. Aber man kann auch sagen, dass man sich gefunden hat. Ich meine damit, es muss auf beiden Seiten stimmen. Wir sind über die Arbeiten von Echozone begeistert. Und es funktioniert alles so, wie es sein sollte. Und dafür tun wir auch alles, was das Label von uns erwartet.
Andi: Und genau das war uns wichtig, denn wir wollten nicht nur eine Band von vielen sein. Da uns unsere „Lost Area Family“ schon immer sehr wichtig war, haben wir mit Echozone ein neues Familienmitglied erhalten bzw. sind auch wir in einer neuen Gemeinschaft herzlich aufgenommen worden.

Einige Tour-Termine stehen schon fest. Werden 2010 noch ein paar dazu kommen, vielleicht auch im FranzK in Reutlingen?

Jan:
Das ist richtig. Wir können uns bislang wirklich nicht beschweren. Die bestätigten Termine sind super. Wir hoffen natürlich, dass noch Einige dazu kommen, aber wo und wann, darauf haben wir keinen großen Einfluss. Wir müssen hoffen, dass die Veranstalter uns wollen. Unsere Booking Agentur (Massmovement) ist jedenfalls stets bemüht und jeder, der uns in seinem Club oder auf seinem Festival dabei haben möchte kann sich sehr gerne bei uns melden.
Markus:
Es wird mit Sicherheit der eine oder andere Gig noch dazukommen. Das Jahr hat ja erst begonnen. Und das neue Album ist auch noch nicht offiziell auf dem Markt erhältlich. Ich denke, wenn das neue Album in den Läden steht, werden sich auch neue Situationen ergeben oder neue Möglichkeiten anbieten.
Andi:
Wir hoffen natürlich, dass noch einige neue Termine dazukommen werden. Wobei die bisherigen, wie Jan sagt, super sind. An neue Konzerttermine zu gelangen, ist leider nicht so einfach. Viele Veranstalter scheuen sich mittlerweile davor, Bands für Live-Auftritte zu buchen. Einen DJ zu buchen bedeutet halt weniger Arbeit, als ein Konzert zu planen und durchzuführen.

Euer bester/schlimmster Live-Auftritt?

Jan:
Das ist eine schwierige Frage. Nicht schlimm, sondern eher schwierig war der Gig mit And One in Berlin. Wir standen zum ersten Mal auf so einer großen Bühne und mussten uns daran erstmal gewöhnen. Das war der Schwerste, denk ich. Der Beste Gig…. Hmm… Da gibt es viele… Jeder Gig ist einzigartig und somit auch beeindruckend.
Andi: (lacht) Und man darf nicht vergessen, dass wir bei And One ausschließlich Männer vor uns stehen hatten, da half unser Charme nicht weiter… Ich würde auch nicht von „schlimmen“ Auftritten sprechen, sondern eher von Herausforderungen. Jedes Konzert hat eine ganz eigene Dynamik und lässt sich dadurch nicht mit anderen vergleichen.
Markus:
Nun, den besten oder schlimmsten Auftritt zu nennen, ist sehr schwierig, da Beides sehr nah aneinander liegt. Ein super Auftritt ist nicht gleich ein super Konzert. Für mich ist ein Konzert oder Auftritt wirklich super, wenn ich weiß, wir haben alles auf der Bühne gegeben.

Was war Euer bisheriger Höhepunkt/Tiefpunkt?

Jan:
Für mich ist der Höhepunkt das neue Album Memoria. Aber weitere werden folgen, da bin ich mir ganz sicher ;O).
Ein richtiger Tiefpunkt war für mich bislang nur, dass ich einen Gig am WGT absagen musste. Alle anderen Tiefpunkte waren keine, weil es anschließend besser war als vorher.
Markus:
Mein Höhepunkt: Ein Konzert mit Project Pitchfork gegeben zu haben. Einen Tiefpunkt hatte ich bislang noch nicht, ich hoffe, es bleibt dabei.
Andi: Ich weiß, es klingt kitschig, aber ich habe bisher mit Lost Area nur Höhepunkte erleben dürfen. Ein ganz besonderes Highlight waren dabei für mich unsere Konzerte bei H.R. Giger in Gruyère.

Gibt es was, was Ihr unbedingt mal ausprobieren möchtet?

Jan:
Ja, auf jeden Fall. Vor allem, was unsere Konzerte betrifft, aber das müssen wir nach und nach aufbauen. Lasst Euch überraschen.
Markus:
Wir habe immer wieder Ideen mal was Neues auszuprobieren. Aber das hier zu verraten wäre ja dann keine Überraschung mehr. Es ist auch sehr wichtig, immer wieder neue Wege zu gehen oder irgendetwas auszuprobieren. Wenn wir das nicht tun würden, wären wir nicht da, wo wir jetzt sind.
Andi: Letztes Jahr hatten wir bei einem unserer Konzerte in Gruyère eine kleine Akustik-Session, die gut ankam. Vielleicht schaffen wir es in absehbarer Zukunft noch einmal, so ein Unplugged-Konzert zu veranstalten.

Was wird Euer nächstes Projekt sein?

Jan:
Es werden ein bis zwei Videos zum Memoria Album kommen. Darüber hinaus planen wir eine weitere Veröffentlichung im Herbst/Winter 2010. Und wir arbeiten natürlich auch jetzt schon wieder am nächsten Album.
Andi: Und daneben werden wir so viele Konzerte wie möglich spielen, u. a. auf dem Regensburger Gothic Treffen.
Markus:
Was genau als Nächstes kommt, hmmm. Nun, wir werden das eine oder andere Video drehen, bzw. fertigstellen. Und was jetzt schon wieder anläuft, ist die Produktion des nächsten Albums. Wir sitzen regelmäßig zusammen und überlegen uns, was und wie wir etwas umsetzen können. Aber was wir aktuell planen, möchten wir auch hier nicht preisgeben, es sollen ja Überraschungen bleiben.

Mit wem würdet Ihr gern mal zusammenarbeiten?

Jan:
Wenn Du eine Produktion meinst, bin ich wunschlos glücklich. Wir arbeiten mit unglaublich guten Leuten zusammen. Wenn Du Konzerte meinst, so freue ich mich auf den Gig mit Diary of Dreams wie auch auf die Pitchfork Konzerte im November. Covenant wäre mal schön ;O)
Markus:
Ich selbst fände es klasse, wenn wir mal mit IAMX einen Song produzieren würden. Ja, das wäre eine super Sache. Aber mal sehen, was sich sonst noch so im Laufe der Zeit ergibt.
Andi: Dieses Jahr scheinen viele unserer Wünsche in Erfüllung zu gehen, wie zum Beispiel die bereits erwähnten Konzerte mit Diary of Dreams oder Project Pitchfork. Ein Wunsch bleiben weiterhin Auftritte bei großen Festivals wie M’era Luna, WGT oder dem Amphi Festival. Gegen ein Konzert mit VNV Nation hätte ich auch Nichts einzuwenden ;o)

Ich danke Euch für das Interview und wünsche viel Erfolg für das "Memoria" Album und eine erfolgreiche "TOUR 2010"!

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