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Plasmodivm im Interview
Seite 1: Von Prometheus über Widerstand und musikalische Ghettos
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Seite 2: Erste Feedbacks und Lieblingsalben
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Wir interviewten Sandro von PLASMODIVM zu seinem neuen Album "The Post-Modern Prometheus". In diesem Interview wird über die momentane (Musik)Krise debattiert und es gibt Einblicke in das Schaffen von Plasmodivm.
Hallo Sandro, um mal ganz vorn anzufangen, was ist Plasmodivm?
Sandro: Plasmodivm ist ein Dark-Electronic-Projekt, das ich – Sandro Veras – Ende 1999 gegründet habe, weil ich von der ganzen EBM- und Electro-Industrial-Szene fasziniert war und meinen eigenen Gefühlen und Sichtweisen auf die düstere elektronische Welt und dem Sound der 90er eine Form geben wollte. Dabei wurde ich von allen möglichen elektronischen Stilen beeinflusst, die ich damals so angehört habe.
Man kann ja eine sehr starke Evolution im Songwriting des neuen Albums im Vergleich zu deinen vorherigen Werken verzeichnen, obschon eigentlich nur zwei Jahre dazwischen liegen. Was würdest du hier als Grund sehen? Neue musikalische Einflüsse oder vielmehr eine Rückkehr zu den Wurzeln der Electronic Body Music?
Sandro: Als “Paradise Under Fire” fertiggestellt war, wollte ich neue Stücke mit einem eher melodiösen Ansatz komponieren, und wollte auch – um einen Mix aller Einflüsse und Sounds zu finden – vom Synthpop bis Electro-Industrial, sogar von Darkwave bis EBM schweifen. Ich glaube nicht, dass das neue Album eine Rückbesinnung zu den Wurzeln des EBM ist, es ist eher eine Abkehr von den langweiligen Dark-Elektronik-Trends der Gegenwart. Viele Bands klingen gleich und sind mehr auf Äußerlichkeiten fixiert. Leider...
Was ist das Konzept hinter dem Albumtitel "THE POST-MODERN PROMETHEUS"?
Sandro: Das neue Album ist purer Widerstand für mich, wie die alte Sage von Prometheus, der eine Metapher für den Widerstand gegen die Stagnation ist, übertragen auf Heute einfach nur Stagnation im Sinne von Fehlen neuer Ideen und Impulse. Diesen Mangel würde ich mittlerweile in allen Bereichen sehen.
In deinem neuen Release kann man ja Einflüsse aus den verschiedensten Bereichen hören – Bands wie VELVET ACID CHRIST, SOLITARY EXPERIMENTS, HAUJOBB, FLA, SUICIDE COMMANDO, ASSEMBLAGE 23 um nur ein paar zu nennen.
Es macht richtig Spaß, das Album durchzuhören, weil es da nicht diese üblichen monotonen Stimmen, gleichen Sounds und Strukturen gibt, wie sie mittlerweile so oft zu finden sind... Glaubst du, dass heute die Musikproduktionen immer nur einen Stil bedienen und deswegen die Fans quasi in Arten «musikalischer Ghettos» von kleinen, definierten Musikstilen nur noch z.B. klassischen EBM, Electro Industrial oder Harsh-Electro hören und schon gar nicht mehr über den Tellerrand hinaus schauen oder besser hören wollen?
Sandro: Ich denke, dass es sehr an den Plattenfirmen und der Presse liegt, die mehr darauf fokussieren, ein Produkt an den Mann zu bringen, das sich qualitativ nur an einem Image orientiert. Die vielen neuen Genres verwirren die Leute und es hat immer weniger mit dem wahren Kern der düsteren elektronischen Bodymusic zu tun. Deswegen glauben die Leute, dass sie damit Industrial oder EBM hören, weil sie es in Clubs vorgesetzt bekommen oder in Magazinen darüber lesen. Ich sage nicht, dass es alles schlecht ist, denn es gibt schon tolle Sachen auf dem Gebiet, die auch sehr fett klingen, aber aus meiner Sicht ist das der falsche Impuls für die Leute, wenn man es mit der Vielfalt der 90er vergleicht.
Was sind deiner Meinung nach dann die Gründe für die musikalische (Sinn)Krise, in der wir uns derzeit befinden?
Sandro: Ich denke, einer der Hauptgründe sind sicher illegale Downloads im Internet. Auf der einen Seite ist es natürlich toll, dass man so einfach eine riesige Hörerschaft erreichen kann, aber auf der anderen Seite verlieren Labels und Bands immer mehr Geld, wenn sie versuchen, ihre Musik in Läden zu vertreiben. Ich denke, die Leute sollten darüber nachdenken, wenn sie ein Album illegal runterladen. Es gibt viele Verbindungen in dieser Kette der Independentmusik. Wenn ein Kettenglied bricht, leiden ALLE ohne Chance auf Besserung.
Hinsichtlich der Produktion zeigt deine Musik eine große Vielzahl an Quellen, die für ein ausgeprägtes musikalisches Verständnis sprechen. Magst du auch andere Bands außerhalb der EBM- und Dark-Electro-Szene? Falls ja, welche würdest du hier nennen wollen?
Sandro: Ich höre alle möglichen Stile elektronischer Musik und ich mag z.B. Perry Blake, David Sylvian, Björk, Jay Jay Johanson, Brendan Perry, Marc Almond, Richard Hawley oder Cousteau. Inspiration kommt von überall her und gute Musik kennt keine Grenzen.
Hallo Sandro, um mal ganz vorn anzufangen, was ist Plasmodivm?
Sandro: Plasmodivm ist ein Dark-Electronic-Projekt, das ich – Sandro Veras – Ende 1999 gegründet habe, weil ich von der ganzen EBM- und Electro-Industrial-Szene fasziniert war und meinen eigenen Gefühlen und Sichtweisen auf die düstere elektronische Welt und dem Sound der 90er eine Form geben wollte. Dabei wurde ich von allen möglichen elektronischen Stilen beeinflusst, die ich damals so angehört habe.
Man kann ja eine sehr starke Evolution im Songwriting des neuen Albums im Vergleich zu deinen vorherigen Werken verzeichnen, obschon eigentlich nur zwei Jahre dazwischen liegen. Was würdest du hier als Grund sehen? Neue musikalische Einflüsse oder vielmehr eine Rückkehr zu den Wurzeln der Electronic Body Music?
Sandro: Als “Paradise Under Fire” fertiggestellt war, wollte ich neue Stücke mit einem eher melodiösen Ansatz komponieren, und wollte auch – um einen Mix aller Einflüsse und Sounds zu finden – vom Synthpop bis Electro-Industrial, sogar von Darkwave bis EBM schweifen. Ich glaube nicht, dass das neue Album eine Rückbesinnung zu den Wurzeln des EBM ist, es ist eher eine Abkehr von den langweiligen Dark-Elektronik-Trends der Gegenwart. Viele Bands klingen gleich und sind mehr auf Äußerlichkeiten fixiert. Leider...
Was ist das Konzept hinter dem Albumtitel "THE POST-MODERN PROMETHEUS"?
Sandro: Das neue Album ist purer Widerstand für mich, wie die alte Sage von Prometheus, der eine Metapher für den Widerstand gegen die Stagnation ist, übertragen auf Heute einfach nur Stagnation im Sinne von Fehlen neuer Ideen und Impulse. Diesen Mangel würde ich mittlerweile in allen Bereichen sehen.
In deinem neuen Release kann man ja Einflüsse aus den verschiedensten Bereichen hören – Bands wie VELVET ACID CHRIST, SOLITARY EXPERIMENTS, HAUJOBB, FLA, SUICIDE COMMANDO, ASSEMBLAGE 23 um nur ein paar zu nennen.
Es macht richtig Spaß, das Album durchzuhören, weil es da nicht diese üblichen monotonen Stimmen, gleichen Sounds und Strukturen gibt, wie sie mittlerweile so oft zu finden sind... Glaubst du, dass heute die Musikproduktionen immer nur einen Stil bedienen und deswegen die Fans quasi in Arten «musikalischer Ghettos» von kleinen, definierten Musikstilen nur noch z.B. klassischen EBM, Electro Industrial oder Harsh-Electro hören und schon gar nicht mehr über den Tellerrand hinaus schauen oder besser hören wollen?
Sandro: Ich denke, dass es sehr an den Plattenfirmen und der Presse liegt, die mehr darauf fokussieren, ein Produkt an den Mann zu bringen, das sich qualitativ nur an einem Image orientiert. Die vielen neuen Genres verwirren die Leute und es hat immer weniger mit dem wahren Kern der düsteren elektronischen Bodymusic zu tun. Deswegen glauben die Leute, dass sie damit Industrial oder EBM hören, weil sie es in Clubs vorgesetzt bekommen oder in Magazinen darüber lesen. Ich sage nicht, dass es alles schlecht ist, denn es gibt schon tolle Sachen auf dem Gebiet, die auch sehr fett klingen, aber aus meiner Sicht ist das der falsche Impuls für die Leute, wenn man es mit der Vielfalt der 90er vergleicht.
Was sind deiner Meinung nach dann die Gründe für die musikalische (Sinn)Krise, in der wir uns derzeit befinden?
Sandro: Ich denke, einer der Hauptgründe sind sicher illegale Downloads im Internet. Auf der einen Seite ist es natürlich toll, dass man so einfach eine riesige Hörerschaft erreichen kann, aber auf der anderen Seite verlieren Labels und Bands immer mehr Geld, wenn sie versuchen, ihre Musik in Läden zu vertreiben. Ich denke, die Leute sollten darüber nachdenken, wenn sie ein Album illegal runterladen. Es gibt viele Verbindungen in dieser Kette der Independentmusik. Wenn ein Kettenglied bricht, leiden ALLE ohne Chance auf Besserung.
Hinsichtlich der Produktion zeigt deine Musik eine große Vielzahl an Quellen, die für ein ausgeprägtes musikalisches Verständnis sprechen. Magst du auch andere Bands außerhalb der EBM- und Dark-Electro-Szene? Falls ja, welche würdest du hier nennen wollen?
Sandro: Ich höre alle möglichen Stile elektronischer Musik und ich mag z.B. Perry Blake, David Sylvian, Björk, Jay Jay Johanson, Brendan Perry, Marc Almond, Richard Hawley oder Cousteau. Inspiration kommt von überall her und gute Musik kennt keine Grenzen.
weiterführende Links
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News
07.05.2011 Musiknews: [U]semag Vol 2 endlich da
19.02.2011 Musiknews: Plasmodivm: Spanischer Electro-EBM
Artikel
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Plasmodivm - The Post-Modern Prometheus
Info
Künstler: PlasmodivmLabel: Caustic Records
Medienformat: CD, Album
Genre: EBM, Industrial
Veröffentlichung: 25.02.2011
Soundcheck: [U] Wertung:
Tracklist
01. I Have Killed a Man02. Instinto Homicida
03. Voices
04. Dead Inside
05. VÌa Negativa
06. Unbreakable Will
07. Post-Modern / Post-Human
08. The Beginning Of My End
09. The Fear Of Being Alive
10. High-Speed Collision
11. Smashing White Pills
12. A New Beginning
13. Lost Dreams
14. RÈquiem (Missa Pro Defunctis)
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