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« zurück » Interviews » Digital Factor im Interview

Digital Factor im Interview

Seite 1: Viel passiert und (fast) alles neu im Hause Digital Factor



Digital Factor im Interview
Neulich saß ich zusammen mit den Jungs von Digital Factor in den heiligen PromoFabrik-Mauern und habe einen äußerst leckeren und richtig guten Rotwein genossen. Wir hatten uns vorgenommen, über das neue Album "Trialog" zu plaudern.

Hallo erstmal Mike, hallo Guido, hallo Leo.
Fangen wir doch mal ganz locker an, denn ich merke, ihr seid schon ein bisschen aufgeregt (lacht).
 
Digital Factor: Hallo Lucy.
 
Leo von Leibnitz ist nun bei den Thüringer Electro-EBMern Digital Factor am Start. Wie funktioniert denn die Zusammenarbeit so von Altenburg nach Leipzig? Ist die Einflugschneise angenehm?
 
Mike: Na ja, so richtig weit sind Altenburg und Leipzig ja nicht voneinander weg. Das hat die Arbeit sehr einfach gemacht und die Einflugsschneise ist uns allen wohl bekannt.
 
Das Gründungsmitglied Torsten Heise hat die Band im letzten Jahr verlassen. Was war der Anlass dazu und wie seid ihr mit der Entscheidung von Torsten umgegangen, Guido und Mike?
 
Mike: So etwas nimmt man nicht unbedingt locker hin. Immerhin habe ich mit Torsten seit 17 Jahren an Digital Factor gearbeitet. Dabei ist man so etwas wie eine Familie. Aber es war eine Trennung in Freundschaft. Wir haben auch vollkommen Verständnis für seine Entscheidung.
 
Guido: Obwohl ich nicht ganz so lange mit Torsten gearbeitet habe - ich bin erst 2000 zur Band hinzu gekommen - war es trotzdem ein komisches Gefühl, dass er jetzt nicht mehr dabei sein soll. Torsten hat Digital Factor nicht nur mit gegründet, er hat die Band auch sehr geprägt.
 
Ist da nicht ganz schön was, ich sage mal, für euch "weggebrochen"?
 
Mike: "Weggebrochen" ist natürlich die intensive Arbeit mit Torsten, die immer sehr viel Spaß gemacht hat. Digital Factor war immer eine Art Familie für alle, die mit der Band zu tun haben. Ein wichtiges Familienmitglied ist halt leider jetzt nicht mehr dabei. Aber wir sind trotzdem immer noch in Kontakt mit Torsten.
 
Ja und nun ist ja der Leo dabei. Im Pressetext wird beschrieben, dass dies für einen neuen Kreativitätsschub sorgte, den man hören und fühlen kann. Guido, wie fühlt sich dieser Kreativitätsschub für dich an?
 
Guido: Wir kennen Leo zwar schon länger und haben für das Mastering beim letzten Album schon mit ihm zusammen gearbeitet, aber Leo als Bandmitglied ist schon etwas anderes. Es kommen vollkommen neue Einflüsse hinzu und natürlich neue Ideen.

Und, Mike, für dich?
 
Mike: Wie ich schon gesagt habe, arbeiteten Torsten und ich seit 17 Jahren zusammen. Jetzt mit Leo neu an Bord mussten wir uns neu finden und sozusagen ausgetretene Pfade verlassen. Das war für "Trialog" genau richtig. Man hört noch immer Digital Factor, aber irgendetwas ist anders. Und genau so sollte ein neues Album klingen.
 
Leo, woher kommt die Kreativität bei dir in deinem Hirn?
 
Leo: Die Arbeit bei Digital Factor ist sehr angenehm. Es treffen sich drei Freunde und machen die Musik, die sie mögen. Es ist eine Atmosphäre, bei der jeder Ideen einbringen kann und nichts von vornherein verworfen wird. Das bringt ein kreatives Gehirn zum intensiven Arbeiten.
 
Leo, was ist jetzt eigentlich mit Y-Luk-O?
 
Leo: Derzeit steht Digital Factor im Mittelpunkt, was nicht ausschließt, dass es auch mal ein neues Y-Luk-O Album geben könnte.
 
Meiner Meinung nach fließt nun der Y-Luk-O Sound ein wenig in den von Digital Factor ein. Also, ich als Fan beider Kombos habe da schon so einige Gleichnisse festgestellt:  Theremin, einige Sequenzen und vor allem die Art deines Gesanges, Leo.
Wie entsteht nun eigentlich der Sound bei Digital Factor? Wer hat da die meisten Fäden in der Hand, Leo?
 
Leo: Einen Großteil der Kompositionen hat Mike gemacht und daraus Layouts produziert. Damit sind wir dann in mein Leipziger Studio gegangen und haben diese final ausproduziert und zum Teil auch noch einmal umgearbeitet. Das Gute für mich war, dass ich mich auf die Produktion konzentrieren und an vielen Details basteln konnte.
 
Dem Pressetext lässt sich entnehmen, dass man nach fast 20 Jahren im Musikbusiness noch immer innovativ, vielfältig und gleichzeitig wahrhaftig sein kann. Meine Betonung liegt absichtlich auf dem "wahrhaftig". Erkläre uns doch bitte mal die Digital Factor’sche Wahrhaftigkeit, Guido.
 
Guido: Wir haben keinen Trend gesucht, auf den wir aufspringen wollten. Wir haben einfach die Musik gemacht, die uns Spaß macht. Wir haben uns nicht verbogen.
 
Im Pressetext fallen Bandnamen wie Nitzer Ebb, Skinny Puppy, SPK oder auch Cabaret Voltaire. Sind diese eure Vorbilder?
 
Mike: Wir haben uns jetzt nicht vorgenommen, dass "Trialog" so klingen sollte. Es ist eher so, dass im Zuge der Vorbereitung der Promotion die Vergleiche entstanden sind, und damit können wir gut leben. Irgendwie ist es ja eine Art Qualitätsprädikat.  
 
Inwieweit lasst ihr euch von diesen Bands inspirieren?
 
Gudio: Wenn man diese Art von Musik macht, so wird man automatisch von diesen Klassikern der Szene beeinflusst. Aber dies geschieht vermutlich eher unbewusst. Wir haben dies jetzt nicht so geplant.
 
Ah, da fällt mir gerade noch etwas zu eurem Logo ein: Warum ist nun eine 3 auf dem Logo? Der Albumtitel ist "Trialog"...
Was bedeutet es genau, dass ihr nun die dritte Schaffensphase begonnen habt? Mike kann das wohl am besten erklären, oder?
 
Mike: Das ist richtig. Die ursprüngliche "2" am Logo war eine Idee eines Grafikers, mit dem wir zusammen gearbeitet haben, als Guido in die Band kam. Was lag also näher nach dem Wechsel zu Leo als das ganze mit einer "3" zu dokumentieren?
 
In den letzten Monaten ist im Hause Digital Factor ganz schön was passiert. Es geht voran, möchte man meinen. Erst geht Gründungsmitglied Torsten, dann stößt Leo hinzu, es entsteht ein neues Album und nun habt ihr auch noch einen Labelwechsel hinter euch. Wie kam der Deal mit Black Rain zustande?
 
Leo: Das ist eigentlich ganz einfach. Während der Produktion standen wir mit Black Rain in Kontakt und haben auch über einen gemeinsamen Weg gesprochen. Als das Album in einer ersten Fassung "hörfertig" war, haben wir diese Black Rain vorgestellt und waren mit den Jungs im Geschäft.
 
Welche neuen Türen öffnen sich nun durch den Wechsel zu Black Rain für euch?
 
Mike: Das kann man jetzt, noch vor dem Release, nicht wirklich sagen. Aber mit Black Rain haben wir Partner gefunden, die Lust und Spaß an Musik haben. Das findet man leider nicht bei jedem Label, mitunter ist hier das Geschäftliche wichtiger. Bei Black Rain hat sich etwas erhalten, was es einst in den 90ern überall gab: Enthusiasmus. Außerdem wird es bei Black Rain eine geniale Merchandise-Kollektion mit T-Shirts oder Schlüsselbändern geben.
 

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Webseite: Digital Factor Website


 

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Digital Factor - Trialog

Info

Künstler: Digital Factor
Label: Black Rain
Medienformat: CD, Album
Genre: EBM
Veröffentlichung: 09.09.2011
Soundcheck: [U] Wertung: 9 von 10

Tracklist

  1. Prelude
  2. Links rechts links
  3. I have to hit you
  4. Interlude no. 57
  5. You're going down
  6. This is the deal
  7. The neighbour
  8. Interlude no. 58
  9. Steam
  10. Depression
  11. A force of unknown people
  12. Interlude no. 60
  13. Come push me down
  14. The knife
  15. The way you lie

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