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« zurück » Rezensionen » Soundcheck » Klangstabil - Math & Emotion

Klangstabil - Math & Emotion


Veröffentlichungstermin: 17. Oktober 2008
Label: Ant-Zen
Genre: Industrial
[U] -Wertung:  10 von 10
[Basti am 05.11.2008 ]
Leserwertung: 9 aus (14) Stimmen

Bereits im Sommer 2005 wurde von Boris May und Maurizio Blanco die Ideen geboren ein Konzeptalbum mit dem Grundthema Schach zu kreieren. Folglich fiel die Wahl des Titels des aktuellen Albums ursprünglich auf „Mindchess“, wurde aber doch in „Math & Emotion“ geändert, was in den Augen und Ohren der Schöpfer ein passenderer Titel ist. Klangstabil wollen mit dem Thema des Schachspiels die Parallelen zwischen eben diesem „Kopf-Spiel“ und dem alltäglichen menschlichen Leben darstellen: Denken, Handeln, Logik und Herausforderung um nur einige Überschneidungen zu nennen, die dem einen oder anderen geläufig sein sollten!
Die Erwartungshaltung an „Math & Emotion“ war nach dem 2004er Release „Taking Nothing Seriously“ enorm hoch, hatte die Platte doch mit „You May Start“, „Push Yourself“ oder „Kill All Lifeforms“ wahre Perlen elektronischer Musik hervorgebracht.
Mit der aktuellen Veröffentlichung bewegen sich Klangstabil weiter auf ihren einsamen Pfaden, denn vergleichbares Material anderer Musikerkollegen ist zumindest mir in dieser Form nicht bekannt und das Duo besetzt somit ihre ganz eigene Schublade: Wie kaum ein anderes Projekt verbindet Klangstabil tiefe Melancholie mit experimentell-industriallastiger Härte, unglaubliche Klangwände mit feinen Melodien und rythmische Tanzbarkeit mit an Ambient grenzende Flächen. „Math & Emotion“ hat im Vergleich zum Vorgänger deutlich die Nase vorn. Zum Einen ließen May und Blanco noch viele weitere Ideen einfließen, was das Album weitaus abwechslungsreicher und kurzweiliger macht. Auch der Einsatz von englischen, deutschen und italienischen (!) Lyrics zeigt sich als äußerst interessant.
Das Album hat einfach alles, wirklich alles, was ein perfektes Elektronikalbum braucht: Begonnen mit „Math & Emotion – The Squareroot of One“, einer dermaßen druckvollen Klangwalze, die „You May Start“ ein mehr als würdiger Nachfolger ist und künftig für wenig Platz zur Entfaltung auf der Tanzfläche sorgen wird. Ein völlig anderes Erlebnis folgt mit „Perdere Per Vincere (The Italian Opening)“: Hier erwartet den Hörer mit den italienischen Vocals ein ganz besonderer Charme, welche aber wie an sich das ganze Album einen tiefen Schwermut mit sich trägt und somit die gesamte Grundstimmung des Albums trefflich wiedergibt!
So entwickelt sich nun das gesamte Album weiter: Kein Titel gleicht dem anderen, jeder hat sein Eigenleben, aber eine selten in Musik verpackte Tiefe haben sie alle gemein. Höhepunkte herauszustellen ist nahezu unmöglich, zumal die Lieder mit jedem Durchlauf immer mehr an Spannung gewinnen, wodurch auch anfangs schwerer zugängliche Stücke ihre umso intensivere Wirkung entfalten. Das traf in meinem Fall besonders auf „Twisted Words“ zu. Von mal zu mal wurde dieser Track immer intensiver und das unkonventionelle Sample entwickelte einen unheimlichen Gänsehauteffekt! Sei es weiterhin das getragene und wunderschöne „Love Has To Much Audience“ oder das motivierende „Lauf, Lauf!“ (das einen der aufbauendsten Texte hat, die ich je gehört habe): Auf „Math & Emotion“ reiht sich ein Höhepunkt an den anderen.

Zusammenfassend bleibt mir nur noch eine klare Kaufempfehlung abzugeben. Für mich ist „Math & Emotion“ eines der beeindruckendsten Werke, wenn nicht DAS beeindruckendste Werk diesen Jahres. Hier stimmt einfach alles: Anspruch, Abwechslung, Ideen, Tanzbarkeit und Tiefe! Perfekt!


Tracklist:


01 Math & Emotion - The square root of one
02 Perdere per vincere (The italian opening)
03 Love has too much audience
04 Fighting colours
05 Gridami
06 Hanham vs. Steinitz
07 Lauf, lauf!
08 Good night kingdom
09 Beziehungsohr
10 Twisted words

[U]ser Sammlung






weiterführende Links


Link: Klangstabil
Link: Ant-Zen




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