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« zurück » Rezensionen » Soundcheck » High Wycombe - Reverser

High Wycombe - Reverser


Veröffentlichungstermin: 02.02.2009
Label: Wycombe Music
Genre: Electro
[U] -Wertung:  10 von 10
[Markus am 10.01.2009 ]
Leserwertung: 8 aus (10) Stimmen

Es ist nie zu spät sich mit guter Musik zu beschäftigen. Im Falle von High Wycombe sind das nun satte 10 Jahre die ich aufzuholen habe. Bereits 1998 wurde das Debütalbum veröffentlicht doch bis heute war mir nicht mal der Name der Formation bekannt. Gottlob ändert sich das nun mit dem Album „reverser“.
Irgendwann hat jemand den Ausdruck „Intelligent Electro“ erfunden und meinte damit Bands wie z.B. Seabound. High Wycombe sind schwer zu katalogisieren, da man sich einen Dreck um Normen und Standards schert und hier passt das „Genre Intelligent Electro“ eigentlich wie die Faust aufs Auge, vor allem da eh niemand genau sagen kann was das nun eigentlich genau sein soll ;).
Im Falle von High Wycombe sind dies komplexe ElectroSounds die sich mit sphärischen Harmonien und sehr fremdartig anmutenden Samples zu einem sehr vielschichtigen Sound vermischen.

Nahezu alle Songs bauen auf ein solides Rhythmusgerüst auf. Interessanterweise erinnern diese Rhythmen nur sehr entfernt an alle Alben die ich im letzten Jahr so hören durfte/musste. Die Eigenständigkeit die hier an den Tag gelegt wird, zeigt das man es mit einem gestandenen Musiker zu tun hat der weis was er tut und seine komplette Erfahrung in das Album eingebracht hat. So gleicht kein Song dem anderen, an keiner Stelle hat man das Gefühl das in letzter Zeit schon einmal gehört zu haben und dennoch sind die Songs nicht so fremdartig das man laufen gehen möchte.
Der wohl auffälligste Track ist „Perturbation“. Denn hier wird mit Sprechgesang der anderen Art experimentiert. Klingt ein wenig nach einem Hörspielmusical, auf jeden fall ist das Ergebnis ist ganz großes Kino!
Um den berühmten Vergleich mit anderen Bands heranzuziehen ist hier gleich eine ganze Armada an Künstlern nötig. So ist die Experimentierfreudigkeit eines Daniel Myer zu seinen besten Zeiten zu nennen, oder Einflüsse von Kultbands wie „Yello“ und „Aphex Twin“.

Als Hörer vergisst man die Zeit, wird immer tiefer in den Klangkosmos hereingezogen und möchte diesen eigentlich auch gar nicht mehr verlassen. Für die Clubs ist das Werk nur bedingt geeignet, obwohl es an manchen Ecken ordentlich rumst. Mutigere DJ`s werden aber ihre helle Freude haben, endlich mal etwas anderes spielen zu können.
Das die CD dann noch in einem schicken Digipack daher kommt verstärkt nur noch den Eindruck, das man es hier mit einem Künstler zu tun hat der seine ganz eigene Electro Welt kreiert hat und diese innig liebt. Diese Liebe zur Musik kann ich da nur Erwidern. Alle Daumen hoch!
Hört euch dieses Album unbedingt an! Ran an die Kopfhörer, dreht den Lautstärkeregler nach Rechts und schließt die Augen! Das Jahr hat zwar gerade erst begonnen aber hier kommt schon das aller erste dicke Ausrufezeichen.


Tracklist:


01 Houngan
02 Cube
03 Room 101
04 Vocations
05 Polaroids
06 Patriot
07 Dame
08 Perturbation
09 Culture
10 Bokor
11 Room 101 (Reconstructed by Flaque)
12 Cube (Below The Surface Mix by XDynamics)

[U]ser Sammlung






weiterführende Links


Link: High Wycombe
Link: Wycombe Music




Kommentare Kommentare (2)


 

Seiten (1): [1]

Name Text
virus23

hm...

beim ersten hören fand ich die sounds auch recht cool. nach mehreren durchläufen finde ich, dass die meisten tracks nicht konsequent zu ende gedacht wurden. da plätschert zu viel vor sich hin. richtige songs sind das in den meisten fällen nicht geworden. auch klingt vieles zu sehr nach haujobb, nur reicht man eben nicht an deren klasse heran. wo dort alles wie aus einem guss und absolut eigenständig klingt, wird bei *high wycombe* deutlich, dass man sich zwar bemüht hat, allerdings die musikalischen fähigkeiten weitaus limitierter sind. es gibt eben keinen zweiten daniel myer. zu roh, zu kantig, zu sehr stückwerk, zu wenig fließend wirkt *reverser*. auch finde ich die auswahl der samples manchmal unpassend. besonders bei einem stück wie *bokor*. der sound ist ziemlich gut, auch wenn er sehr an haujobbs *ninetynine* erinnert, aber dieser lange monolog aus einem film ist einfach schlecht gewählt. nun ja. genug genörgelt. die veröffentlichung ist immer noch weitaus eigenständiger, als das ganze hellectro gedöhns welches inflationär auf den markt geschissen wird. ich gebe mal 3 von 5 punkten.

Kommentar melden | 01.06.2009 - 08:15:40

Basti Homepage

Deine Rezi trifft's perfekt...
Ein richtig geiles Album! Mich würde mal interessieren wie lange ein Track gedauert hat, soviele Effekte und Details da zu hören sind!?
_________________

Kommentar melden | 10.01.2009 - 17:54:43

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