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« zurück » Rezensionen » Soundcheck » Steinkind - Galle, Gift & Größenwahn

Steinkind - Galle, Gift & Größenwahn


Veröffentlichungstermin: 06.02.2009
Label: Vail Records
Genre: EBM
[U] -Wertung:  10 von 10
[Markus am 10.02.2009 ]
Leserwertung: 9 aus (35) Stimmen

Manchmal ist es ja so dass man ein Album hört und genau weiß dass dieses einen die nächsten Wochen verfolgen wird. Das es schlicht und ergreifend gut ist. Da braucht man dann eigentlich gar keinen zweiten Durchgang um eine Rezension abzugeben (wobei man das dann natürlich noch mal tut). Dieses Gefühl hatte ich jedenfalls beim Debütalbum der beiden Steinkinder Sàndor F. und Phil J. „Vom hier im jetzt“. Mit dem zweiten Album erging es mir zunächst anders. Nach dem ersten Durchgang war ich ein wenig enttäuscht. Doch natürlich gewährt man jedem eine zweite Chance den ersten Eindruck zu korrigieren.

Schon beim zweiten Mal konnte ich mich meinen ersten Eindruck selber nicht mehr nachvollziehen. So schlimm war das doch gar nicht, ganz im Gegenteil. Der Opener „Kindgott“ stellt gleich mal klar was hier noch folgen wird. „Mit Steinkind wird der Durchschnitt abgeschafft“ und wer die „dicksten Eier“ hat ist dann auch schnell klar. Klare, deutliche Worte die aber natürlich auch nach Taten schreien. Ein wenig erinnert mich das an die Selbstbeweihräucherung von Bands wie „Die Ärzte“ oder auch „Böhse Onkelz“ (ist es eigentlich verboten die beiden Bands in einem Satz zu haben :-)?).
Die geforderten Taten liefert Steinkind dann auch. Im Zentrum des musikalischen Schaffens steht auch weiterhin EBM, doch gelegentliche Ausflüge in andere, rockige Genres lockern das ganze auf. Egal welchen stilistischen Schwerpunkt die Band aber auch verwendet, zeigt sich das Album als eine homogene Einheit.

„Galle, Gift und Größenwahn „ überzeugt musikalisch durch Abwechslungsreichtum, roherEnergie, Aggressivität, sowie Ohrwurmartigen Refrains.
Das ändert aber nichts an der Tatsache dass auch dieses Album wieder für kontroversen sorgen dürfte. Es wird sicherlich gleichermaßen gefeiert, wie auch zerrissen. Steinkind polarisieren!
Was man der Band aber auf gar keinen Fall absprechen kann, ist der enorme Wieder erkennungswert. Steinkind klingt wie? Zieht man Myspace zu rate lautet die Antwort „nothing else“ und damit liegt man eigentlich auch goldrichtig. Denn richtig greifende Vergleiche wird man nur mühsam finden.
Mit G-Punkt (Raul) erfüllt man die Sexquote, mit einem lachenden Auge. „Wort“ lässt viel Raum für Interpretationen ;) „Weit, Weit Weg“ regt eher zum Nachdenken an. Es ist eben nicht alles Party was Steinkind heißt.

Steinkind etabliert sich mit ihrem zweiten Album an der Elektrofront. Die Weiterentwicklung ist unüberhörbar und hat der typisch rauhem Steinkindklang Gott sei Dank nicht geschadet.
Auch diese CD wird in die private „Heavy rotation“ aufgenommen werden.


Tracklist:


01 Kindgott
02 Arsch Rein
03 Disco-Anarchie
04 G-Punkt (Raul)
05 Wort
06 Ohne Dich
07 Weit, Weit Weg
08 Lügner
09 Ich bin zurück (Album Edit)
10 Warum
11 Krank
12 Nie mehr

[U]ser Sammlung






weiterführende Links


Link: Steinkind
Link: Vail Records




Kommentare Kommentare (1)


 

Seiten (1): [1]

Name Text
virus23

Da sind sie wieder. Die Jungs mit den dicksten Eiern. Die Erfinder der Electro-Punk.
Der wahre Underground eben.
Um eines vorweg zu nehmen. Das mit den dicksten Eiern kann und will ich nicht beurteilen.
Steinkind sind nicht der wahre, sondern die Ware Underground.
Den Electro-Punk haben schon andere vor Ihnen um einiges besser zelebriert. Man höre sich Alec Empire, Tommi Stumpff, Alien Sex Fiend, DAF, Lard, The Prodigy oder auch Suicide an.
Allerdings gehören ja Größenwahn, Überheblichkeit und Arroganz zu Steinkind. Ob nun als Stilmittel oder ehrlich gemeint, ist da egal. Peinlich wird es nur, wenn die Musik das Ganze nicht rechtfertigt. Das macht sie nämlich nicht. Altbackene Ravesounds treffen auf verzerrte Drums. Der Gesang zieht sich meist nölend, manchmal schreiend, ab und zu fast weinerlich durch die meisten Tracks und die angebliche Aussage in den Texten verkommt fast immer zu dem ewigen *ich disse alle, fick am besten, eigentlich liebt mich keiner, möchte gern geliebt werden, wir sind so authentisch* Geheule. Einzig der Song *Weit Weit weg* lässt hoffen.
Neuerdings bratzt man, wahrscheinlich um die fehlenden Ideen zu übertünchen, mit einer Gitarre über die Tracks. Hui. Wie außergewöhnlich. Machen Steinkind daran ihre Erfindung des Electro-Punk fest? Oder eher doch an den schlichten Drumkonstruktionen?
Die Leuchtstäbchen und Kunsthaarfraktion wird es sicherlich freuen. Endlich wieder ein paar Parolen mehr zum gröhlen. Baukasten Electro zum Bier saufen. Hach wie einfach kann die Welt doch manchmal sein.
Mögen Steinkind ein regionales *Phänomen* bleiben. Sie sind anders. Das mag stimmen. Aber eben auf ganz niedrigem Niveau.

Kommentar melden | 04.03.2009 - 05:27:31

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