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« zurück » Rezensionen » Soundcheck » Eden Weint Im Grab – Geysterstunde I

Eden Weint Im Grab – Geysterstunde I


Veröffentlichungstermin: 06.05.2011
Label: Winter Solitude
Genre: Gothic Metal
[U] -Wertung:  7 von 10
[MyMisery am 28.05.2011 ]
Leserwertung: 7 aus (2) Stimmen

Puh, das war mühsam. Das ist eigentlich so die erste Reaktion nach dem Hören des neuen Werkes "Geyerstunde I" von Eden Weint Im Grab, dem düstermetallischen Side-Projekt von Sascha Blach aka Alexander Paul Blake. Dabei ist das "mühsam" in erster Linie gar nicht mal negativ gemeint. Vielmehr dürfte "fordernd" als Synonym auch gut funktionieren.

Textlich und konzeptionell bewegt sich diese neue CD definitiv auf allerhöchstem Niveau. Musikalisch pendelt es zwischen Gothic Metal, Death Metal und Doom, aber auch mal Tango oder Jahrmarktsmusik hin und her. Nur so richtig mitreißend ist das trotzdem irgendwie nicht. Bedingt vergleichbar ist das Ganze vielleicht mit einer Reportage auf Arte: professionell, alternativ, trotzdem bieder, auf höchstem Niveau, aber wenig sexy. So ein Track wie "Moritat des Leierkastenmanns" ist eigentlich eine super Idee, musikalisch beiweiten nicht schlecht gemacht, versinkt aber dann denoch in einer zu literarisch-kopflastigen Monotonie. Auch das zitierte Kinderlied "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach" bei "Die Knochenmühle" ist – ja, etwas gewöhnungsbedürftig. "Geyerstunde", "Nautilus" oder "Der Nachtalb - Eine finstere Heimsuchung" lassen den bandtypischen Black Metal alter Tage hochleben. Dazwischen gibt es Interessantes ("Friedhof der Sterne" und "Irrfahrt durchs Leichen-Labyrinth"), Seltsames ("Tango Mortis (feat. Jan Lubitzki)") und eher Anstrengendes ("Ein Requiem in Sepia" oder "Gespenster-Revue im Theater Obszön").

Auch wenn vielleicht der Eindruck entstanden sein sollte, nein – "Geysterstunde I" ist beiweiten kein schlechtes Album. Es ist lediglich nicht "einfach". Erst beim mehrmaligen Hören erschließen sich die Tracks überhaupt. Eden Weint Im Grab sind äußerst kreativ und literarisch hochwertig, verpassen aber oftmals den Punkt, an dem Musik – ganz banal – einfach auch mal Spaß machen sollte.


Tracklist:

  1. Geysterstunde
  2. Moritat des Leierkastenmanns
  3. Armee der Wiedergänger
  4. Die Knochenmühle
  5. Ein Requiem in Sepia
  6. Feuer-Inferno (Vision Swedenborgs 1759)
  7. Nautilus
  8. Der Galgenvogel
  9. Gespenster-Revue im Theater Obszön
  10. Friedhof der Sterne
  11. Irrfahrt durchs Leichen-Labyrinth
  12. Taphephobie
  13. Tango Mortis (feat. Jan Lubitzki)
  14. Der Nachtalb - Eine finstere Heimsuchung
  15. Gang durch ein modriges Beinhaus





weiterführende Links


Link: Eden Weint Im Grab
Link: Winter Solitude




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