Die große Hellectro/Harsh Electro-Flut scheint gestoppt zu sein. Die Spreu vom Weizen trennt teilt sich damit immer deutlicher. Stand 2012 schaffen es nur noch ganz wenige neue Acts wirklich zu überzeugen. Ein Großteil der arrivierten Bands dreht sich vornehmlich und selbstverliebt im Kreis: Die Lorbeeren scheinen restlos aufgebraucht zu sein. In dieser Situation wagt nun das US-Amerikanische Projekt mit dem seltsamen Namen 00tz 00tz den Sprung aus dem Underground. Und das große Problem, an dem das Genre im Moment so leidet, wird auch beim dritten Album der Amis deutlich erkennbar. Das Duo aus der Bronx zeigt passablen Hellectro mit Rhythm Industrial-Einschlag, der aber zu keiner Zeit wirklich vom Hocker reißen kann. Ein weiteres Handicap ist die Female Voice, die schräg, holprig und trotz Verzerrung völlig drucklos klingt. Der Sound ist keineswegs schlecht, nach neuen Ideen oder Progressionen mag man ja schon gar nicht mehr fragen. Bester Track, da hier die männliche Stimme, die im Übrigen leicht an The Retrosic erinnert, fast gleichberechtigt ist, bleibt der Opener „Living Hell“. Der Rest ist mal gut, mal nett und mal langweilig und sogar nervig. „After Eden” wird sicher nicht in die Annalen des Genres eingehen, richtig schlecht ist es aber auch nicht.

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