18:30 Uhr waren wir schon in Stuttgart vor Ort und hatten noch ein wenig Zeit, ein paar nette Worte mit Micha, dem netten Manager von Phillip Boa zu plaudern.
Gegen 19.00 Uhr öffneten sich die Tore des für heute ausverkauften Universums, einem sehr gemütlichen Club mit sehr nettem Personal, im Zentrum von Stuttgart und im wahrsten Sinne des Wortes im Untergrund neben der U-Bahn gelegen.

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Aufgewachsen in England und Kanada, fängt Evi Vine schon früh an, ihre Gedanken in lyrischen Texten zu sammeln. Die musikalische Familie bietet dafür den passenden Rahmen und bietet die nötige Freiheit, ihr Talent zu fördern. Sie schlägt sich durch mit Gelegenheitsjobs, versucht in den USA eine Zeit lang ihr Glück, bis sie in London ihr musikalisches Zelt aufschlägt.
Evi Vine wird einigen bekannt sein, als sie im ersten Lineup von The Eden House das Album “Smoke and Mirrors” einigen Titeln ihre Stimme gab.
Ihr Debüt-Album von 2011 „And so the morning comes“ klingt nach Underground-Gothic-Folk, Dark-Pop-Wave oder besser, wie das unfassbar tiefgründige Universum einer jungen Künstlerin zwischen Selbstzweifel und Selbstbewusstsein. Symbolkräftig, einzigartig und doch nachvollziehbar. Evi Vines entrückter Gesang schwebt über flirrenden Gitarrenriffs. Harfe und Cello setzen betörende Akzente. Irgendwo zwischen Leonard Cohen und den Cocteau Twins. Eine Platte zum Tagträumen. Eine Anleitung zur Alltagsflucht. Es weckt unerkannte Sehnsüchte. Stimmt nachdenklich und schafft zuweilen eine verletzliche Intimität…

Pünktlich kurz vor 20 Uhr kamen die Londoner Evi Vine mit ihrer Band Steven Hill (Guitars, Drums, Synths) und Sam Astley (Guitars, Bass, Keys) auf die Bühne und man wurde von Anfang an mit melancholisch-sphärischer Musik umgeben. Evi Vine zog mit ihrer Stimme die Zuhörer auf magische Weise in ihren Bann in Begleitung schönster Gitarrenklänge und schwebenden Klangwelten aus Synths und Percussion. Ein sehr schöner Anfang eines wunderschönen Abend.

Setlist:

For The Dreamers
Inside Her
Colours Of The Night
This Is How I’m Feeling
Porcelain

PHILLIP BOA AND THE VOODOOCLUB sind eine der renommiertesten deutschen Bands überhaupt: Ihre Werke kennt (wissentlich oder unwissentlich) irgendwie jeder und sie sind als eine der wenigen deutschen Bands auch international von Kritikern und Fans anerkannt. So schaffte die Band als einzige deutsche Band, circa 10 “Single of the Week” und 4 “Album of the Week” Auszeichnungen in den britischen Musikmagazinen wie NME etc. zu bekommen. In Deutschland gelten sie als unbestechlich, Boa ist wegen seiner Weigerung, in kommerziellen Medien präsent zu sein, eine Art Gallionsfigur der Independentszene. Sein neuestes Album “Loyalty ” ist sein erfolgreichstes Album seit Mitte der Neunziger geworden. 2012 spielte er fast 40 umjubelte Konzerte und gilt heute mehr denn je als relevanter deutscher Songwriter mit einem eigenen, zeitlosen, international klingenden Musikstil.” Boa’s Texte schwanken zwischen Größenwahn und Selbstzweifel, vor Zynismus tropfenden Bildern, oft sehr persönlich; aber nie eindimensional und immer irgendwie heiter und sonnig innerhalb seiner ganzen Apokalypsen. Seine Beobachtungen von Menschen, unserer Gesellschaft etc. etc. sind scharf und bisweilen undefinierbar. Wegen der “lässigen Selbstironie” und dem sehr markanten, bisweilen bitterbösem Pop- Lyrikstil bescheinigte der NME (London) Boa “einer der Besten des Kontinents” zu sein. Selbst Spin (USA) würdigte die Individualität des Voodooclubs. Mit seiner Hymne “Kill Your Ideals” manifestierte Boa sehr früh seine Haltung: “Kunst ist Kunst und artfremde Unterstützung etwa durch Industrie, Werbung, Sponsoring, TV-Vermarktung etc. ist abzulehnen. Dass Boa durch diese stolze Haltung in den Jahren 2000 bis 2010 unterging und weitestgehend durch die Medien ignoriert wurde, änderte seine Haltung allerdings nicht im Geringsten. Diese Einstellung hat sich spätestens seit 2011 und endgültig mit seinem neuen Album „Loyalty“ bezahlt gemacht. Ausverkaufte Konzerte in sämtlichen Teilen der Republik zeugen von Anerkennung seiner Einstellung und Musik.
Nach einer kurzen Umbauphase erklang auf einmal „Bela Lugosi’s Dead“ von Bauhaus und es kamen nach und nach der VOODOOCLUB mit Maik T. (Bass), Oliver Klemm (Leadgitarre), Moses Pellberg (Drums) und Toett (Keys, Percussion) und am Ende auch Pia Lund und Herr Boa auf die Bühne und brachten als Opener den Song „Loyalty“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 2012. Der heutige Abend stand unter dem Motto „25 Singles Shows – PHILLIP BOA AND THE VOODOOCLUB spielen 25 bekannte Songs aus ihrem Gesamtwerk“.
Die Band passte gerade so auf die doch sehr kleine Bühne, was aber eine echte Clubatmosphäre schaffte.
Phillip Boa, wie man ihn kennt, gestikulierte wild mit Händen und seinem Körper zu seinen Songs und suchte öfters Kontakt z.b. auch mit Handshakes zum Publikum, was das Publikum wiederum mit sehr viel Sympathiezurufen beantwortete.
Er kündigte viele seiner Songs als Single an, was er nach dem Song wiederrief, dabei lachte und meinte dass er uns betrogen hätte. Er war an diesem Abend eben sehr zum Scherzen aufgelegt und super gut drauf!
Sehr emotionsgeladen war der Song „Deep In Velvet“ (Reduced) mit seinen wunderbaren Gitarren, ein wenig gedrosseltem Tempo und sehr gefühlvoll gesungen. Man spürte die Harmonie in der Band, welche ja schon sehr lange zusammen ist.
Auch die Stimmen von Pia und Phillip harmonierten sehr zusammen.
Was an diesem Abend ein wenig nervte waren Einige aus dem Publikum, welche in der Mitte der Menge das Pogen anfingen, was den restlichen Leuten, die halb umgeschmissen wurden natürlich nicht so gefiel und etwas Stress verbreitete.
Wir kamen in Stuttgart in den Genuss von 2 Zugaben und am Ende meinte Phillip, dass 25 Singles ganz schön lang ist, aber er das nächste mal 55 Singles spielen könne. Das wäre doch mal eine Maßnahme, was auch mir gefallen könnte.

“Das waren Abschiedsmelodien – zum letzten Mal mit Pia Lund – im Dezember, aber doch nicht im Schnee. Pia Lund nimmt mit dieser Tour Abschied vom Voodooclub, diesmal könnte es endgültig sein.
Ein Abschiedspräsent für Sängerin und Fans gibt es mit dem Album „Reduced!“. 17 Songs, die 2012 im alten Gewölbe der Leipziger Moritzbastei aufgenommen wurden.
Wie der Voodooclub anno 2014 aussieht, und wer Pias Part einnehmen soll, darüber wird aktuell noch gerätselt. Wir erinnern uns: Pia Lund hatte sich bereits einmal von der Band getrennt, damals kam Alison Galea von der maltesischen Band Beangrowers neu dazu. In einem Fan-Interview ließ Mr. Boa bereits durchblicken, dass er sich diese Lösung auch jetzt wünschen würde. Vielleicht bringen die Leipziger Abende eine Antwort – wir werden sehen.”
~ culturmag.de ~

Vielen Dank für diesen so wundervollen Abend an Evi Vine mit Band, an das gesamte Team des Voodooclubs und auch dem Manager Micha. Dieser Abend wird uns lange in Erinnerung bleiben. Sehr schade und traurig, dass wir wohl zum letzten Mal die tolle Stimme von Pia Lund live erleben durften.

Setlist:

Loyalty
I Dedicate My Soul to You
Ostrich
Rome in the Rain
Fine Art in Silver
Atlantic Claire
Andy W.
Want
This Is Michael
Hyperactive Cracker
Deep in Velvet
Til the Day We Are Both Forgotten
Love On Sale
So What
Lord Have Mercy with the 1-eyed
Diana
Annie Flies the Love Bomber
When the Wall of Voodoo Breaks

Zugabe 1:

Emma
Albert Is a Headbanger
I Don’t Need Your Summer
Bells of Sweetness
Container Love

Zugabe 2:

And Then She Kissed Her
Kill Your Ideals