Daniel Graves besser bekannt als Aesthetic Perfection hat sich für das Nachfolge Album zu „’til Death“ ordentlich Zeit gelassen.

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„Into The Black“ erscheint knapp 5 Jahre nach besagtem Meisterwerk. Allerdings war Daniel in der Zeit alles andere als Faul und lies immer wieder mit Singles aufhorchen und war ständig Live präsent.

Im Übrigen hat es keine der Singles, wie z.B. LAX oder „Ebb And Flow“ auf das Album geschafft, so das „Into The Black“ mit 10 brandneue Songs aufzuwarten hat.
Und gleich der Opener verschafft sich Raum! Das hier Richard Z. Kruspe von Rammstein die Gitarren gezupft hat ist eher eine Randnotiz.
Der Song spring ohne Warnung nach vorne. Industrial meets NDH und wenn es dazu noch eine Rap ähnliche Einlage gibt, dann weis Mann das hier nur Aesthetic Perfection am Werk sein kann. Niemand sonst vermag es, jede Menge Styles so unter einen Hut zu bringen und dabei so verdammt überzeugend zu klingen.

Nach der ersten Bombe bringt „Wickedness“ einen Dance Rhythmus mit und versprüht gute Laune. Einige unverwechselbaren AP Trademarks mit sind ebenfalls mit an Board.
„No Boys Allowed“ stürmt mit EBM lastigen Beats Richtung Tanzfläche, und auch hier gibt es einige einzigartige Kombinationen zu bestaunen.
Für Aesthetic Perfection hat Daniel ja vor einigen Jahren die Stilrichtung „Industrial Pop“ ausgerufen. Wer bislang keine Ahnung hat was sich dahinter verbergen könnte, dem sei „Supernatural“ ans Herz gelegt.

„Echoes“ ist ein ziemlich cooler, groovender Song und kommt weitgehend ohne aggressive Momente aus. Auch stimmlich hält sich Daniel zurück. Durch die sehr interessanten Beats hat auch dieser Song das gewisse etwas.
„We Wake Up“ spielt im Refrain mit 80er Jahre Pop und Daniel holt alle möglichen Facetten aus seiner Stimme heraus.
Beim Intro zu „If I Die“ musste ich an Popsongs der 90er Jahre denken. So könnte ein Soulpop Stück von einem dunkelhäutigem Sänger anfangen.
Doch dieses Feeling hält nicht lange an und wird binnen Sekunden durch ein Gitarrenriff zunichte gemacht. Der Popanteil findet sich aber im Refrain immer wieder.
„Saint Peter” ist der vielleicht am wenigsten überraschende Song auf dem Album. Eine Hommage an die ersten Aesthetic Perfection Tage. Durch seine Einfachheit aber ungemein wichtig, schüttelt der Track den Hörer doch einmal gewaltig durch. Das vermag auch das folgende „YOLO“, ist dabei aber nicht ganz so straight sondern hat ein paar Spielerein mehr zu bieten.

„Mourning Doves“ beendet die Industrial Pop Party. Verdammt die ersten Minuten könnten auch von einer Boy Band der 90er stammen. Doch gerade, wenn man denkt: Ok ein abschließender, langsamer Pop Song dreht Daniel stimmlich richtig auf. Wahnsinn! Das der Man singen kann wusste man ja, aber die Inbrunst mit der hier die Worte geschrien/gesungen werden ist schon beachtlich. Klingt schon dramatisch!

Into The Black ist der erste Hammer des Jahres. Ich hatte ein wenig befürchtung enttäuchst zu werden, denn das Album „’til Death“ dreht sich auch heute noch ziemlich oft im CD Player. Doch dem direkten Vergleich geht Daniel Graves geschickt aus dem Weg und zeigt mutig ein neues Gesicht des Industrial Pops.