Amnistia sind einer dieser Bands deren Alben ich höre, gut finde und die dann doch irgendwie im allgemeinen VÖ Feuer wieder ungerechtfertigt ein wenig untergehen. „Anti#Versus“, das vierte Album wirkt diesem aber nun ganz entschieden dagegen. Amnistia haben erfolgreich an Ihrer Auffassung von modernen Elektrosounds gearbeitet. Das Ergebnis klingt reifer, eindringlicher und bleibt im Gehör haften. Zwischen atmosphärischen Midtempo Song und roher Elektrogewalt pendeln sich die Songs ein. Aus diesem Rahmen prescht nur „Monologue“ hervor. Hier lässt das Trio seinen spielerischen, experimentellen Ideen freien Lauf. Amnistia galten ja bislang nicht ganz zu Unrecht, als eine Band mit einem eingeschränktem Interessenten Kreis. Dies könnte sich nun ändern, ohne dass sich die Band nun dafür großartig Verbiegen müsste, klingt das Album in meinen Ohren um einiges Massenkompatibler als bislang. Wobei Massenkompatibel im Zusammenhang mit dieser Szene, ja auch wieder nur eine kleinere Zielgruppe ergibt. Vielleicht ist „leichter zugänglich“ der bessere Ansatz. Ihren Grundzügen bleibt das Trio aber dennoch treu. Kein Trend dem man hinterher läuft hat seinen Einzug auf dem Silberling erhalten. Eigenständigkeit und Kompromisslosigkeit stehen an erster Stelle und das ist auch gut so. Mit „Licht und Schatten“ und „More“ hat man auch zwei Songs im Gepäck, welche das Zeug haben die Clubs zu stürmen und somit für erhöhte Aufmerksamkeit zu sorgen. Nie waren Amnistia besser als heute.

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