Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands! Willkommen in Köln!

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Das 13. Amphi Festival öffnete seine Tore! Über 40 Bands, Künstlern und anspruchsvollem Rahmenprogramm erwartete die über 12.500 Besucher aus über 30 Nationen. Schon am Freitag begann das Festival mit dem Eröffnungsevent „Call The Ship To Port“ auf der MS Rheinenergie.

Vom Dark Wave, Punk, Gothic, New Romantik, Futurepop, Elektropop bis zu Mittelalterrock und Hardrock war alles vertreten. Zwei Tage Vollgas waren angesagt.

Die Besucher waren wieder sehr vielfältig und teilweise anspruchsvoll angezogen.
Aufwändige, opulente Kostüme…. bei über 30 Grad in der Sonne bestimmt kein Spaß!
Da war Gären im eigenen Saft angesagt… Immer hart am Hitzschlag! Das ist Rock´n ´Roll!

Call The Ship To Port

Für das Eröffnungsevent des Amphi Festivals, zog es uns schon am Freitagabend Richtung Rhein. Die MS Rheinenergie, der größte Katamaran Europas, war Schauplatz. Aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers des Rheins musste der Anleger gewechselt werden. Somit war schon Freitags klar, das die weiteren Konzerte auf dem Schiff, der sogenannten Orbit Stage, nicht so einfach fußläufig zu erreichen sein werden. Das soll aber keinesfalls eine Kritik am Veranstalter darstellen. Was sollen die auch tun? Wasser in den Rhein kippen?

Mit knapp 1300 Besuchern, war das Schiff bis auf den letzten Platz ausgebucht. Erster Pluspunkt waren schonmal die Getränkepreise, die sich vom „normalen“ Tanzbrunnen Niveau deutlich abhoben.
Pünktlich stand mit Scheuber, der erste Act des Abends auf der Bühne. Dirk Scheuber kennen die meisten vermutlich als Keyboard der Band Project Pitchfork. Doch auch Solo machte der Mann eine gute Figur. Auch wenn man irgendwie das Gefühl hat, das er sich in der Rolle des Frontmannes nicht zu 100% wohlfühlt. Dennoch waren die Songs aus den beiden Soloalben ein netter Opener.

Ein ganz anderes Bild ergab sich, als Sascha Klein, besser bekannt als Neuroticfish die kleine Bühne betrat. Vom Publikum frenetisch gefeiert feuerte man einen Hit nach dem anderen ab. Egal vom „MFPL“ oder „Is It Dead“ oder natürlich „Velocity“. Das textsichere Publikum war in extremer Feierlaune und diese übertrug sich auf die Band, die zur Höchstform auflief. Nach dem Gig war klar, dass sich der Headline ordentlich ins Zeug legen muss um das noch zu toppen.

Bei Front 242 weiß man, gerade beim Amphi, nie so recht was einen erwartet. Da gab es ja auch schon ein abgebrochenes Konzert. Oder ich erinnere mich an den eher langweiligen Auftritt vor ein paar Jahren im Tanzbrunnentheater im Rahmen des „Christmas Balls“. Doch heute Abend sollte es besser werden. Sehr viel besser! Front 242 überzeugten diesmal von der ersten Minute an und steigerten sich dabei im Verlaufe des Konzertes. So sollte man das von dieser mehr als erfahrenen Band auch erwarten dürfen. Rein musikalisch gab es logischerweise keine allzu großen Überraschungen. Welche Songs man zu hören bekommt kann man sich eigentlich vorher schon ausmalen. Das tat der schweißtreibenden Stimmung keinen Abbruch. Die Oberkörperfreien Herrschaften vor der Bühne huldigten ihren Helden sowieso.
Einatmen – Ausatmen 21.07.2017 Köln war eines der besten Front Konzerte, die ich bislang sehen durfte.

„Prominente“ Fans an Board waren an diesem Abend übrigens Eskil Simonsson (Covenant), sowie Combichrist Frontmann Andy Laplegua [Markus]

Auszüge aus dem Programm:
Samstag, 22.07.2017
Eisfabrik
Alleine das Bühnenbild… Gletscher, Eiswüste… jetzt wird es frostig!
Eisfabrik – das ist ein künstlerisches Gesamtkonzept! Eisfabrik die Experten für alles Frostige das nicht nur musikalisch, sondern vor allem auch auf der visuellen Ebene funktioniert. Und wie gut das funktionieren kann, stellte die Band einmal mehr unter Beweis. Denn Eisfabrik gelang es, eine perfekte Show abzuliefern. Mehr noch: Es gelang ihnen sogar, ihre Spielfreude dergestalt auf das Publikum zu übertragen. „Der Eisbär“ auf der Bühne! Und man sah Skimützen im Publikum! Was soll man sagen: Da stimmte einfach die Chemie zwischen Künstler und Fan. Eisfabrik ist und bleibt einfach eine Band, die man erst erlebt hat, wenn man sie live gesehen hat.

Lord of the Lost
Chris Harms und seine Jungs betreten die Bühne während die Intros und schmettern “Drag me to hell” in die Boxen. Lord of the Lost sind härter geworden bei den letzten Veröffentlichungen. Haben sich aber zu einer echte Szenegröße entwickelt. Ein Konzert, was richtig Spaß machte.

Torul
Die slowenische Band „Torul“ durfte zum zweiten Mal beim Amphi Festival auftreten. Mit großer Spannung erwartete ich dabei natürlich den neuen Frontmann „Maj Valerij“. Wie würde sich das auf das den Auftritt auswirken? Nun um es vorweg zu nehmen, der gute Mann machte seinen Job recht gut. Natürlich wirken die alten Songs ein wenig so, als würde eine Coverband auf der Bühne stehen, aber so ist das nun mal wenn eine Band den Sänger tauschen muss. Alles in allem ein überzeugender Auftritt. [Markus]

Frozen Plasma
Vasi Vallis und Felix Marc betraten die Bühne und wurden sehr herzlich begrüßt. Sänger Felix begeisterte mit seiner ausdrucksstarken und charismatischen Stimme. Es war “Fitnesstraining” vom Feinsten angesagt. Mit Songs wie “Irony”, “Tanz die Revolution”, “Hypocrite” ging die Post ab. Leider ist die Theater Stage nicht klimatisiert. Teilweise steigt die Temperatur auf Saunafeeling.

Diary of Dreams
Rar haben sich Adrian Hates und seine Mannen in der letzten Zeit gemacht. Zumindest was die absolvierten Live Auftritte angeht. Dies soll sich spätestens ab dem Amphi ändern. Adrian Hates‘ unverwechselbaren Gesang in Kombination mit der Wärme der alten Songs durch Schlagzeug, Klavier, Akustikgitarre, Akustikbass, Cello, Kontrabass. Bei den Balladen konnte man von der der ersten Sekunde an eine Stecknadel fallen hören. Diary of Dreams waren einer der Höhepunkte am Sonntag.

Diorama
Obwohl die Jungs um Torben Wendt am Anfang große technische Probleme hatten, gaben mit etwas Verzögerung Vollgas. Aber nicht die Clubklassiker wurden präsentiert sondern auch die ruhigen emotionalen Titel. Aktuelle Titel und auch Klassiker wie „Advanced“ und „The Girls“ wurden präsentiert. Zum Ende hin wurde lauthals eine Zugabe gefordert. Gut, dass das Schiff, sprich der Orbit Stage klimatisiert war.

VNV Nation
Noch bevor Sänger Ronan & Co. richtig anfangen, wird es vor der Mainstage richtig voll, beständig strömen die Fans vor die Bühne. Ronan brauchte nicht lange und das Publikum war Wachs in seinen Händen. Er ist halt nicht nur der geborene Entertainer, sondern versprüht auch unablässig Unmengen an guter Laune und „Partyalarm“…
Es dauerte wie immer nicht lange, dann explodierten die Fans fast. Und dass ohne große Bühnendeko, ohne riesige LED Wände. Alleine Ronan und seiner grandiosen Bühnenpräsenz ist es zu verdanken, dass diese technischen Hilfsmittel nicht gebraucht wurden. Er könnte, glaube ich, jeden Saal und jedes Festival zum Kochen bringen. Auch seine Interaktionen mit dem Publikum, einfach klasse! Entertainment der gehobenen Klasse!
Dies alles trägt zur besonderen Atmosphäre an diesem Samstagabend bei. Was für ein schöner feierlicher Abschluss für den Amphi – Samstag.

Sonntag, 23.07.2017

Massive Ego
Es ist noch verdammt früh am Sonntagmorgen als Marc Massive und seine Mannen um 11:00 Uhr die Mainstage enterten. Dennoch waren schon zu diesem Zeitpunkt erstaunlich viele Zuschauer zugegen. Das grandiose Debutalbum der Band scheint also seine Anhänger gefunden zu haben und so wurde es ein denkwürdiger „Frühstücksauftritt“. Egal welchen Song die Band auch spielte, sei es „Low Life“, „She Uses Sex“ oder „Let Go“. Jeder Song ein Volltreffer. Zu „Haters Gonna Hate“ betrat noch der Hip Hopper „Bezelbub“ die Bühne. Viel zu schnell war dieser Auftritt vorbei. Bitte Massive Ego wieder zum Amphi holen und diesmal einen viel besseren Platz in der Setlist verpassen. Die Band hat es verdient. [Markus]

M.I.N.E.
Ein Aufritt auf einem Festival um 12:10 Uhr? Das wäre den Herren Jochen Schmalbach, Marcus Meyn und Volker Hinkel als Camouflage niemals passiert. Mit dem Projekt „M.I.N.E.“ muss man aber doch eher kleine Brötchen backen. Dennoch war die Bühne gut besucht und natürlich wurden auch jede Menge Camouflage Songs abgefeuert. Ein Auftritt der definitiv nochmal eine gute Werbung für das bald anstehende Debutalbum war. [Markus]

Stahlmann
Für die frühe Uhrzeit rockten Sänger Mart & Co. die Mainstage schon ordentlich.
Dennoch dauert es, bis das Amphi – Publikum zur Mittagszeit in Partystimmung war. War es zu heiß? Das man teilweise an die berühmte Band mit dem rollenden R denken muss und auch die Show teilweise frappierend ähnlich ist – geschenkt!
Es ging darum das Amphi – Publikum aus seiner Sonntag Mittagsträgheit zu holen! Das haben die Jungs mit Hits wie „Hass mich…lieb mich“ oder „Spring nicht“ geschafft. Insgesamt für die Uhrzeit und Hitze sehr gelungen…..

Das Ich
Endlich! Endlich mal wieder Das Ich in voller Besetzung sehen. Der letzte Aufritt auf dem Amphi Festival mit mehreren Gastsängern war ein wenig, nun sagen wir mal suboptimal. Hier und heute bekam man genau das, was man erwartet. Eine sehr gut aufgelegte Band. Jetzt schon legendär Brunos bitte, dass doch mal jemand von hinten die Setlist holen würde, weil er sonst nicht wisse was er spielen soll. Auf dieser Setlist, die er dann auch irgendwann bekam standen alles Songs die man im Rahmen eines knapp 50 Minütigen Auftrittes vermuten würde. Ohne „Gottes Tod“, „Kannibale“ und „Kain und Abel“ wäre es sowieso niemals gegangen. Das Ich rockten den Tanzbrunnen [Markus]

Combichrist
Andy LaPlegua rockte die Bühne der Mainstage. Das Set bestand aus einem Querschnitt aus
altbekannten Hits und aktuellen Songs. Natürlich fehlten nicht die Alltime – Favorites wie „Shut up and swallow“, „Today I woke to the rain of blood“. Ohne Ohrenschutz gab es Ohrenschmerz…. Krasse Elektroaktion….

Apoptygma Berzerk
Nach einer kurzen Umbaupause übernahmen Frontmann Stephan Groth, Geir Bratland, Angel and Fredrik Brarud das Kommando und hatten die Menge von vorneherein gut im Griff. Die Herren begannen mit Klassikern wie „Love never dies“ und “Shine On” der Track, welcher der breiten Masse wohl am ehesten bekannt ist. Es folgten Titel aus dem aktuellen Album „Rocket Science“. Insgesamt war das Set sehr “rocklastig”, was der ApopEntwicklung der letzten Zeit entspricht. Hits wie „You And Me Against The World”, “Love to blame” und natürlich “In this together” durften nicht fehlen. Ein Highlight war das geniale “Until the end of the world” vom 2002er Album “Harmonizer”, welches ebenfalls sehr gut ankam. Jetzt war Party angesagt! Dies war einer der besten Auftritte des Amphi 2017!

Was gut war:
Ein historischer Moment! Man kann nichts Negatives über das Sicherheitspersonal sagen!
Vorab wurden strenge bis strengste Kontrollen angekündigt bzw. angedroht. Man hatte sich auf das Schlimmste eingestellt und dann gingen die Kontrollen doch sehr reibungslos über die Bühne. Nett, höflich, flexibel, hilfsbereit, lösungsorientiert… so macht es Spaß zusammen
zu arbeiten… so freut man sich auf ein Wiedersehen, so ist es für alle Beteiligten stressfrei und angenehm. An alle Sicherheitsfachkräfte: Ihr habt maßgeblich zum guten, reibungslosen Ablauf des Festivals beigetragen. Vielen Dank hierfür…. Daumen hoch!
Das die Orbit Stage nicht 300 m vom Hauptfestivalgelände entfernt war, wie im letzten Jahr… hierfür konnte keiner was. Der Busshuttle war gut organisiert. Da gab es nichts zu meckern!
Und auch der Zugang zum Theater wurde bestens, ohne zweiten Eingang gelöst! Organisatorisch gab es nichts zu meckern diesmal.

Was wir nicht mehr erleben wollen:
Herr Benecke hat seine Zeit überschritten….
Kopflos, Konzeptlos, Humorlos… bzw. einfach unvorbereitet ging er auf die Bühne! So unser Eindruck! Dahingestammelte, unverständliche Anmoderationen! Frechheit!
Waren das alkoholbedingte Aussetzer?
Holt Honey (Welle:Erdball) zurück… oder eine andere Alternative!

Kein Problem des Amphi Festivals, aber Leute. Wieso seid ihr auf einem Konzert und habt nichts Besseres zu tun als euer Smartphone in die Höhe zu halten. Braucht man die Youtube Videos mit miserablem Sound wirklich? Man man man….

Es war ein schönes, stimmungsvolles und abwechslungsreiches Wochenende, das hinter uns liegt. Schön war es auch, mal wieder viele, gute alte Bekannte zu treffen.
Sind wir nicht alle ein bisschen Amphi? Bis zum nächsten Jahr! Wir freuen uns schon….

Fotos: Nuraya www.dunkel-volk.de