And One – Hannover, Capitol 11.04.2008

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Als wir kurz vor 20 Uhr am Freitag Abend das Capitol betraten, war es schon gut gefüllt. Erwartungvoll wurden die letzten Getränke an der Bar bestellt, bevor um 20.10 Uhr Alexander Marcus die Bühne mit einen Globus betrat, der verhalten und (aus)-lachend empfangen wurde. Alexander Marcus tritt wie ein Abiturient bei seiner Abschlussfeier auf, in Anzug, Bundfaltenhose und mit gegelten zurückgelegten Haaren. Die erste Reihe in der Konzerthalle hat ihm den Empfang leichter gemacht und den wohl für viele AND ONE Fans unerwünschten Special Guest, gefeiert. Ein Versuch aus Breakdance-Einlagen sollte die aus ganz Deutschland angereisten Fans milde stimmen. Das Publikum hat nur nach Aufforderung mitgesungen. “Papaya” durfte in seinem kurzen 20 minütigen Auftritt nicht fehlen. Unter Zugaberufen, die zum Teil nicht Ernst gemeint waren, mischten sich auch viele Buhrufe und viele waren erleichtert als Alexander Marcus fluchtartig die Bühne verliess. Als Nach einigen Minuten das Banner von Alexander Marcus von der Bühne geholt wurde, gab es einen grossen Aufschrei vor Erleichterung, begleitet mit Applaus.

Inzwischen ist das Capitol gut gefüllt, trotzdem hat And One bis 21.08 Uhr auf sich warten lassen. Nachdem die Lichter gelöscht wurden erklang das Intro von A-HA’s Klassiker “The Sun Always Shines On TV”, der zum Anfang des Liedes noch hinterm Vorhang dargeboten wurde. Als kurze Zeit später der Vorhang fiel, erblickte man einen gutgelaunten Steve, dem ich aber das nicht so abgenommen habe. Gio und Chris waren zum Anfang des Konzertes sehr ruhig hinter ihren Synthies.

Leider war der Sound während des Konzertes nicht so gut, viel zu viel Bass, sodass der Sound sehr kratzig war. Nachdem die letzten Töne ders 1. Songs erklangen gratulierte Steve Gio zum Geburtstag, was als kleiner Scherz am Rande zu verstehen war, weil dieser ist ja erst am 13.08., gefolgt mit riesigem Gekreische, als die ersten Töne von “Stand The Pain” erklangen. Die neu arrangierten AND ONE Songs haben sich zum Teil gegenüber der Bodypop Tour 2006 unterschieden. Leider sind die Lieder viel zu kurz ausgefallen, was einigen anderen Fans auch aufgefallen war. Bei vielen Coverversionen fiel auf, dass sie entweder viel zu schnell oder zu langsam interpretiert wurden, was bei mir auf Ablehnung stiess, weil der Song damit kaputtgemacht wurde. Auch der Gesang, mit einigen Textunsicherheiten, wurde meiner Ansicht nach nur runtergesungen.

Die Stimmung im Publikum stieg nur wirklich bei den AND ONE Songs, die Coverversionen wurden gerne mitangehört, aber haben nicht wirklich für ein gutes Konzert gesorgt. Gegenüber den ersten beiden Konzerten dieser kurzen Tour, wurden “Consequence Of Time”, “Enjoy The Unknown” und “Schmerzengel” mit in die Setliste aufgenommen. “True Faith” von New Order hatte musikalisch nicht viel von dem Original, daher hatte ich den Song nur am Text erkannt.

Die Tanzeinlagen von Steve hatten auch schon bessere Tage gesehen, sie wirkten schwerfällig. Vielleicht lag es aber auch daran, das die Bühne viel zu überladen war mit ihren grossen Synthiesizeraufbauten. Es gab aber auch Lieder die zum Schunkeln und Wippen animierten, wie das Lied von Yazoo “Only You”. Während des Liedes hat ein Fan in der ersten Reihe halb Links ein kleines Poster aufgerollt und Steve entgegengestreckt, der dieses selbstgemalte Portrait von ihm dankend entgegennahm und dem Publikum zeigte. Gut das man “Blue Monday” von New Order kannte, wäre es von AND ONE, wäre dieser Song in dieser Form nicht zum Hit geworden.

Das Rumgeschreie von Steve hat den Song völlig zerstört. Anscheind wurde Steve während des Konzertes selbst langweilig, als “So Klingt Liebe” dargeboten wurde und schrie in sein Micro “Wer will mit mir ficken?!”. Selbst Steve hat wohl mitbekommen, dass das Konzert hier in Hannover nicht das Beste war, indem er immer wieder die Zustimmung zu seiner Person und der Band bei den Fans gesucht hat.

Nachdem Chris zu den letzten Songs mit zu Steve auf die Bühne kam, wurde die Stimmung in der Band etwas lockerer. Die letzten 2 Songs wurden A Capella angesungen und immer wieder wurde das Publikum mit einbezogen mitzusingen. Um 23.20 Uhr gab Steve Naghavi das Ende des Konzertes bekannt, mit der Durchsage, das im Anschluss an diesem Konzert eine Aftershowparty im Rahmen der “New Wave Night” erfolgt, wo AND ONE den Fans Autogramme gaben und sich bei einem kleinen Gespräch mit ihnen fotografieren liessen.

Spielzeit: 132 Minuten

Für mich muss ich sagen das dieses Konzert in einer schönen Lokation stattfand, aber das
schlechteste Konzert war, das ich bis dahin von AND ONE besucht habe. Mit dieser Meinung stehe ich leider nicht ganz alleine da, welche ich aus vielen Gesprächen auf der Aftershowparty raushörte.

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