Es war uns eine ganz spezielle Freude, Frau Annie Bertram, beim Aufbau ihrer Ausstellung „Re-Annie-Mated – Dreams of Decay“ im H.R. Giger Museum in der Schweiz in Gruyères mit zu helfen. Wir haben dort 4 wundervolle Tage verbracht.

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Der Aufbau über 3 Räume ging sehr gut über die Bühne, so dass wir doch eher als gedacht etwas entspannen konnten und noch einen schönen Abend gemeinsam hatten. Auch das Model Definity Berlin und der Künstler Louis Fleischauer waren mit einigen Stücken tragbarer Kunst dabei, aber auch das Model Lisa Denise, um am Samstag diese Kunst mit vorzuführen. Am Abend kamen Sonja Kraushofer mit ihren beiden Musiker André Wahl und Lukas Materzok mit ins Boot. Nun waren wir komplett.

Die Eröffnung der Vernissage in der Galerie des HR Giger Msueums begann gegen 17 Uhr mit Sonja Kraushofer/Gesang und André Wahl/Klavier mit den Stücken
1. „Immerfrühling“ (unveröffentlicht)
2. „Endlessly“ (Muse Cover).

Seit vielen Jahren reist Annie Bertram durch Europa, um Orte zu dokumentieren, die eine magische Anziehungskraft und Inspiration auf sie ausüben. Oft sind es alte marode und geschichtsträchtige Schlösser, Gebäude und Industrieruinen. Sie sind zu einem festen Bestandteil ihrer Fotokunst geworden. Beim Erkunden von Gängen und Räumen beflügelt sie ihre Fantasie und vor ihren Augen entstehen geheimnisvollen Geschichten, die an diesen Orten stattgefunden haben könnten – Wesen, die dort umherschweiften und dort lebten.
Annie Bertram, eine wundervolle Fotokünstlerin und HR Gigers Lieblingsfotografin sollte uns nun mit „Re-Annie-Mated – Dreams of Decay“ in Geschichten aus einer vergessenen Welt, eingefangen in wundervolle Fotografien, entführen.
Vorab gab es aber noch eine Laudatio von ihrem Lebensgefährten Patrick Crass, der ihr Leben als Fotokünstlerin dem Publikum sehr schön näherbrachte und allen eine Erklärung zu allen 3 Räumen gab. Fotografien auf Leinwand, deren Geschichten und Kostüme der Protagonisten, bilden ein außergewöhnlich sinnliches Ausstellungskonzept.
Raum 1, in dem auch die Eröffnung stattfand, war geprägt vom Thema „RE-ANNIE-MATED“ Träume des Verfalls – „Breite deine brennenden Schwingen aus und fliege Phönix“ -. Raum 2 zeigte uns „Vergessene Welten“ – wie schön doch Lost Places sein können und im Raum 3 war eine Hommage an HR Giger.

HR Giger galt als einer der großen Vertreter des Phantastischen Realismus und des Surrealismus. Sein künstlerisches Werk zeichnet sich durch den für Giger charakteristischen „biomechanischen Stil“ aus – eine Vermischung aus Mechanik und Lebendigem. Nur wenige Künstler wecken so viel Faszination wie HR Giger, ein mythischer Name in der Welt des Phantastischen. Sein einmaliges graphisches und malerisches Werk ist angefüllt mit ungewöhnlichen, bizarren und phantastischen Formen. Gigers Biomechanoide sind Archetypen, surrealistische Wesen, die als Metapher für die menschliche Natur dienen, in der Chirurgie und genetische Manipulation solche Kreaturen ermöglichen könnten. In der Airbrush-Technik, die er maßgeblich mitentwickelte, fand er die perfekte Form für die Darstellung seiner Mutantenwesen.
Außerdem machte er sich als Designer in der Filmbranche einen Namen: Durch sein Filmdesign für zahlreiche Kinofilme, darunter Ridley Scotts „Alien“, wurde HR Giger weltweit berühmt. 1980 bekam er dafür den Oscar in der Kategorie „Best Achievement for Visual Effects“. Weitere Designs für Filme wie „Dune – Der Wüstenplanet“, “Poltergeist II” (1986), “Alien III” (1992), “Batman Forever” oder “Species” folgten.
Ausstellungen präsentierten Gigers Werke u.a. in Tokio, New York, Paris und Wien. 1998 wurde im Schloss St. Germain in Gruyères das HR Giger Museum eröffnet. Neben Zeichnungen, Gemälden, Graphiken und Skulpturen werden auch Möbel und natürlich Gigers Filmdesign ausgestellt.

Gegen 18 Uhr fand im großen Saal des Museums ein Apéro statt und nun folgte auch gleich das Konzert mit Sonja Kraushofer/Gesang und André Wahl/Flügel und Lukas Materzok/Stimme. Sonja Kraushofer faszinierte uns an diesem Abend mit ihrer Stimme. Ihre Bühnenshow war surreal, atemberaubend, unverwechselbar, facettenreich und bescherte mir und sicher vielen anderen im Publikum auch Gänsehaut.
Sie steht seit über 20 Jahren höchst erfolgreich auf der Bühne. Als Frontfrau von Elektro-Urgestein L’ÂME IMMORTELLE, Rockröhre von COMA DIVINE, oder klassisch mit ihrer Band PERSEPHONE.
Unter ihrem Namen präsentierte sie uns heute Abend Songs aus ihrer Karriere in komplett neuem Gewand. Musikalisch nackt, verletzbar, intim: Nur von Klavier begleitet begann an diesem Abend eine ebenso poetische wie verspielte Reise durch ihr Schaffen. André Wahl, ein sehr sympathischer junger Mann sang und spielte am Flügel mit einer Leichtigkeit und Perfektion, die mich emotional stark berührte. Lukas Materzok ist Schauspieler und Schriftsteller und seine surrealen, romantischen Texte waren Teil des Konzertes, welche er zauberhaft vorgetragen hat.
Ein wundervolles Konzert mit viel Emotionen ging viel zu schnell zu Ende. Ein großes Dankeschön an Sonja, André und Lukas dafür, ihr wart wirklich klasse, beeindruckend und wir sehen uns sicher wieder!

Setlist im Saal:

3. Everything you want (Coma Divine)
4. Für Ihn (unveröffentlicht)
5. Fallen Angel (L´âme immortelle)
6. The Vampyre of Time and Memory (Queens of the Stone Age cover)
7. The Odd One Out (Coma Divine)
8. Mean (Persephone)
**Text (Der Baum) / Instrumental
9. Another Day (L´âme immortelle)
10. Relfection (Persephone)
**Text (Einst träumte ich von einem Leben)
11. Mad World (Tears for fears cover)
Anlässlich des 3. Todestag des Schweizer Künstlers H. R. Giger gingen Angehörige und Freunde anschließend noch ans Grab auf dem Friedhof in Gruyère um HR. Giger zu gedenken. Das Grabmal wurde von seiner Frau Carmen Giger entworfen und einer antiken ägyptischen Grabplatte nachempfunden. Herausgearbeitet wurde die Platte aus einem aus Indien stammenden Galaxy- Naturstein. Die Form des Rahmens der Platte sei einem Tisch nachempfunden, welchen der Künstler für seine Abschlussarbeit an der Kunstgewerbeschule in Zürich modelliert und geschreinert habe. Das Grab war wunderschön mit Rosen umrahmt.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle Künstler die diese Vernissage unvergesslich gemacht haben.