Das Electroduo „Arctic Sunrise“ veröffentlichte dieser Tage sein Debütalbum „A Smarter Enemy“. Die beiden Herren aus Mönchengladbach waren mir mit der Single „Dumb“ zum ersten male aufgefallen, allerdings habe ich zu diesem Zeitpunkt diese Band wohl falsch eingeschätzt. Das was hier in den letzten zwei Jahren zusammengewerkelt wurde ist viel größer als „Dumb“. Musikalisch kann man sich das so vorstellen: A Spell Inside gehen mit De/Vision ins Studio und aus dem Nachbarstudio gelangen noch einige klänge von Seabound mit auf die Aufnahme. Ganz klar orientiert sich Arctic Sunrise an großen musikalischen Szenegrößen, dabei gelingt es ihnen aber, daraus etwas Neues zu erschaffen. Vor den musikalischen Vorbildern muss man sich dabei keineswegs verstecken. „A Smarter Enemy“ ist ein verdammt vielschichtiges Werk, welches sich im Klangspektrum zwischen Synthiepop und EBM bewegt. Torsten Verlinden`s Gesangsstimme ist vermutlich der Grund, warum mir spontan „A Spell Inside“ einfielen, als ich das Album zum ersten Male gehört habe. Eine sehr markante Stimme, die er gut einzusetzen vermag. Dass man die Songs ziemlich schnell mitsingen kann, zeugt dann noch von einer nicht zu unterschätzenden Eingängigkeit. Dies ist aber nicht zu verwechseln mit Eintönigkeit, denn unter der scheinbar, einfach zu durchschauenden Oberfläche, spielt sich Soundtechnisch einiges mehr ab. Diese Liebe zum Detail, war mir bei „Dump“ nicht unbedingt aufgefallen, aber gleich der Opener „Twilight“ offenbart diese. Nach einem kurzem, aber geschmackvollem Intro, zieht der Song seine Hörer gleich in den Bann. Ohrwurmcharakter haben so ziemlich alle Songs. Egal ob das flotte „200 Souls“ oder das zurückgenommene „Somebody Says“. „Real Life“ fungiert als Single Nummero Zwei und ist eine kluge Wahl. Kalte Elektronik (Seabound), wummernde Bässe und aufwühlende Beats treffen auf den markanten Gesang, der das ganze erneut garniert. „Violet“ haut in die gleiche Kerbe, färbt das Klangbild gefühlstechnisch aber „Tiefschwarz“.

Advertisement

Das die beiden Musiker nicht erst gestern angefangen haben sich musikalisch zu betätigen, hört man „A Smarter Enemy“ an. Trotz dem klaren Bezug zu altgedienten Bands, erschafft das Duo ein Elektroalbum welches erfreulich, erfrischend und abwechslungsreich daher kommt. Ein echtes Highlight des Jahres! Die Messlatte für kommende Alben haben sich die beiden selbst verdammt hoch gelegt. So wie hier aber agiert wurde, traue ich der Band sogar noch eine Steigerung zu. Dann wird man wohl Newcomer mit A Spell Inside, De/Vision und Arctic Sunrise vergleichen.