Magnus Peterson, Robert Gustafsson & Stefan Gustafson aus Schweden, agieren schon einige Zeit als EBM Trio, doch bislang eher unterhalb des Radars der breiteren Öffentlichkeit. Mit „600 Pounds Of Body“ lässt man nun nach knapp 10jähriger Bandgeschichte, das erste Album auf die Menschheit los, nachdem man zuvor das ganze via CD-R in Eigenregie tat. Mit der Unterstützung des amerikanischen Labels „Electro Agression Records“ sammelte man die besten Songs der letzten 10 Jahre und bündelte diese zu einem neuen Werk zusammen. Dabei sind satte 23 Songs und zusätzliche 19 Remixe zusammengekommen. Value for Money! Die Quantität stimmt auf jeden Fall. Qualitativ wechseln sich jedoch Licht und Schatten ab. Man merkt dem Album deutlich an, das die Songs aus verschiedenen Phasen stammen und nicht alles was die drei Herren uns da servieren, schmeckt nach oberer Sterneküche. Der Opener „Telephone Terror“ jedoch lässt erstmal mit seiner brachialen Kickdrumattacke das Herz des EBMers höherschlagen. Die markante Stimme von Magnus Peterson passt sich wunderbar der zu Grunde liegenden Bassline an. Ein wahrlich gelungener Opener, der schnell durch das düsterere „Unknown Soldier“ abgelöst wird. Zu dem Rhythmus, der zum Titel passend, an einen Marsch angelehnt ist, gesellt sich ein melancholischer Unterton. Jegliche Melancholie verfliegt bei dem folgenden „No Surrender“ jedoch schnell wieder. Hier kommt eine EBM Granate mit erhöhter Geschwindigkeit! Im weiteren Verlauf des Albums fällt jedoch auf, das „Astma“ sich hin und wieder ein wenig Lieblos an den Drums vergehen. Die Detail Verliebtheit, die zuletzt zum Beispiel NZ grandios an den Tag gelegt haben, geht bei den drei Schweden leider ein wenig unter. So klingt vieles nicht nur sehr ähnlich (was bei dem Genre, ja noch zu verschmerzen wäre), sondern hier und da auch ein bisschen beliebig. „Cut It Short“ bildet da eine Ausnahme. Der Track besticht durch seine Dynamik und reist den Hörer einfach mit. „Where Are You“ lässt ebenfalls aufhorchen. Ein wahres Klangmonster, bei dem das Trio mit Flächen Sounds und Samples spielt. Warum nicht öfter so? Sicher finden sich unter den 23 Songs noch ein paar Perlen mehr, als die hier namentlich erwähnten. Der ganz große Knaller ist hier allerdings die Remix-Bonus CD. Nun ist es ja eigentlich so, dass ich um Remixsammelsurien meist einen großen Bogen mache, doch nach nur wenigen Sekunden, hat mit Signal Aout42 mit dem „Skinning Mix“ zu „Mr. Miller“ bereits eingefangen.
Die Begeisterung wächst von Track zu Track mehr. Sicher ist auch hier nicht alles Gold, doch in der Summe ist das die vielleicht Spannendste Remixsammlung der letzten Jahre und so leid es mir auch tut, dem eigentlichen Album um Längen überlegen.

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Astma kann man sicherlich jedem ans Herz legen, der sich bei den „Familientreffen“ zuhause fühlt.
Ansonsten finden sich sicher auch für „Ottonormal EBMer“ ein paar fette Tracks auf einem der beiden Silberlinge. Leider aber mit doch einigem Pausenfüllermaterial angereichert.