Hellectro aus Mexiko. Eine Band, die sich so in etwa als „Bestien des Angriffs“ bezeichnet und mit dem Debütalbum „Sectas De La Guerra“ dem Krieg huldigt? Promofotos mit Pistolen? Wie, das alles reißt jetzt niemand mehr vom Hocker? Ja sag einmal, wie kommt`s? Das Hellectro- oder Harsh Electro-Genre stagniert. Die Veröffentlichungsflut des vergangenen Jahrzehnts geht merklich zurück. Die verbliebenen Releases schaffen kaum etwas Neues zutage außer großer Reproduktion und Langweile. Selbst vermeidliche Genre-Größen und ruhmreiche Vorreiter verfallen in Selbstkopie und endlose Wiederholung. Ideen für Weiterentwicklung und Neuinterpretation der Musik sind zwar da. Nur werden diese bis dato leider nur sehr halbherzig verfolgt. Bestias De Asalto erfinden das Rad nun ebenso wenig neu, wenngleich sie durchaus ordentliche Ansätze zeigen und sogar begrenzt ein wenig wohliges Underground-Feeling verbreiten können. Wuchtiger, harscher Elektro mit ordentlich Power, verzerrtem Kreischgesang, guten Melodien und ein martialisches Auftreten: Stilelemente, die durchaus ihren Reiz haben. Doch deren Zugkraft schwindet bedenklich. Dabei sind mit dem infernalischen Opener „Infernal Gun Machine“, dem hymnenhaften „Himno De Guerra“ oder dem enorm druckvollen Titeltrack „Sectas de la Guerra“ doch richtige Kracher dabei. Nur könnten diese auch genauso gut auf einer der letzten Hocico-, Amduscia- oder C-Lekktor-Alben veröffentlicht worden sein. Hier einen Unterschied zu finden, ist nicht die leichteste Übung.

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