Hallo Nils, hallo Andre wie geht es euch heute? Stellt euch bitte kurz vor

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Andre: Ja, hallo. Mein Name ist Andre von der Band Beyond Obsession. Es ist ein tolles Gefühl, wir haben hier zum ersten Mal auf diesem fantastischen Festival gespielt. Es ist dolle heiß heute und wir müssen viel Trinken, aber das tun wir.

Nils: Ich bin Nils von Beyond Obsession und heute haben wir hier um 11:00 Uhr beim Amphi Festival spielen dürfen. Es war ein großartiges Konzert. Es war sehr aufregend für uns, und da wir die ersten waren, sind wir froh und jetzt wieder ausruhen zu können. Es hat viel Spaß gemacht.

Ihr habt es ja bereits erwähnt. Ihr habt heute im Rahmen des Amphi 2016 ein Konzert gespielt. Was bedeutet es für euch? Wie wichtig ist es auf dem Amphi zu spielen und spielt ihr überhaupt gerne Konzerte?
Nils: Ja wir machen sehr gerne Live Musik. Für uns ist es halt wichtig, dass wir eine gewisse Entwicklung haben und dass wir auch besser werden wohlen. Wir wollen Liveerfahrungen sammeln und so schließt sich das Amphi für uns chronologisch an eine Kette von Konzerten an. Es war das erste Festival in dieser Größenordnung, wo wir gespielt haben. Wir hatten ja schon das Glück Bands begleiten zu düfen, wie And One, Solar Fake oder auch Camouflage unterstützen durften.

Du hast eben schon ein paar Namen genannt. In letzter Zeit habt ihr mehre Konzerte mit bekannten Bands gespielt. Wie kam das zustande?
Nils: Los ging es mit Camouflage, da gab es die Anfrage für 2 Konzerte. Das war für uns so ziemlich das Erste große Event. Wir wurden vom Camouflage Management angefragt, weil dort halt noch ein Support gesucht wurde. Die Chance haben wir für uns genutzt. Und darüber ist dann Herr Naghavi von And One uns Aufmerksam geworden und hat uns gefragt ob wir nicht Interesse hätten, als Special Guest auf der 2015er Tour dabei zu sein. Natürlich haben wir uns da nicht lange bitten lassen und haben sofort zugeschlagen, weil And One zu den „Größen“ unserer Jugend gehören, die wir schon Jahre lang als Fans begleitet haben. Dann kam die Anfrage von Solar Fake, genauso große Musiker, mit toller Musik und natürlich haben wir auch da sofort zugesagt. Dann folgte dieses Jahr die zweie Tour mit And One. Auch der zweite Teil der Tour wird durch uns als Special Guest begleitet.
Seit mehreren Jahren macht ihr Musik. Gibt es eine Entscheidung die ihr heute bereut?
Nils: Also das beantworten wir doch mal mit einem klaren Nein.
Andre: Selbst, wenn die Entscheidung, die wir getroffen haben im ersten Moment falsch aussah, hat es ja hinterher wieder Erfahrung für uns gebracht und wir konnten die Konsequenzen aus gewissen Fehlern ziehen.
Nils: Wir haben immer aus dem Bauch heraus entschieden und wenn es sich gut anfühlte haben wir es auch gemacht. Das hat sich bisher auch immer ganz gut bewährt und ich finde das sollten wir auch so beibehalten.

Gerade habt ihr das zweite Album „Pieces Of Machinery“ veröffentlicht. Wie würdet ihr den Stil des Abums beschreiben? Was ist das besondere?
Andre: Das was uns kennzeichnet ist halt Popmusik. Wie versuchen kein spezielles Genre zu bedienen, sondern lassen uns das intuitiv leiten. Wir hören sehr auf unseren eigenen Musikgeschmack. Ich denke es gelingt uns ganz gut unseren eigenen Stil zu finden. Natürlich gibt es Anleihen, links und rechts, aber wir sind natürlich beeinflusst.
Nils: Das zweite Album ist im Februar 2015 unter der Schirmherrschaft von Steffen Keth / Popgefahr Records erschienen und wurde vom Ihm bzw. seinen Mitarbeitern produziert und das hat natürlich auch seinen Einfluss. Ich denke es ist ein sehr schönes Album geworden.

Könnt ihr den kreativen Prozess ein wenig näher beschreiben. Setzt ihr euch erst an die Instrumente und bekommt quasi beim Experimentieren die Idee, oder muss erst die Idee da sein damit ihr euch an die Arbeit macht?
Andre: Es fällt uns einfacher, wenn man schon mal weis wo man hinmöchte. Aber wenn die Lieder entstehen, dann geht das mit einem weißen Blatt Papier oder eben einem leeren Sequenzer los und da lasse ich mich auch von relativ wenigen Tönen begeistern. Das entwickle ich dann weiter, bis sich dann eine Idee herausformt mit der man weiterarbeiten kann. Manchmal ist es so das Textfetzen da sind und wir versuchen darum eine Geschichte zu bauen.

Ihr macht elektronische Musik. Es gibt Stimmen die sagen: Synthypop ist Billig-Musik, bzw. es kann daraus keine Innovation entstehen. Was sagt ihr dazu?
Nils: Das ist Kritik die ich nicht teile. Einige nehmen Gitarren und das könnten wir auch tun. Wir können auch Klavierspielen, aber wir haben uns dazu entschlossen elektronische Instrumente zu nehmen, auch weil es vieles vereinfacht. Aber das hat nicht mit der Qualität der Lieder zu tun, denn es mindestens genauso kompliziert ein gutes „elektronisches Lied“ zu schreiben, wie es auch schwierig ist ein Klavierstück zu schreiben. Es gibt aber durchaus Bandbreiten in der Qualität, sowohl in der analogen Musik als auch bem Electro.

Andre: Ich finde es ist zu pauschal zu sagen, dass aus der elektronischen Popmusik keine Innovationen kommen. Es gibt da genug Beispiele, die sicher bekannt sind, die genau das Gegenteil beweisen.

Was sagt ihr, wenn ihr mit Depeche Mode und De/Vision verglichen werdet?
Nils Das sind beides Bands, die mich sehr stark beeinflusst haben und das findet sicher seinen Wiederhall in den Liedern. Das schließe ich auch nicht aus, es ist ja Musik die mir gefällt und ich will Musik machen die mir gefällt. Wenn ich Dinge gut finde, nehme ich unwillkürlich etwas mit auf, das hat sicher einen Einfluss und das hört man auch.

Andre: Das was uns gefällt, spiegelt sich sicher auch in unserer eigenen Musik wieder, das wäre ja auch Grunddämlich wenn nicht. So wie Nils gesagt hat: Wir sind geprägt von Bands wie Depeche Mode oder De/Vision und das spiegelt sich sicher auch wieder. Auf der anderen Seite, so einen direkten Vergleich lasse ich aber nicht gerne stehen. Ich bin der Meinung das wir nicht wie Depeche Mode klingen, sondern wir haben unseren eigenen Stil. Das Emotionale spielt da ein wenig mit, das Gefühl der Leute wenn sie das Album hören. Das Gefühl das sie beim ersten Hören der „Violator“ gehabt haben, spiegelt sich vielleicht beim Hören unserer Musik wieder, so kann ich zumindest diese Assoziation nachvollziehen.

Amphi Festival 2016Was würdet ihr ändern, wenn ihr eine Woche das sagen in der deutschen Musikindustrie hättet?
Nils: Oh weia, das ist aber eine schwere Frage. Ich würde glaube ich zuerst dafür sorgen das gute Musik im Radio laufen kann, die zweite Amtshandlung wäre das schlechte Musik aus dem Radio verbannt werden würde. Das dritte wäre eine ordentliche Entlohnung für Leute, die gute Musik machen.
Was ist eurer Ansicht nach die wichtigste Erfindung der Menschheit?
Nils: Der Synthesizer. (Pause) Es sind ja schon so viele Sachen erfunden worden, die uns das Leben einfacher oder auch komplizierter gemacht haben. Die „Erfindung“ des Feuers, oder des Rades oder der Maschinen, es sind ganz ganz viele Sachen erfunden worden die man wirklich nutzen kann oder eben nützlich sind. Im Umkehrschluss gibt es auch viele Sachen, die das Leben im Ersten Moment scheinbar leichter machen, aber am Ende schlussletztendlich verteufelt werden.

Was ist das wichtigste in eurem Leben, neben der Musik?
Andre: Ganz klar die Familie. Da kann ich auch für Nils sprechen. Wir sind beide Familienväter und diese hat die oberste Priorität. Wir haben Kinde und ein ganz normales, solides Familienleben und das ist für uns das wichtigste. Ohne diese könnten wir all dies hier auch nicht tun. Wir haben da ganz großartige Menschen an unserer Seite, die uns dies hier ermöglichen, uns den Rücken stärken und uns ganz viel Kraft geben, und wir können unser Hobby dadurch ausleben. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Nils: Man darf ja auch nicht vergessen, dass dies hier einen großen Teil unserer Zeit beansprucht. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht am dem Projekt arbeiten. Das macht jeder auf seine Weise und wir ergänzen uns gut dabei. Es nimmt halt viel Zeit in Anspruch und ohne die Unterstützung von zuhause würde das nicht funktionieren.

Welches Buch lest ihr zurzeit?
Tja müssen wir wohl lüge jetzt!
Nils: Das letzte was ich in der Hand hatte, war die Fernsehzeitschrift. Nein allen Ernstes, ich habe schon seit langer Zeit kein Buch mehr gelesen. Da fehlt mir einfach die Zeit um mich darauf zu konzentrieren. Also wenn ich …
Ok drehen wir es um: Film?!
Andre: Das ist schon eher was. Ich habe mir „Er ist wieder da“ angetan. Ein großartiger Film. Sehr sozialkritisch aber auch humorvoll. Kann ich nur empfehlen.

Nils: Ich empfehle „Heute bin ich Samba“. Den kennt kein Mensch, ist aber ein sehr schöner Film. Ein bisschen dramatisch aber auch sehr witzig.

Mit welchem Politiker würdet ihr euch gerne mal unterhalten. Warum und worüber?
(Schweigen)
Nils: Politische Fragen sind immer ein wenig heikel. Um ehrlich zu sein habe ich nicht die Ambitionen mich mit einem Politiker zu unterhalten. Ich wüsste auch nicht worüber? Weil beim dem ein oder anderen sind immer positive Ansätze da, aber am Ende mangelt es meist an der fehlenden Möglichkeit der Umsetzung, ihrer Ideen.
Andre: Ich bin auch nicht sehr politisch interessiert. Ich finde es schon interessant, was so in der Welt passiert, aber für mich ist Politik einfach undurchsichtig und nicht verständlich. Ich möchte da so wenig wie möglich mit zu tun haben.

Vielen Dank für Interview. Euer Schlusswort?
Nils: Ja vielen Dank für die Möglichkeit des Interviews, vielen Dank das wir hier auf dem Amphi Festival spielen durften. Wir durften viele, tolle Leute wiedersehen und neue Leute treffen. Die Organisation dieses Festivals ist ganz großartig. Wie wir hier als Artist betreut wurden, wie man sich um uns gekümmert hat, wie alle aufgebaut wurde. Es war für uns spektakulär und überragend. Wenn auch mal das ein oder andere für den Gast hier nicht ganz einfach gewesen ist. Das sind Sachen die nun mal passieren und ich finde da muss man auch mal drüber weggucken können. Im Großen und Ganzen ist das ein tolles Festival gewesen und dafür möchte ich an dieser Stelle bedanken.
Andre: Ich möchte mich bei allen Leuten die uns bisher unterstützt haben, die uns begleiten, die unsere CD`s kaufen und es uns ermöglichen das wir weitermachen können, bedanken.

Foto von Beyond Obsession
Kategorien: Bands
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