Black Light Discipline – Against Each Other

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Was war das doch für eine Zeit in der Black Metal-Szene Ende der Neunziger:  Die True-Fanatiker klagten (Taten sie je etwas anderes?) über den Verfall des ursprünglichen Spirits und die unmöglichen Auswüchse der nunmehr dritten Welle des Black Metals. Genau zu jenem Zeitpunkt reifte aus genau diesem Old School-Klüngel eine Combo heran, die dem lodernden Konflikt die Krone aufsetzte. Gemeint ist The Kovenant (zuerst nur Covenant, Umbenennung wegen einer gleichnamigen und sehr bekannten norwegischen Band), die diesen Scheuklappen den ausgestreckten Mittelfinger entgegenhielt. Tiefschwarzer Industrial Metal kombiniert mit Electro/Trance und Pop sorgten in Truehausen für energisches Kopfschütteln.

Was Anno 1999 so gar nicht ging, ist mittlerweile nichts Neues mehr. Nur so wirklich zielstrebig haben diesen Stil nur die Wenigsten verfolgt. Ein weiterer Kandidat ist nun Black Light Discipline aus Finnland. Auch diese Jungs halten von engen Genregrenzen sehr wenig. Electro, Black Metal, Pop, Kreischgesang, Clearvoice und Frauenstimme: Es ist von allem was dabei. Nach dem bereits aufsehenerregenden Debüt “Empires” setzen sie mit “Against Each Other” ihren Weg konsequent fort. Was dennoch auffällt ist, dass der Black Metal-Anteil merklich gegenüber dem Pop schwindet. Dennoch können Tracks wie “Against Each Other”, “Walls Inside Us” oder “Aggressor” auch in Punkto Härte punkten. Alle Tracks strotzen vor Eingängigkeit und Kreativität, wenn auch die Soundqualität dann und wann besser sein könnte. Die Frauenstimme ist richtig eingesetzt und schafft einen zusätzlichen Kontrast zu den harten Brettgitarren. Richtig cool ist zudem das Cover des 80er Jahre Klassikers von Laura Branigan “Self Control”.

Alles in allem bin ich aber nicht ganz überzeugt. O.k., Truehausen wird weiter den Kopf schütteln, was den einen oder anderen Pluspunkt gibt. Die Songs sind mehrheitlich wirklich gut und gehen auch direkt ins Ohr. Nur fehlen mir summa summarum die richtigen Knaller. “Against Each Other” und “Self Control” kommen dem sehr nahe, nur halt nicht nahe genug.