Die französischen Minimalistiker von Celluloide haben es in der Vergangenheit nicht geschafft, sich in den Vordergrund zu drängeln, doch das könnte mit dem Album „Hexagonal“ anders laufen.
Normalerweise werde ich nervös, wenn ich mich mit Minimalelektro beschäftigen muss, doch Celluloide schonen meine Nerven mit einem gelungenen Werk.

Eine Mischung aus EBM-Lines, Synthiepop und C64 Sounds, garniert mit einer angenehmen weiblichen Gesangsstimme ergibt ein Gesamtwerk, welches zusammen mit den französischen Texten mein Interesse weckt.

Die Tracks sind relativ simpel arrangiert und von daher sehr einfach zu erfassen, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Hier ist es definitiv so, dass das Klangbild aus Synthiepop garniert mit C64 hervorragend funktioniert. Der Fuß wippt im Takt mit und der ein oder andere Song bleibt trotz oder gerade wegen der (für mich unverständlichen) Texte im Ohr hängen.

Doch mit jedem weiterem Track kristallisiert sich ein Problem heraus. Die Old School EBM Bassline, die den meisten Songs zugrunde liegt, wiederholt sich leicht abgewandelt beständig wieder und wieder. Nach 6-7 Songs wirkt das ein wenig einfallslos und trübt das Bild doch erheblich.

„Hexagonal“ offenbart jede Menge Potenzial, denn – was Melodien und Harmonien angeht – haben die Franzosen ein wahrhaft glückliches Händchen und auch die analogen Sounds können überzeugen. Leider bekommt man im Bereich Abwechslung nur wenig geboten. Der Abnutzungseffekt des Albums ist recht hoch. Dennoch könnte der ein oder andere Song den Weg in die Tanztempel finden, denn als Einzeltrack kann hier fast jeder Song zu 100% überzeugen.