Es ist schon einige Zeit her als dieses Album den Weg zu mir fand, damals für gut und interessant gefunden wurde es aber Opfer eines sich ständig verschlimmernden chronischem Zeitmangel. Verdient hat dieses Werk das sicher nicht. Doch gottlob hat da jemand in Gelsenkirchen mitgedacht und bringt das ganze nun noch mal auf den Markt. Ok, bestimmt nicht wegen mir, sondern viel mehr für alle Electroheads in Deutschland, denn  „Don´t Be Scared, It´s About Life“ wurde zwar schon veröffentlicht, fand aber den Weg über die Grenzen Frankreichs hinaus nur sehr schleppend. Das soll mit dem zweiten Anlauf nun anders werden und die Chancen dazu stehen sehr gut. Alleine schon das Dependent, etwas veröffentlicht was bereits schon knapp 2 Jahre auf dem Markt ist, zeigt das die Band etwas drauf haben muss, wenn ein Label seine Firmenpolitik mal eben kurzerhand über Board wirft.
Chrysalide sind roh, aggressiv und ungeschliffen und erinnern hier und da an Skinny Puppy zu ihren besten Zeiten. Das ganze klingt wahnsinnig unverbraucht frisch und unbekümmert. Auf diesem Silberling werden die Genres und Styles munter durcheinander geworfen so das man eigentlich nie weiß was wohl als nächstes passieren wird.

Doch reine Krachfetischisten sind die franzosen keinesfalls, neben der kongenialen Mischung aus Industrial, Noise, Elektro, Punk und EBM findet man immer Zeit sich mal etwas zurückzunehmen, das Tempo ein wenig herauszunehmen und es etwas ruhiger angehen zu lassen. Dies sorgt vor allem dafür das  „Don´t Be Scared, It´s About Life“ kein Donnerndes Bollwerk der Industrial Kunst ist, sonder ein verdammt abwechslungsreiches Album, das in musikalischer Hinsicht mehr als zu überzeugen vermag. Richtig gut gefällt mir die unterschwellige Aggression in den ruhigeren Stücken, denn so bleibt der rote Faden erhalten, sozusagen bis zur nächsten heftigen Entladung.
Chrysalide haben nichts neu erfunden, doch das was sie tun hat Sinn und Verstand und macht als Hörer einfach nur Spass. Nach dem ersten Durchgang solltet ihr übrigens nicht vergessen die Kinnlade wieder hochzuklappen. Ja das ist echt! Schnappt euch jetzt einen Kopfhörer und such das Glockenspiel auf dem Album, denn das und einiges mehr hat man vermutlich beim ersten mal locker überhört. Somit ist auch langfristig Spannung geboten.  Apropos Spannung. Ich bin gespannt ob die Band dieses hohe Niveau halten kann. Allzu lange dürfte es ja mit einem zweiten Album nicht mehr dauern.

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