„Ladies and Gentlemen – welcome to the 21st century. The century of all crisis: political, moral, economical, ecological and individual.“ Mit einem Satz “ The world is totally fucked up ” und Chrysalide liefern dankenswerter Weise den Soundtrack zum derzeitigen Zeitgeist.
Das hier nun wirklich keine Schmusesongs passend sind, sollte jedem klar sein und das Trio liefert demzufolge auch ein extrem hartes aber auch ebenso extrem variables Industrial, EBM Brett ab. Im Gegensatz zum Vorgänger klingt das Ergebnis noch mehr auf den Punkt gebracht, weniger Schnörkel und Spielerein und dennoch bleiben genügend überraschende und ungewöhnliche Momente übrig mit denen andere Bands gleich mehrere Alben füllen könnten. 08/15 ist aber sowieso nicht das Ding der Franzosen. Durch die Konzentration auf den Kern der Songs, bricht sich aber die darin steckende Urgewalt ungehindert seinen Weg durch die Boxen und auch der Einsatz auf den Dancefloors ist um einiges wahrscheinlicher als bisher. Chrysalide verstehen es wie kaum eine andere Band, Härte und eine hohe Komplexität und dennoch für den Hörer leicht zugänglich zu verschmelzen. Der musikalische Anspruch ist aber beileibe keineswegs gesunken. Mit jedem Durchgang findet man als Hörer etwas neues, eine Kleinigkeit eventuell nur, aber das hält dieses Album auch über einen längeren Zeitraum spannend. Mit „Personal Revolution“ gelingt Chrysalide ein Volltreffer, der sich hoffentlich für die Band auch auszahlt und ihr die gebührende Aufmerksamkeit zu Teil wird. Fans von Combichrist, Front Line Assembly, NIN, usw. sollten unbedingt hier reinhörern, ansonsten verpassen sie vielleicht eines der aufregendsten Alben dieses Jahres.

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