Clan Of Xymox`s „Limbo“

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1.0 Musik1.1 NewsClan Of Xymox`s "Limbo"
1.0 Musik1.1 NewsClan Of Xymox`s "Limbo"

Die Zeit ist in Aufruhr. Hat ihren Anker verloren. Die schöne neue Welt verfiel in Schockstarre und gefror wie unser Mitgefühl. Nicht ist mehr so, wie es war, eine unstete, ungewisse Ära hat die Konstanz aus der Welt gewischt wie Kreide von einer Tafel. Trost spendet ein Album wie „Limbo“ von Clan Of Xymox.

Nicht unbedingt, weil die Themen darauf Anlass zu Hoffnung geben. Sondern weil wir uns mit einem Sound zudecken können, der uns schon immer aufgefangen hat, wenn alles um uns herum schwarz wurde. Ronny Moorings war mal wieder nicht untätig. Natürlich war er das nicht, der Goth-Pionier kann gar nicht ohne Musik. Mehr denn je merkt man „Limbo“ die Unrast seines Schöpfers an. Verlorene Töne für eine verlorene Zeit, ein zweifelndes, nachdenkliches Dark-Wave-Manifest, geboren im Herz des Lockdowns.

Resignation und Angst, Schockstarre und Wut, Schmerz und Leid sind keine Unbekannten in der Gleichung des Niederländers. Im Widerschein einer Pandemie entwickeln sie aber noch mal eine ganz andere Intensität.

„Brave New World“, „Lockdown“ oder „The Great Depression“ tauft Moorings seine neuen Predigten für diese albtraumhafte Gegenwart, mächtige, dramatische, in sich gekehrte Stücke, die bei aller Introspektive die Last der Welt auf den Schultern tragen und vielleicht auch wegen ihrer Entstehungszeit zu den intensivsten Momenten in der langen Karriere von Clan Of Xymox zählen – allen voran schwermütige Manifeste wie „The Great Reset“. Lieder wie ein reinigender Regenschauer sind das, wie ein Licht in tiefer Nacht – „Limbo“ ist ein Rettungsboot, das wacker den Springfluten des Lebens trotzt.

Während große Teile der Welt geifernd nach Schuldigen suchen und Extremisten auf den Leim gehen, erzählt Ronny Moorings nach wie vor mit Besonnenheit und elegischer Ruhe von den Dingen, die schief laufen in ihm und in der Welt. „Limbo“ ist nicht nur die Essenz einer auf den Kopf gestellten Zeit; das wirkmächtige Album hält das konstant hohe Niveau der letzten Jahre mühelos aufrecht und beschert einer bereits 1984 begonnenen Geschichte den nächsten Höhepunkt. Wir mögen im Limbus gestrandet sein, in der Vorhölle irgendwo zwischen hier und Nirgendwo. Doch wir sind nicht allein. Und das ist alles, was in diesen Tagen zählt.

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