Es war ein wenig eine Reise in die Vergangenheit. Zum einen liegt das letzte von mir besuchte Clubkonzert von „Deine Lakaien“ schon satte 12 Jahre zurück, zum anderen ist auch der letzte Besuch der Kölner Live Music Hall schon eine kleine Ewigkeit her. Doch alles fing mit der Anreise an. Als Ortsansässiger sollte man es ja eigentlich besser wissen, dennoch ging es mit dem Auto Richtung Köln-Ehrenfeld und die Parkplatzsuche dauerte mindestens genauso lange wie die eigentliche Fahrt. Nachdem das Gefährt dann aber doch einen geeigneten Platz gefunden hatte war der Weg frei. Zu den letzten Klängen von „Gods Bow“ betraten wir also die schon da proppenvolle Live Music Hall. Das Publikum schien zumindest gut unterhalten worden sein. Eine Meinung über die Band werde ich aber nach den wenigen erlebten Minuten nicht äußern. Nach einer kurzen Umbauphase war es dann aber auch Zeit für den Hauptact. Ich habe Deine Lakaien zwar in letzter Zeit hier und da auch Festival gesehen, aber diese Band gehört eindeutig in eine Halle und nicht mittags im Sonnenschein auf eine Open Air Bühne. Bühnentechnisch kommt das Duo, welches durch einen Gitarristen und einen Schlagzeuger verstärkt wurde, ohne irgendwelchen Schick Schnack aus. Ein wenig Nebel und ein paar Scheinwerfer reichen da völlig. Auftritte von „Deine Lakaien“ erinnern mich auch immer ein wenig an ein Theaterstück. Es ist eine Aufführung zweier außergewöhnlicher Musiker, mit ebenso außergewöhnlicher Musik und einem dankbaren Publikum. Wie Alexander Veljanov so treffend anmerkte ist es nicht selbstverständlich das Deine Lakaien im Jahre 2014 auf Tour sind und die Hallen zum Bersten gefüllt. Solange aber die Band solche Alben, wie das Aktuelle „Chrystal Palace“ und Konzerte wie diese abliefern, werden alle wieder kommen.

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Die Setlist glich einem Streifzug durch die Band Diskographie. Da haben sich so einige Hits angesammelt und nahezu alles wurde dem Publikum geboten. „Into My Arms“, „Return“, oder dem unverwüstlichen Klassiker „Dark Star“ erscheine in neuem Gewand verpackt und egal wie viele Jahre auch zwischen den Songs liegen mögen, klingt dies in der Liveversion wie aus einem Guss. Aus dem neuen Album schafften es 6 Songs in die Setlist des Abends. Wobei „Farewell“ und „Where The Winds Don`t Blow“ für die größte Begeisterung sorgten. Nach gefühlten 25 Minuten war auf einmal Schluss. Ein ungläubiger Blick zur Uhr zeigte aber dass es dem Duo gelungen war die Zeit wie im Fluge vergehen zu lassen. Doch der Abend sollte noch verlängert werden. Gleich dreimal ließen sich die Musiker zurück auf die Bühne rufen. Erst nach dem Orchestralen „Pilgrim“ war dann wirklich Schluss.

Eine der Szene Institutionen bewies an diesem Abend, das man nichts verlernt hat und auch im 30 Jahr des Bestehens in der Lage ist sein Publikum zu verzaubern. Gerne kommen wir wieder, wenn es „Deine Lakaien“ wieder in unsere Richtung verschlagen sollte. Und ich bin mir sicher dass wir da nicht die einzigen sind.

Setlist:
Colour-Ize
Reincarnation
Into My Arms
Fighting the Green
Over and Done
Where You Are
Nevermore
Gone
Europe
Return
Where the Winds Don’t Blow
Overpaid
The Ride
Farewell
Encore:
Crystal Palace
Forever and a Day
Dark Star
Encore 2:
Manastir Baroue
Love Me to the End
Encore 3:
Pilgrim

Deine Lakaien Live

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