Es ist mal wieder soweit! Die Synthiepop Dinosaurier veröffentlichen Ihr 12tes Studioalbum unter dem Banner „Sounds Of The Universe“. Wie schon beim letzten Longplayer beteiligte sich Dave Gahan auch diesmal am Songwriting und steuert drei Songs bei.

Die Klänge des Universums sind ruhig und sperrig. War die Vorabsingle „Wrong“ noch ein leichter zugänglicher Titel sieht es beim kompletten Album etwas anders aus.

Im Vorfeld sorgte das Album (welches durch dunkle Kanäle ins Internet gelangte) für helle Aufregung unter den Fans, denn „Sounds Of The Universe“ ist für viele nicht das was sie erwartet hatten. Diesen Aufschrei gibt es aber bei jedem Album des Trios, davon sollte man sich also nicht irritieren lassen.

Depeche Mode schaffen es erneut nicht so zu klingen wie „früher“. Großartige Wiederholungen sucht man vergebens. Depeche Mode geben sich entspannt und experimentierfreudig. Welchen Haltbarkeitswert das Album dann schlussletztendlich haben wird kann man eigentlich noch nicht abschätze. Stimmen die da vom „Violator des 21. Jahrhunderts“ sprechen sind aus meiner Sicht viel zu verfrüht.

„Sounds Of The Universe“ besticht in seiner Gesamtheit, offenbart aber auch durchaus einige Schwächen. Respekt gebührt dem Trio aber alleine schon dafür, dieses Album so geschaffen zu haben wie es ist. Man hätte es sich sicher auch viel einfacher machen können und ein Violator 2 oder Playing The Angel 2 aufnehmen können. Die Fans hätte es sicherlich gefreut.
Doch dies ist nicht die Intention die hinter Depeche Mode steht.

Der Opener „In Chains“ ist ein Vertreter der ruhigeren Songs. Das Intro erinnert ein wenig an alte Kraftwerktage. Auffällig ist hier bereits das Daves Stimme sehr variantenreich und ausgeprägt ist.

„Hole To Feed“ lebt von der eigenwilligen Rhythmik und gefällt mir jedem mal Hören besser.

Die Single „Wrong“ ist ein 100% Depeche Mode Song, mit düsterer Dynamik und Ohrwurmcharakter.

„Little Soul“ lädt zum träumen ein, hier bestimmt in erster Linie das ewige Duett Dave vs. Martin die Stimmung des Songs.

Mit „Peace“ und „Perfect“ gibt es dann zwei Stücke die man unweigerlich sofort Depeche Mode zuordnen würde. Vor allem „Perfect“ erinnert an die Anfänge der Band. Ich musste sofort an „A Broken Frame“ denken. Dieser Gedanke relativiert sich dann aber sobald der Gesang einsetzt.

“Come Back” bringt jenen Rockappeal der schon so manchem Gahan Soloalbum innewohnte. Nicht so sehr mein Ding aber auch nicht wirklich schlecht. Dennoch tue ich mich schwer mit dem Track.
Genauso schwert fällt es mir Beigeisterung für das Matrin Gore Solo „Jezebel“ zu entwickeln. Für mich ist der Song schlichtweg langweilig und eines der schlechtestes Solos in der langen Bandgeschichte überhaupt.

„Corrupt” schließt das Album schmutzig ab. Erinnert vom Feeling her an den Song „Dirt“ der als B-Seite der Single „I Feel Loved“ diente. Ein guter und ungewöhnlicher Abschluss eines ebenso ungewöhnlichen Albums.

„Sounds Of The Universe“ taugt nicht zum „nebenher Hören“ sondern will entdeckt werden. Die offensichtlichen Hits und späteren Singleauskopplungen sind nicht sofort auszumachen, was den Zugang zum Gesamtwerk ein wenig erschwert. Das wiederum könnte aber die Nachhaltigkeit des Albums erhöhen. Wie bereits gesagt kann dies aber erst mit einigem zeitlichen Abstand abschließend beantwortet werden.