Unter dem Namen Epinephrin – ein Synonym für Adrenalin – wandelt Pascal Beniesch, seines Zeichens Chef bei X-RX, bereits seit einiger Zeit auf Solo-Pfaden. Seit 2004 kommt es immer wieder zu sporadischen Veröffentlichungen. Doch nun erscheint mit „Alles auf Anfang“ das erste richtige Debütalbum. „Zeit war`s!“ ist man versucht zu erwidern, denn bei Epinephrin ist Nomen Omen: Ein treibender, wuchtiger und sehr erfrischender Sound, der durchaus Adrenalin freisetzen kann, wird dem Hörer kompromisslos um die Ohren gehauen. „Synthetic Rock `n‘ Roll” ist gar keine so schlechte Selbst-Kategorisierung von Epinephrin, denn durch den unkonventionellen Gesang, Texte und elektronischen Unterbau, wirkt der Sound rotzfrech, punkig oder eben halt „rockig“. „Sanduhr“, „Feuer“, „Immer noch da“…Gleich zu Beginn wird richtig Gas gegeben. „Rockstar“ ist eine mehr als offensichtliche Retourkutsche auf die diversen, etwas seltsam anmutenden, Seitenhiebe von Faderhead auf die Hauptband X-RX. Zwar sind solche Auseinandersetzung eher mit Vorsicht zu genießen, dennoch ist diese Sache wirklich gut gemacht. Und mal ganz ehrlich: Etwas Emotionalität tut der Electro-Szene dieser Tage sehr gut. Weiterer Kandidat als „Hit“ gehandelt zu werden ist das treibende und sehr eingängige „Hasswelt“. Aber auch die restlichen Tracks wie etwa „Blitzlicht“ oder „Dynamit“ stehen dem in kaum etwas nach. Zu Vernachlässigen, weil belanglos, sind die abschließenden zwei Remixe, die zwar von gutem Handwerkszeug, aber auch von wenig Kreativität zeugen. „Alles auf Anfang“ oder „Jetzt erst recht!“ – Epinephrin ist der Newcomer Anfang 2014: Bitte mehr davon!

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