Felix Marc, ist nicht nur als Sänger bei der Band Frozen Plasma oder als Keyboarder bei Diorama aktiv. Seit einigen Jahren schon, kommt immer wieder ein neues Album auf den Markt wo Felix Marc ganz Felix Marc sein kann. Aktuell steht die Veröffentlichung des neusten Solowerkes an. Daher nahmen wir das Angebot für ein Interview dankend an.

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Hallo Felix, wie geht es dir?

Hallo Markus, danke es geht mir gut. Ich bin etwas übermüdet aber sehr glücklich! So eine Endphase von einem Album ist immer sehr intensiv und schlafraubend. Vor allem, wenn man wie ich alles selbst macht – von der Musik bis zur Veröffentlichung.

Du veröffentlichst in kürze dein neues Solo Album. Erzähl uns ein bisschen über die Entstehung, was kann der Hörer von „Substance“ erwarten?

Nach dem letzten Album „Alternative Facts“ vor zwei Jahren ist es am 15. März wieder soweit. Ich habe viele schöne, melancholische, kreative Momente in letzter Zeit einfangen können und in diesem Album zusammengeführt. Deshalb denke ich ist wieder mal ein sehr abwechslungsreiches Album herausgekommen, das sich gut am Stück durchhören lässt, oder aus dem man gezielt und je nach Stimmung einzelne Songs hört.

Einige one-shot Kompositionen sind dabei; Songs, die inklusive Text an einem Abend entstehen. wie z.B. „Our Time“, den ich im August letzten Jahres in Österreich im Sommerurlaub unter einem unglaublichen Sternenhimmel gezaubert habe.

Oder Songs mit einer tiefgreifenderem Konzeptidee, deren Entstehung sich über Wochen hinzieht. Hier ist vor allem die Interpretation von Cock Robin’s „The Promise You Made“ zu erwähnen. Das Original begleitet mich ja nun schon seit einigen Jahren. Und als ich nach langem mal wieder das Vergnügen hatte die liebe Lis Van Den Akker zu treffen entstand die Idee den Song mit ihr zusammen zu interpretieren. Das Ergebnis ist pure Gänsehaut.

Letztlich habe ich auch viele autobiografische Erlebnisse der letzten Zeit in den Songs verarbeitet. Die alle aufzuzählen würde den Rahmen des Interviews sicherlich sprengen und auch einige Schwiegermütter in Unruhe versetzen 😉

Du veröffentlichst deine Soloalben, nur noch digital ohne Label im Rücken. Eine bewusste Entscheidung? Ist die CD deiner Meinung nach tot?

Es war für die Art und Weise, wie ich das Solo-Projekt betreibe die einzig richtige und daher bewusste Entscheidung für mich. Live-Auftritte sind aus Zeitgründen im großen Stil und mit Band nicht möglich. Die heutige Musiklandschaft ist zudem sehr digital geworden und es ist daher gut möglich über die digitalen Kanäle die Musik direkt zu vertreiben. Wenn man das Glück hat wie ich als etablierter Künstler mit einer gewissen Anzahl an Fans gesegnet zu sein, kann man von den direkten finanziellen Rückflüssen sogar noch das ein oder andere Musik-Video finanzieren.

Außerdem ist es natürlich immer eine Kostenfrage, die Vorfinanzierung und Auslagen für das Pressen von CDs, Grafikerstellung und Vertrieb von CDs oder anderen physikalischen Tonträgern zurückzuverdienen. Viele wissen ja nicht, dass die Rückflüsse der CD-Verkäufe erst nach einem Jahr den Künstler erreichen, wenn vorher noch Labels, Handel und GEMA die Hand aufhalten und den deutschen Bürokratismus feiern.

Die CD ist sicherlich nicht tot. Ich selbst höre gerne CDs und schätze insbesondere das Klangbild. Und ich verstehe die Leute, die nach CDs fragen, u.a. wegen dem Sammlereffekt als Fan fürs heimische CD-Regal. Letztlich rentiert sich das aber nur für Bands, die viel verkaufen und live spielen.

Wie bekommst du das eigentlich alles unter einen Hut? Frozen Plasma, Diorama, immer mal hier und das als Gastsänger? Wann hast du eigentlich noch Zeit deine Solosongs zu schreiben?

Ich denke, ich kann ganz gut organisieren, aber letztlich ist das schon viel. Mein Leben ist in einer guten Balance. Ich bin ja auch noch in einem 9-5-Job unterwegs. Jedoch ist Musik ein elementarer Teil meines Lebens – sozusagen die Substance – und ich räume ihr deshalb entsprechende Priorität ein.

Die Songs entstehen vor allem nachts, wenn die Familie im Bett ist. Diorama entsteht gemeinsam mit Torben Wendt in regelmäßigen, wöchentlichen Studiosessions. Gesangsaufnahmen für Frozen Plasma mache ich meistens am Wochenende.

Wie entsteht der typische Felix Marc Song? Hast du Freunde, die dir als „Kritiker“ zur Seite stehen? Oder funktioniert das eher als reine „One Man Army“?

Felix Marc Songs entstehen als One Man Show. Meistens nach einem intensiven Party Wochenende oder interessanten Reisen, wenn ich mich zum ersten Mal in mein Studio zurückziehe. Hin und wieder probiere ich auch neu gekaufte Musik-Tools aus und lasse mich davon inspirieren. Dann fließen die Eindrücke aus mir raus und in die Tasten.

Zunächst wird ein grobes Song Layout aufgebaut und provisorisch eingesungen. Wenn das Album finalisiert wird singe ich nochmal alle Songs ein und arrangiere und mixe die Songs fertig. Das Mastering beauftrage ich aber extern. Einfach, damit noch ein paar fremde Ohren die Balance im Mix bewerten und anpassen.

Als Freunde und Kritiker zähle ich neben meinen musikalischen Mitstreitern von Diorama und Frozen Plasma vor allem meine Kinder, die regelmäßig den Fortschritt der Lieder begutachten. Wenn die Hookline spontan hängen bleibt paßt das Ergebnis meistens auch 😊

Was treibt dich immer wieder an, Musik zu machen?

Was soll ich sonst in meiner Freizeit machen? Nein, ernsthaft….es befriedigt mich nach wie vor und ist ein genialer Ausgleich zum Alltagsstress. Ich mache das ja jetzt schon ein paar Tage…fast 25 Jahre um genau zu sein. Da steckt viel Zeit und Energie dahinter, die es mir auch ermöglicht meine Kunst und Musik mit der Welt zu teilen und das ist eigentlich das schönste bei der ganzen Nummer.

Welche CD hast du dir als letzten gekauft?

Gilt auch digital erworben? 😊 in dem Fall war das die Single „Lower than this“ von Seadrake vor ca. 3 Wochen. Die letzte echte CD liegt schon ein paar Tage zurück…..

Was ist dein größtes Ziel im Leben?

Meine Kinder in Frieden und behütet aufwachsen zu sehen.

Was war der „gruseligste“ Moment in deiner musikalischen Laufbahn? Und welches der „großartigste“?

Das erste Live-Konzert der „Grausamen Töchter“ war eine große Überraschung für mich. Ich nenn das jetzt mal so…..ansonsten hab ich viel erlebt und gesehen und kann mit vielem gut klar kommen.

Der beste Moment wird wohl auf ewig der erste Auftritt in Belgrad mit Diorama bleiben. Wir waren eine der ersten Bands der Szene, die nach dem Krieg dort aufgetreten sind. Die Stimmung in dem völlig überfüllten, ausverkauften Kellerclub während des 3 Stunden Konzerts war einfach nur unglaublich intensiv und emotional. In solchen Momenten erkennt man, dass die Musik tatsächlich Grenzen überwindet.

Hast du Pläne dein Projekt Live dieses Jahr zu präsentieren?

Nein. Aus Zeitgründen kann ich das nicht umsetzen.

Vielen Dank für deine Zeit. Das letzte Wort gehört dir.

Vielen Dank für die Fragen. What is your substance?

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Foto von Felix Marc
Webseite: felixmarc.de
Kategorien: Bands
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