Bereits seit zwölf Jahren gibt es die bayerische Formation File Not Found. Zwei aufsehenerregende Alben, diverse Compilationsbeiträge und eine treue Fanbase, das ist die Bilanz des Duos auf der Habenseite. Nun legen sie mit “Impulse” ihren dritten Longplayer hin. Und sofort stellt sich wieder der besondere Charme ein, der File-Not-Found-Tracks so attraktriv macht: Dieser warme, fiepsende Analogsound, erzeugt von einem wahrscheinlich mittlerweile Garagen-füllenden Gerätepark.

Synthesizer und Drumcomputer, die älter als so mancher Hörer der Scheibe sein dürften, der unverwüstliche C=64 und viel Hardware von Roland, Kong etc. versetzen den Hörer gute 20 Jahre zurück. Kein Wunder, denn die Protagonisten Daniel und Martin geben auf ihrer MySpace-Seite auch Referenzen wie Depeche Mode, John Foxx und Gary Numan an. Ganz im Sinne der alten Heroen erzeugen File Not Found ein Klangfeuerwerk, welches die heimelige Grundstimmung des Synthie-Pops mit Videospiel-artigen Fieps- und Pieps-Tönen verkuppelt. Da wird die als kalt verschriehene Elektronik plötzlich ganz gemütlich.

Kraftwerk beschränkten sich auf die Erzeugung minimalistischen Klänge. File Not Found sind demnach Kraftwerk, gepaart mit dem Anspruch, “richtige” Songs zu schreiben. Melodiös, manchmal etwas verschroben und sperrig klingen die Kompositionen der Süddeutschen. Wer mit dem 80er-Jahre-Sound aufgewachsen ist wird zwangsläufig beim Hören von “Impulse” ins Schwärmen geraten über die “gute alte Zeit”. Dennoch ist die Scheibe auch ein modernes, ja vielleicht sogar wegweisendes Album. Denn es zeigt, dass tanzbare und gut gemachte elektronische Tanzmusik auch abseits von Hellektro und Noisegewittern funktionieren kann. Und das Wichtigste: File Not Found haben spätestens jetzt ihren unverwechselbaren Sound gefunden. Eine Aufgabe, die andere Acts nie hinbekommen.