Grendel – Timewave Zero

0
6
[adrotate group="5"]

Die holländische Kombo steckt mitten in der Metamorphose von der Harsh Electro, schwarzen Raupe zum Neonfarbenen, Knicklicht schwenkenden Schmetterling. So zumindest hatte es nach der letzten EP den Anschein. Mit dieser vollzog die Band einen doch radikalen Kurswechsel. Die “Befürchtung”, dass sich die Band nun mit dem Album vollendens in die Cybergothic-Techno Richtung entwickelt, war in der Fan-Szene geradezu greifbar. Doch ganz so schlimm wird die Trendwende dann doch nicht. Ok! Mit dem Harsh Electro vergangener Tage hat man aktuell nur noch den Bandnamen gemeinsam, aber das Talent, tolle Songs zu schreiben, ist dabei nicht verloren gegangen. Dass Gesang nun nicht mehr durch einen Verzerrerer gejagt wird, finde ich persönlich sogar eher positiv. Der neue Gesangsstil ist um so viel abwechslungs- und facettenreicher, dass sich alleine diese Entscheidung schon gelohnt hat.

Das Album wird von einem Intro und Outro umrahmt, welchen der passende Titel “Rise” bzw. “Fall” verpasst wurde. Dazwischen zeigt sich, dass Grendel nichts verlernt haben und nun einfach offener agieren und dadurch den engen Grenzen des Genres entkommen. Dabei erfindet man aber das Rad nicht neu. “Timewave Zero” geht vielleicht für Grendel als Innovativ durch, aber gekocht wird dann doch nur mit bekannten Zutaten. Diese werden aber in eine geschmackvolle Form gepresst. Druckvoll kommen Songs wie “Conflict Instigation”, “Timewave Zero” und das überragende “Out Of My Mind” aus den Lautsprechern und da kann man sogar noch sagen: “Typisch Grendel!”. Das Feeling hat sich nicht geändert, nur die Ausstattung ist eine andere. Im Zusammenspiel mit Songs wie “EPR//EDP” oder “Chemicals and Vircuitry (v. 2012)” ergibt sich eine Synergie, die für ein absolut abwechslungsreiches Album sorgt.  Befremdlich ist eigentlich nur das Experiment mit Gastsängerin Lis van Akker. Irgendwie passt das nicht und ist für meine Begriffe auch der einzige Ausreißer nach unten. Ansonsten sind Grendel im Jahr 2012 gut angekommen und werden vielleicht ein paar alte Fans verlieren, aber diese dürfte man verschmerzen können, denn es werden einige mehr sein die, die Band erst jetzt für sich entdecken.