Hydroxie feiert nach der Wiederauferstehung und nach dem aktuellen zweiten Album „Seelenkrank“ nun schon wieder das Ende des Projekts. Als Side-Projekt zu Wynardtage lebte Kayfabe Lanoise hier seine Hellectro-Leidenschaft vollends aus. Auf „Seelenkrank“ wird es im Vergleich zum Vorgänger „Seelenfresser“ etwas ruhiger. Und das wohl gemerkt musikalisch. Aufrührerische, unbequeme Texte sind selbstverständlich wieder mit dabei. Ob es nun über die augenscheinliche Medienmanipulation („Öffne deine Augen“, „Denk nach“), Religionskritik („Atheist“, „Antichrist“), den vermeidlichen Szeneverfall („Szenefremd“, „Techno-Goth“) oder Mordlust („Seelenkrank“) geht, Kayfabe nimmt kein Blatt vor dem Mund. Und das ist auch gut so, beleben doch Emotionen ein im Niedergang befindliches Genre außerordentlich. Zurück zur Musik: Die Scheibe tendiert klar in Richtung Dark Electro. Der harsche Grundton bleibt weiter bestehen, nur stehen die Inhalte und die Melodie mehr im Vordergrund. Immer öfters blitzt Wynardtage auf („Alles bleibt schwarz“, „Ohne Dich“), viel mehr als beim Vorgänger. Hydroxie wird fehlen, auch wenn hier beileibe nicht alles Gold ist was glänzt. Denn freidenkerischer, emotionaler Hellectro ist anno 2016 eine klare Mangelware.

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