Mittwoch, Oktober 27, 2021

Incubite – Toxicum

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1.0 MusikIncubite - Toxicum

Man fühlt sich beim Anblick des Covers von „Toxicum“ schon leicht an eine gewisse cineastische Action-Testosteron-Trilogie mit einem uns allen bekannten Herrn in der Rolle eines Killer-Toasters erinnert. Da hört die Ähnlichkeit dann aber auch auf. Denn das Debüt von Incubite – bestehend aus Neill Oblivion und seiner Live-Supporterin Miss Meow – liefert solide, stimmige und durchaus auch ein wenig nachdenklich stimmende Soundarbeit ab. Von monotoner Gengretreue und dem Gesetz der Serie keine Spur. Die Musik von Incubite ist mehr als stumpfes Taktgeprügel.

Den Auftakt macht „You People…“, das mit Gewitter und ordentlich Atmo äußerst gelungen auf das folgende Werk einstimmt. Weiter geht’s mit dem ersten Tipp des Albums, deren es eine ganze Anzahl zu entdecken gibt: „Judgment Day“. Der klare Sound von Incubite, die Liebe zu gut ausgewählten Sprachsamples und ein besonderes Gespür für Atmosphäre wird man nicht nur hier vorfinden, sondern als einen roten Faden, der auch nach der x-ten Rotation keine Langeweile aufkommen lässt.. Sogar im nicht ganz ernst gemeinten „Muschitanz“, den man wesentlich lieber mag, sobald man weiß, dass es sich hierbei um eine Schnapsidee handelt. Incubite verfügen über einen Spürsinn für Dramatik. Wie Geschichtenerzähler wissen sie (oder besser: weiß Mr. Oblivion) Spannung aufzubauen, Bögen zu schlagen und mit immer neuen Breaks, Melodiewechseln und Effekten zu begeistern. Mancher Track enthält mehr Facetten und Ideenreichtum als das eine oder andere Album des electronischen Genres, das schon auf diesem Schreibtisch lag.

Ein weiterer heißer Tipp von „Toxicum“ ist zweifellos „Deafening“. Auf den Timecodes 01:09, 01:23 und 02:32 haben sich dabei besonders gelungene Passagen festgebissen. Ein ganz besonderer Liebling des zuständigen Rezis ist „Glowstix, Neon & Blood“, wo uns Miss Meow zum ersten Mal begegnet. Hier findet sich auf 02:47 ein Hinhörer. Doch nicht allein zu dieser Sekunde ist „Glowstix….“ ein kleines Industrial-Juwel. Einprägsam, ausdrucksstark und ein Sound wie aus einem Guß! Wenn man Incubite kennenlernen will, sollte man diesen Track nicht sausen lassen. Ebenso wenig wie „Blasphemie“ oder „Preparing Hatered“. Womit wir dann auch an der Stelle mit der Nachdenklichkeit angelangt wären, die uns auch bei „You People…“, „Rifle Corps“ (mit Gunnery Sergant Hartman!) oder dem Outro „WW3“ befällt. Zum Lachen empfiehlt sich dafür eher „Hell Instructor“. Man höre und grinse selbst.

„Toxicum“ ist ein äußerst gelungenes Gesamtwerk. Songs wie „Judgment Day“, „Deafening“, „Glowstix, Neon & Blood“, „Preparing Hatered“ oder das kurze Schlusskapitel „WW3“ erschaffen die Atmosphäre einer düsteren Zukunft, die in Mark, Bein und Innenohr gleichsam geht.
Neill Oblivion versteht sein Handwerk und legt mit diesem Debüt einen Brocken vor, den man erstmal nachmachen soll.

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