[tabby title=”Kritik”]

Wenn man den Filmen, die einen als Kind bzw. Jugendlicher beeindruckt haben und die auch teilweise in die Popkultur eingegangen sind, auf eine neue Runde in die Kinos schickt, dann hat dies in erster Linie kommerzielle Gründe. Das ist natürlich nichts Neues. Trotzdem sollte man bei diesen Aufgüssen vorsichtig sein. Allzu oft war die Enttäuschung groß. Indiana Jones 4, Total Recall und natürlich Star Wars Episode 1. So wird man als Zuschauer natürlich vorsichtiger mit der Zeit und lässt sich eben auch nicht mehr jeden Reboot vorsetzen. Entsprechend skeptisch stand ich der Neuauflage von Mad Max gegenüber und habe mich aufgrund einiger positiver Resonanzen ( auch aufgrund der Filmstarts-Kritik ) darauf eingelassen. Erwartet habe ich einen furiosen und mitreißenden Actionfilm, gespickt mit ein paar coolen Onelinern und einigen durchgeknallten Freaks auf ihren motorisierten Schlachtrössern.

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Der Anfang ist stark. Der Fluchtversuch aus der Zitadelle der Endzeit und Tempel des großen Imortan Joe macht direkt deutlich – hier wurde nicht an Bauten, Kostümen und skurrilen Einfällen gespart. Danach geht es ab zur Verfolgungsjagd durch die Wüste. Auch hier wieder gekonnt inszenierte Stunts, eine kurze Einführung der wesentlichen Hauptcharaktere und ein Sandsturm der der Dramaturgie den letzten Schliff bietet. Alles in allem gut inszenierte Action. Ich persönlich hätte mir etwas mehr von diesen “Zeitlupen-Zeitraffer-Spiel” ( bekannt aus 300 ) gewünscht um noch mehr Dynamik reinzubringen, aber auch um etwas mehr Übersicht zu gewinnen, da manche Abfolgen so schnell passieren, dass man leicht den Überblick verlieren kann.

Nach einer kurzen Atempause geht es dann weiter, aber nicht nach vorne sondern zurück. Mehr möchte ich mal nicht verraten, aber hierbei kann man kaum von einem Plot sprechen. Viele Szenen wiederholen sich mit leichten Variationen. Hier liegt wohl die größte Schwäche des Films – alles muss sich der Optik und der Action unterordnen und da man sich sicher sein kann, dass die Helden wohlbehalten zurückkehren, kommt so etwas wie Spannung kaum auf. Eine bombastische Wüstenrallye die sich selbst genügt und viele Hintergründe nur dezent anreist, aber auf nichts davon eingeht. Das wirkt auf die Dauer von zwei Stunden einfach zu repiditiv und lässt den durchaus interessanten Charakteren kaum Platz zur Entwicklung. Im Prinzip wird die Hoffnung mehr zu erfahren, die die gesamte Spieldauer hindurch zu spüren ist komplett auf den geplanten zweiten Teil verlegt. Dieser sollte dann auch mehr bieten, denn die dystopsiche Welt von Mad Max hat weit mehr Potential als bloße Schauwerte.

Fazit: Die Farben, die Optik, der Sound brillieren allesamt und die Gimmicks sind herrlich skurril und immer hart an der Grenze des Trashs. Das alles macht den großen Reiz von Mad Max aus. Aber dieser Hierarchie hat sich eben alles unterzuordnen. Um wirkliche Spannung zu erzeugen, die auch eines Blockbusters würdig ist, ist es dringend notwendig den Protagonisten mehr Tiefe zu geben, auch wenn der Film dann 30 Minuten länger werden sollte. Darüber hinaus könnte auch mal so etwas wie ein Plot grundsätzlich nicht schaden.

[tabby title=”Trailer”]

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