Seit 1994 präsentiert das Friedrichsbau Varieté unter nachtblauem Sternenhimmel Shows der Weltspitzenklasse.
Als wir den Friedrichsbau betraten, umgab uns eine wunderbare Atmosphäre. Wir traten ein, in eine Traumwelt umgeben von nettem Servicepersonal und bei dem Herr an der Kasse hätte man meinen können, der Zirkusdirektor persönlich empfängt einen.
Mit Sekt in der Empfangshalle, welche bunt und nostalgisch eingerichtet war und man sich in die 30-er Jahre zurückversetzt fühlte, begannen wir den Abend. Passend zu der Stimmung hing ein Spruch an der Wand „Durch Verzauberung zur Klarheit“.
Ein großartiges Servicepersonal und Gastronomie erwartete uns und bediente den gut gefüllten Theatersaal in netter, ruhiger Weise. Wir fühlten uns sehr wohl.
Plötzlich gegen 20 Uhr sah man, wie mitten unter den Gästen auf einem Bett ein kleiner Junge namens Willi schlief. Mr. Hobdoblin weckte ihn sanft auf und nahm ihn, irgendwie auch das Publikum, an die Hand, betrat die Bühne und entführte alle ins seine Wunderwelt.
Laura von Bongard, die Antipoden Nymphe, bewegte elegant bis zu sieben goldene Bälle auf einmal in Rückenlage.
Burl the Bubble Guy, der Magier der Seifenlauge, verzauberte sein Publikum mit immer wieder neuen Seifenblasen-Kreationen. Die Seifenblasen tanzten in der Luft, mal den Nebel seiner Rauchmaschine mit eingehüllt, dann auch ohne, welche er dann elegant mit einem Karateschlag in viele kleine Bläschen schlug. Er wurde von Mr. Hobdoblin als The Kind of Magic betitelt, womit er auch Recht hatte.
Nun begegneten wir Lara Paxton, der Meerjungfrau ohne Meer, welche singend an einem Anker durch den Saal schwebte und uns mit ihrer Luftakrobatik begeisterte.
Matthias Romir, die „Stimmungskanone“, lief traurig immer wieder mit dem Schild „Stimmung“ herum, während der Kleinwüchsige Oleg Djachuk in einer Metallkugel die verrücktesten Bewegungen vollführte und nebenbei mit Bällen jonglierte.
Alexander Veligosha, der Handstand-Alleskönner,  zeigte uns atemberaubende Akrobatik wo er sich mal auf beide oder auch nur auf eine Hand stützte. Das war unglaublich.
Mr. Hobdoblin laß dem Publikum aus der „History of Comedy of English” vor und hatte damit viele Lacher auf seiner Seite.
Nach einer 20 minütigen Pause ging es mit den verschiedenen Charakteren der einzelnen Artisten weiter.
Elizabeth Gaumond, das Schlangenmädchen, war unglaublich und verrenkte sich, dass man denken konnte, sie besitzt womöglich keine Wirbelsäule.
Das Fabelwesen, Marcelo Pivoto Bolter, beeindruckte uns auf Stelzen, erst als übergroßes Waldwesen, dann als weiß-blaues Wesen mit großen spitzen Hörnern und schwebte mal elegant, dann wieder bedrohlich über die Bühne.
Nun kam wieder unser Stimmungsmacher mit Zigarette und Pistole, wie James Bond, auf die Bühne und brachte das Publikum mit seiner Jonglage zum Lachen, eben ein echter Stimmungsmacher!
Egal wann Anatoli Akermann, der clowneske Kuckuckshäusler, mit seinen Gags zum Einsatz kam, hatte man immer was zum Lachen. Mal steppte er vor seinem Kuckuckshaus, dann jonglierte er mit 3 Schachteln und das Publikum brüllte vor Lachen.
Faon Shane, Luftartistin aus dem Cirque du Soleil, bot uns eine außergewöhnliche Luftakrobatik an 3 Kettenschlingen, wo sie elegant durch die Lüfte flog.
Begleitet wurde alle Artisten von dem Friedrichsbau Variete Orchester mit Thomas Rother, musikalische Leitung, Piano, Jürgen Häussler am Saxofon, Klarinette und Flöte, Hans-Joachim Weiss am Kontrabass und E-Bass und Rainer Kunert am Schlagzeug, Perkussion und Geige.
Mr. Hobdoblin hat gekonnt mit seinem Humor das Publikum unterhalten und schloss mit den Worten „Nimm so viel mit wie Du kannst…“. Willi schien der Ausflug in diese Wunderwelt auch gefallen zu haben und sang für uns das Lied von Peter Maffay „Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben.“.
Also Leute, ein Besuch im Varieté lohnt sich auf alle Fälle und nehmt dann ein bisschen Phantasie mit, denn auch als Erwachsener sollte man doch noch ein bisschen Kind sein.

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Vielen Dank an Mascha Hülsewig und an das gesamte Ensemble.

Foto: Sabine Schönberger