Der Schweizer Surrealist hat für Ridley Scotts Meisterwerk Alien aus dem Jahr 1979 das schaurigste Monster des Universums erschaffen und einen Oscar dafür erhalten. Diese Ausgeburt menschlicher Urangst, jedes Körperteil eine Waffe, selbst das Blut noch ätzende Säure, war der vorläufige Höhepunkt eines umfangreichen Werkes.
Schon lange vor dem Alien hatte der Künstler den Abgründen der Seele gewidmet. Die Ästhetik technischer Perfektion kontrastierte Giger in Gemälden und Skulpturen mit Abnormalem, Ekelhaftem, Verstörendem. Mechanisches paart sich mit Organischem. Auch morbide Erotik gehört dazu. Und das ausgerechnet im beschaulichen Gruyères im Kanton Fribourg, woher der gleichnamige Käse stammt und wo der Röstigraben verläuft, die Grenze zwischen deutsch- und französischsprachiger Schweiz. Das mittelalterliche Dorf auf einem Hügel inmitten einer lieblichen Postkartenlandschaft zählt 150 Einwohner – und 1,2 Millionen Touristen pro Jahr.
Ein Teil davon, das 400 Jahre alte Château St. Germain, beherbergt das Giger-Museum. Hansruedi Giger hatte es sich 1998 mit seinen Skulpturen, großformatigen Gemälden sowie Zeichnungen, Modellen und Kostümen von den Alien-Dreharbeiten selbst eingerichtet. Er entdeckte das Gebäude nach einer Ausstellung phantastischer Kunst im Schloss.
Am 20 Juni 1998 öffnete das MUSEUM HR GIGER seine Tore in dem
400 Jahre alten Schloss Saint-Germain in Gruyères in der Schweiz.
Das Museum beherbergt die wichtigsten Bilder und Skulpturen des Künstlers von 1960 bis heute. Im obersten Stockwerk des Schlosses ist Gigers eigene Sammlung der fantastischen Kunst ausgestellt sowie die Museums Galerie, die regelmäßig andere Künstler ausstellt. Das Museum wird ständig erweitert und ist im April 2003 durch die Eröffnung einer eigenen Giger Bar ergänzt worden. Die meterhohe Lehne, der an der Theke stehenden Drehstühle, in Form eines Rückgrats mit Beckenknochen obendrauf ist mit weichem Gummi gepolstert und schmiegt sich eng an den Körper.
Die Theke selbst ist organisch geschwungen, die Wand mit den Flaschen ähnelt einem geöffneten Brustkorb. Knochig ist auch das höhlenartige, vier Meter hohe Deckengewölbe aus Wirbelsäulen. Totenköpfe zieren die Tischbeine und von der Decke baumelt eine längliche Schädelplatte. In dieser Bar kann man die Atmosphäre in einer absolut mystischen Umgebung genießen. Einfach genial.

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HR Giger lebte und arbeitete in Zürich-Seebach. Er erlag am 12. Mai 2014 in einem Zürcher Krankenhaus den Verletzungen, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte.

MUSEUM HR GIGER – Öffnungszeiten:
Château St. Germain
CH – 1663 Gruyères

April – Oktober: täglich 10 – 18 Uhr
November – März: Mi. – Fr. 13 – 17 Uhr und Sa. – So. 10 – 18 Uhr

HR GIGER BAR – Öffnungszeiten:
Château St. Germain
CH – 1663 Gruyères
Di – Mi. 12 – 20:30 Uhr, Do. – So. 10 – 20:30 Uhr, Mo. geschlossen

Foto von HR. Giger
Webseite: www.hrgiger.com
Kategorien: Bands
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