Nach zwei Jahren erscheint unter dem programmatischen Titel „Narbenverse“ pünktlich zur Herbstsaison das inzwischen fünfte Buch von Oswald Henke (Goethes Erben / Henke) – und zwar ohne jegliche Berührung zum konventionellen Verlagsbuchhandel.

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„Narbenverse“ – das bedeutet, wir haben es mit eigensinnigen, mit persönlichen, mit verwundeten Seiten zu tun. Mit ca. 50 Gedichten, die sich diesmal als genau solche zu erkennen geben. Weniger Song-orientiert, weniger kolumnistisch liest sich das neue Buch.
Es gibt keine Bilder, keine grafischen Elemente, allein der Text, das Wort, die Letter. In dieser reduzierten Gestalt wird der Lyrikband jedoch besonders bestimmt von der Komposition der Texte und genau hier liegt das Novum im sonstigen Oeuvre des Autors.

Die Texte sind sanft und schwer – diese Kombination kann als gewisses Markenzeichen der Arbeit Oswald Henkes gelten. Schlicht, bisweilen essayistisch, argumentativ, bekenntnishaft – einige Adjektive nur.
Was ist besonders an „Narbenverse“? Es ist ein Andenken. Ein Andenken an einen Menschen, der vergangen ist, weil er vergänglich war. Diese Erkenntnis schwebt in unterschiedlicher Gestalt über beinahe allen Gedichten des Bandes. Sie sind bestürzend, da sie vollends im Diesseits verharren, Witwenverse, vereinsamt, alleingelassen im Trubel, während die Märkte wachsen, die Plattenbauten bröckeln und die Haare ergrauen. Kein Geist kommt herein, kein Hauch in der Tür … nur ein Mal, im „Hintergrundrauschen“, da man glaubt, eine Stimme zu hören in der Stille.

Ein Andenken.
Ein Andenken jedoch auch an die jetzigen Dinge und Wesen, die irgendwann einmal nur noch Erinnerungen sein werden. Ein Andenken also an das Leben, das Sein, das Jetzt, den Moment. Das Titelgedicht gibt das Manifest:

Narbenverse
Worte sind sichtbare Gedanken
Zeichen gegen Sprachlosigkeit
Sie geben Gefühlen eine abstrakte Struktur
machen sie erträglicher
machen sie erkennbar
teilbar
mitteilbar
Narbenverse
gegen Taubheit
gegen das Vergessen
das Vergessenwerden
oder
das Verhindern zu vergessen
sich zu erinnern
Narbenverse
Erinnerungsmale
Menschenstille
Gefühlslücken
Sehnsucht
Platzhalter für die Zukunft
Leben
Warum weiterleben?
Ganz einfach –
man könnte diese Zeilen
nicht lesen … !

„Narbenverse“ als Politikum. Oswald Henke veröffentlicht diesmal in völliger Eigenregie, ohne Verlag und ISBN. Der neue Band ist ein Liebhaberbuch, für Fans, für ohnehin Informierte, für Zufallsfinder, für Konzert- und Lesungsbesucher. Ökonomischer Realismus. Dies kommt einem gewissen Undergroundgedanken entgegen, zu dessen Struktur Oswald Henke mit diesem Buch ohnehin ein Stück weit zurückkehrt.!
Erwerb und erhältliche Ausführungen
„Narbenverse“ ist in zwei Ausführungen erhältlich. Eine Normalversion für 17,90 € und eine limitierte, bibliophile Unterstützer-Ausgabe in handgefertigtem Kunstledereinband für 49,00 €. Beide Versionen können per Mail an die Adresse der Hausedition genom-bestellung@hotmail.de erworben werden, wie der Autor jedoch mitteilt ebenso gern bei Lesungen im Direktverkauf.
Lesetermine
03.10.14 Berlin – TheArter Gallery
04.10.14 Leipzig (ausverkauft)
05.10.14 Magdeburg (ausverkauft)
Weitere Lesungen finden im November & Dezember nur im privaten Rahmen der
„Wohnzimmerlesungen“ statt. Diese sind nicht öffentlich. Wer sich für eine eigene
Lesung in seinem Wohnzimmer interessiert, kann sich ebenfalls an genom-bestellung@hotmail.de
wenden.