Goth Rock meets Harsh Electro: Hört sich zuerst mal nach einer sehr anstrengenden Mixtur an. Und genau daran versuchen sich die US-Amerikaner Neuro-Sentence. Irgendwo zwischen Type O Negative, Fields of the Nephilim, Diary Of Dreams, Evil’s Toy und Frontline Assembly angesiedelt, klingt das Debütalbum „The Shores Of Anhedonia” sehr düster, brachial elektronisch und schwermütig zugleich. Der Sound ist weitgehend elektronisch gehalten, wobei sich immer wieder auch mal eine Gitarre ins Soundkonstrukt verirrt und dabei eigentlich durchgehend sehr positive Akzente setzt. Der Opener „Dominion (Subjugate)“ und das tieftraurige und eingängige „Inferno (For A Heart)“ setzen gleich zu Beginn die Messlatte sehr hoch. Melodisch, düster und treibend: Neuro-Sentence schaffen es, die oben genannten Genres in einer bemerkenswerten Art und Weise zu verbinden und dabei auch noch richtig gut zu klingen. „The Edict“ kühlt anschließend etwas ab, während „Chemical“ schon wieder ordentlich Dampf mit harschem Electro ablässt. „Anhedonia“ wird darauf unglaublich traurig, sphärisch, ruhig, fast schon doomig. Danach scheint es so, als hätten die Amis ihr Pulver bereits verschossen. Die restlichen Songs können kaum noch Glanzpunkte setzen und verlieren sich in ausbaufähigen Produktionsproblemen und schlichtweg zu verspielten Experimenten. Ergo bleibt „The Shores Of Anhedonia” durchwachsen, aber mit extrem viel Potential. Neuro-Sentence bedienen sich einer Nische, die bisher kaum erschlossen ist und zeigen, wie es funktionieren kann. Hoffentlich bleibt das nicht der einzige Output, es wird sehr spannend mit zu verfolgen, wie das weitergeht.

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