Back With A Bang! Nach knapp 10 Jahren meldet sich mit Neuroticfish ein Act zurück, der mit nur 3 Alben jede Menge Spuren hinterlassen hat. Neben VNV Nation, Covenant und Assemblage 23 sortierte sich die Band zur Jahrtausenden Wende in die oberste Riege des damals frischen Futurepop Genres ein. Dann war 2005 Knall auf Fall Schluss. Die Band aufgelöst und das Equipment via Ebay entsorgt, war eigentlich nicht mehr davon auszugehen, je wieder was von Neuroticfish zu hören. Erst 2013 gab die Band wieder ein paar Konzerte und man hatte Sie nicht vergessen. Eine treue Anhängerschar, machte die beiden folgenden Singles zu kleinen Szenehits und nun ist man mit dem Album „A Sign Of Life“ wieder vollständig zurück im Musikzirkus.

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Der Opener „Rose“ spielt mit einem einprägsamen Sprachsample und ist nicht sofort zu 100% dem typischen Neuroticfish Sound zuzuordnen. Das ändert sich aber mit dem schon als Single vorrausgeschicktem Track „Silence“. Als wäre nichts gewesen, hätte sich der Song auch auf dem 2005er Album „Gelb“ befinden können. Futurepop/EBM oder wie auch immer man dieses Genre zu benennen möchte in Reinkultur. „Depend On You“ kommt mir dann zunächst ein wenig spanisch vor. Tatsächlich klingt es fasst so als wäre die Melodie von „Silence“ hier gleich noch einmal verwendet worden. Doch insgesamt ist dieser Song vertrackter und um einige Abwechslungsreicher. Man kann aber auch anders und nimmt mal das Tempo raus. „Opposite Of Me“ ist so ein Song, der auf tanzbare Beats gerne verzichtet und die Melodie und den Gesang in den Vordergrund rückt. „The Creep“ und z.b. „Former Me“ sind dann doch eher wieder „typsich“ Neuroticfish. Immer eine grandiose Melodie im Hanggepäck sowie ein durchdachter Songaufbau sind prägende Stilelemente die sich durch „A Sign Of Life“ vom ersten bis zum letzten Ton ziehen. „Blunt Force Trauma“ ziert sich da aber ein wenig. Der Aufbau ist komplizierter, beginnt zwar zunächst als ein minimalistisch gehaltener Technolastiger Song, wir dann aber von einer aggressiven Bassline regelrecht überrannt. Gewöhnunsbedürftig! Aber hat man das Konzept erstmal durchschaut durchaus interessant.
„Is It Dead“ rennt dann Tempomässig alles in Grund und Boden. Sozusagen der „Usain Bolt“ der Tracklist. Einfach und Effektiv. „A Sign Of Life“ bietet all das, wofür die Band früher geliebt wurde. Der Unterschied ist aber schlicht und ergreifen das sich Neuroticfish heute nicht mehr ganz so einfach in eine Schublade pressen lassen. Um einiges Experimentierfreudiger und Überraschender als ich gedacht hätte.