Nightwish – Imaginaerum

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1.0 MusikNightwish - Imaginaerum
1.0 MusikNightwish - Imaginaerum

Nightwish, ein Name, der sich genreübergreifend in der Metal-Szene einen Namen gemacht hat, veröffentlicht anno 2011 nicht einfach nur Alben. Nein, vielmehr handelt es sich hierbei um epochale, monumentale Werke, oder? Viel wurde zuvor über „Imaginaerum“ geredet – sehr viel. Das abwechslungsreichste, ja das stärkste und gleichzeitig auch Orchester-lastigste der Bandgeschichte sollte es werden. Tarja, der unrühmliche Split und die Neubesetzung am Mikro durch Anette Olzon sollten dagegen nun endgültig keine Themen mehr sein. Doch was ist nun die Wahrheit?

Unterstützt wurde Nightwish bei „Imaginaerum“ durch ein Orchester, viele weitere Musiker und Sänger sowie durch einen Kinderchor. Aufgenommen in den Londoner Angel Studios, zeigt sich das Album von Beginn an sehr pompös, orchestral und soundtrackhaft. Nach „Taikatalvi“ – einer aufgezogenen Spieluhr mit finnischem Sprechgesang, legt das Album wuchtig mit der Vorab-Single „Storytime“ los. Die harten Gitarren fügen sich hier wunderbar in den Soundtrack-Sound ein. Doch schon hier wirkt manches leicht überfrachtet. „Ghost River“ ist daraufhin ebenso ein wirklich guter Track, wobei er auf Dauer auch etwas zu chaotisch wird. „Slow, Love, Slow” – eine sehr ruhige Ballade mit ganz viel Herzschmerz weiß durchaus zu gefallen. Dennoch ist der Track insgesamt zu ruhig und plätschert nach einer Weile etwas spannungsfrei dahin. „I Want My Tears Back“ ist darauf die erste typische Nightwish-Metal-Nummer mit allerlei Folk-Anleihen. Der beste Song bisher. „Scaretale” ist nun Filmmusik pur und strengt schon nach kurzer Zeit sehr an. Das Instrumental „Arabesque” zielt in die gleiche Richtung, ist auch keineswegs schlecht gemacht, nur so langsam stellt man sich doch die Frage wohin das Ganze zielen soll. Dann kommt auch noch mit „Turn Loose The Mermaid“ eine weitere Ballade, die viel zu ruhig und brav ist. Und die schon gefühlt x-mal so dargeboten wurde – man sehnt sich mittlerweilen schon sehr nach Metal. So, wer bis jetzt noch nicht eingeschlafen ist, wird mit dem starken „Rest Calm“ entlohnt. Es zeigt sich, dass die sphärischen Sythns, die harten Gitarren und die Stimme von Anette wirklich gut harmonieren können. Man mag es kaum glauben, aber „The Crow, The Owl And The Dove” beweist, dass Nightwish auch richtige gute Balladen mit ordentlich Pepp machen können. Und es wird jetzt immer besser: „Last Ride Of The Day“ rockt ohne Ende – ein richtig fetter Nightwish-Song. Klasse! Als Abschluss folgt dann wieder gute Filmmusik mit „Song Of Myself“ und „Imaginaerum“.

Um nicht falsch verstanden zu werden. Nein, ich finde „Imaginaerum“ keineswegs schlecht. Nur fehlt es mir am Anfang etwas an Spannung, Momente die hängen bleiben und die gleichzeitig begeistern können. Fast scheint es so, als hätte man hier und da zu zwanghaft versucht möglichst „künstlerisch hochwertig“ zu sein und dabei schlicht zu kopflastig agiert. Gegen Ende des Album zeigen dann Nightwish doch noch mal voll ihre Stärken – und das sind so einige. Kurzfazit. Am Anfang Pfui, am Ende hui.

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