Mittwoch, Oktober 27, 2021

NOVAKILL – I Hate God

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1.0 MusikNOVAKILL - I Hate God

Eigentlich hat das Duo aus Australien alles richtig gemacht: stampfende Beats, verzerrter Gesang, provokante Themen, nicht zu vergessen die obligatorische Verbeugung vor den EBM-Größen wie „Front 242“ oder „Die Krupps“. Sie frönen dem klassischen EBM-Style, singen Hohelieder auf die Arbeiterklasse („We WORK“), verpacken das Ganze in einem zeitgemäßen und doch der Tradition verpflichtenden Gewand. Alles okay soweit, doch warum will bei diesem Album der Funke nicht so recht überspringen?

Vielleicht, weil sich „Novakill“ zu sehr und zu ängstlich an die Konventionen klammern? Die EBM-Musterschüler verlieren niemals den roten Faden und musizieren, als hätten sie dabei das EBM-Lehrbuch auf den Knien. Mir fehlt hierbei das überraschende Moment, der Ausbruch aus den vorgefertigten Rastern, das Erforschen neuer Wege jenseits der plattgetretenen Pfade im Lande der Electronic Body Music. Damit wir uns nicht falsch verstehen: konservative EBM’ler erhalten mit „I Hate God“ eine solide und gut durchgegarte Kost, die nicht überrascht, wer aber auf der Suche nach Innovation ist, wird bei „Novakill“ leider nicht fündig. Mal abgesehen davon, dass „Novakill“ unbedarft und reichlich naiv die Textzeile „Arbeit macht frei“ in die Mikros keift. Sicherlich haben sie das gut gemeint, liegen aber gerade auf dem deutschen Markt meilenweit neben der Spur.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft: Die Jungs aus Down Under verteilen sie gerne und reichlich mittels Bits & Bytes auf dem Tonträger: Wallpaper für das Handy und den PC, sogar das ULTRAkILLER vst-plugin, ihr neuestes Software-Synthiemodul, ist mit enthalten!  
Diese Großherzigkeit in allen Ehren, trotzdem kann sie nicht übertünchen, das „I Hate God“ nicht das Album werden wird, was die EBM-Szene belebt und beflügelt. Aber vielleicht ist das auch gar nicht beabsichtigt. In den DJ-Koffern wird die Scheibe berechtigterweise ihren Platz finden. Warum ich „I Hate God“ allerdings im heimischen Wohnzimmer hören sollte hat sich mir noch nicht erschlossen.

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