Orange Sector läuten das Jahr 2015 mit einer EP ein. „Glasmensch“ legt dabei den Finger in die Wunde der modernen Überwachung, sei es vom Staat oder irgendwelchen Softwaregiganten. Der gläserne Mensch ist ja nun wahrlich keine SiFi mehr und spätestens seit Edward Snoden ist das Thema wieder auf dem Tisch. Der Titelsong „Glasmensch“ greift dieses Thema auf. Musikalisch bekommt man einen knüppelharten EBM Stampfer dazu serviert. Die auf das nötigste reduzierte Instrumentalisierung und die brachiale Gewalt der Beats ist sowas von Old School, das der Track aus als Anschauungsmaterial für den Musikunterricht herhalten kann. Nach wenigen Sekunden weiß jeder wie der Hase läuft. Überraschungen? Fehlanzeige! Aber ich denke darum ging es hier auch gar nicht. „Glasmensch“ haut den Staub von den Boxen und lässt die Tanzfläche zur Pogozone werden.
Nicht viel anders geht der Song „Sturm“ zu Werke. Gleiches Schema, etwas anderer Beat. Gleiche Energie!
Für die viel gepriesene Abwechslung müssen hier also die Remixe sorgen.
Dafür eignen sich in erster Linie der „Dominatrix Remix“ sowie der Remix von „Plastic Noise Experience“. Hier kommen dann Breaks und andere Spielereien zu Zuge, die das Original schon im Ansatz plattbügelt. Völlig anders interpretieren „Rector Scanner“ den Song. Statt einem Beatgewitter im 4/4 Stomp, versieht man den Song mit einem netten Electro Beat.

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Das was OS uns hier anbieten würde ich als klassiches Handwerk bezeichnen, im Gegensatz zu Genrekollegen wie z.B. NordarR lassen OS hier aber ein wenig Fingerspitzengefühl vermissen. Wie aber schonmal erwähnt war dies mit Sicherheit auch gar nicht vorgesehen. EBM Fans dürfen blind bei der limitieren CD zugreifen.

Orange Sector Live

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