Lars Tim Felker und Martin Bodewell sind wie angekündigt mit einem neuen Album zurück. „Night Terrors“ heißt das gute Stück und versprüht wieder einmal pure EBM. Auf den ersten Blick mag dies unspektakulär erscheinen, jedoch sollte man von einer Band die mit einer Pause, seit 1991 sich dieser Musik verschrieben hat, nichts anderes erwarten. „Braindead“ fungiert als Opener und versortgt die Horchlöffel genau mit dem, was man so erwarten konnte. In typischer OS Manier, stampft dieser Song energiegeladen nach vorn. Doch dann wird es ganz schnell „Monoton“. Mit diesem Song, dessen Textzeilen nahezu ausschließlich aus Songtiteln der Band besteht, zeigt das Hannoveraner Duo den verbalen Mittelfinger! „Standard EBM? Mir doch Egal! „Monoton“ rockt jede Tanzfläche! Ruhe auf den billigen Plätzen!“. So lässt sich das zusammenfassen. Folgt der bereits bekannte Song „Glasmensch“, gefolgt von „Burn In Hell“ der sich nahtlos an den Opener hängt, diesen Aufgreift und weiter voran bringt. Jetzt wäre eigentlich der Punkt gekommen, wo man von „Monoton“ hätte sprechen können, doch genau an dieser Stelle setzt das erfahrene EBM Duo, mit dem punkig angehauchten, schnellem „Rebel“ einen Kontrastpunkt. „Protest“ nimmt genau diesen Faden auf und bleibt auf dieser „neuen“ Linie. „Das erfrorene Herz“ wiederum verlässt sich auf eine aggressive Bassline im klassischem Style. Textlich sicher das interessanteste Stück. Mit dem Absacker „Das letzte Lied“ räumt OS nochmal die Tanzflächen auf und schreit sich von jeglichem FaschoNazi verdacht frei. Öhm hatte OS wirklich jemand im Braunen Fadenkreuz? Wie dem auch sei. Im 10ten Jahr nach dem Comeback gibt die Band weiterhin ein gelungenes Album nach dem anderen zum Besten. Ob nun Night Terrors besser oder schlechter als seine Vorgänger erklingt, ist schwer zu sagen. Ich finde es als Album im Gesamten sehr stimmig und abgerundet. Wie es sich in der OS Historie einordnen wird, weis man eh erst in ein, zwei Jahren.

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