Und wenn Paradise Lost dieser Tage ein Album veröffentlichen, dann ist das Motto „Endlose Nostalgie und Rückschritt“ garantiert. Wie schon auf den Alben zuvor besinnt sich die Band auch beim neuen Werk „Medusa“ auf die „guten alten Tage“. Ja, die alten Tage waren gut, keine Frage. Die Zeit danach hatte aber ebenso ihre Stärken.

Besonders in der kreativen Umwälzphase nach „Draconian Times“ entstanden wahre Meilensteine der Bandgeschichte. Was folgte war Stagnation. Die einzige Antwort darauf war immer wieder Rückschritt. Und auch das hatte anfangs seinen Reiz. Doch all der Jubelarien allerorts zum Trotz, lassen sich die Dinge auch anders sehen: „Medusa“ hat seine Stärken. Die doomigen ‚Fearless Sky‘ und ‚Until The Grave‘, das furiose ‚From The Gallows‘ oder das aggressive ‚Blood And Chaos’ zeigen, dass Paradise Lost viel können und definitiv viel mehr als so manche andere. Nur so wirklich vom Hocker reißen tut einem fast gar nichts mehr. Es fehlt irgendwas, auch wenn man es nicht so in Worte fassen kann. Ist es zu viel Abgeklärtheit? Fehlendes Herzblust, Kreativität? Oder wird schlichtweg etwas am Leben gehalten, was keine Seele mehr besitzt? Nochmal konkret: „Medusa“ ist ein passables Album, aber nicht der Über-Hit, wie an anderer Stelle so oft zu lesen ist.

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