Orph, das sind Marco De Haunt ~ Gesang, Gitarre, Hendrik Winter ~ Gitarre, Gesang, Orgel, Wieland Jubelt ~ Schlagzeug, Glockenspiel, Cornelius Vom Milchwald ~ Bassgitarre und Rahel ~ Piano.
Ruhe bitte…! Ton ab für die Geschichten aus dem Land O!
Die Spieluhr beginnt. Eine alte kupferne Lochplatte, aus Narbengelände, märchenhaften Steinen und verwunschenen Flüssen purpur, fängt plötzlich an, sich zu drehen. Und siehe, es schwingt sich ein Ton in die Lüfte! Sonnenglanz reichlich, ruhig auch das Meer, doch stürmt es in der See. Marco De Haunt und Hendrik Winter mit ihren Akkompagnisten nehmen uns mit auf jenes sagenhafte Eiland. Orph singen mit uns, tanzen mit uns und blicken staunend auf uns. Und sie schauen länger hin als wir es gewohnt sind. Und so dauert auch ihr Lied, das sie singen, oft länger als wir tanzen. Und es ist gut so! Zwischen all den mikroskopisch kleinen Geschichten und Welten entspringt links und rechts des Weges, wie Farben eines Kaleidoskops, immer wieder ein neuer Klang. Nimmt uns mit, hält uns an, reicht uns seine Hand! An Heimreise ist vorerst nicht zu denken. Und auch das ist gut so! Denn im ersten Songzyklus “Poems For Kui” schicken Orph in verwundernd feinsinnigen Tonlithografien unsere Gedanken auf Wanderschaft. Ja, beschreiben genau das, was zu wecken es wert war, was in uns schläft, fast jeden Tag.
Eine wunderbare Reise ist entstanden. Orph sind, während die Aufnahmen zu ihrem Debütalbum 2012 "Poems For Kui" entstanden, selbst ein Stück aus der Zeit gefallen. „Da war diese Lücke, durch die wir sprangen. Und die gestohlenen Wolken schenkten uns einen fünfzehn sekündigen Traum. Verblendung, Mühsal, Irrglaube & Liebe waren von nun an unsere Gefährten. Am siebenundzwanzigsten Tag unserer Odyssee, des Ozeans schlechtes Benehmen hinter uns, nannten wir diesen Ort Kui. Und da war nichts was da wa(h)r – nur der Versuch und die Reise …” heißt es da im Begleittext zur Platte. Es beschreibt ganz zauberhaft den eigenen Blick auf das Vollbrachte und die zurückliegenden 3 Jahre, in denen man das Orph-Schiff bis zu diesem Punkt navigierte. Und ehe man sich versieht, weiß keiner mehr, was nun grad wa(h)r – oder war's nur Traum?

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Pünktlich um 20:30 Uhr kamen Orph mit auf die Bühne. Leider war zu dem Zeitpunkt das Publikum noch sehr zurückhaltend und hielt einen Sicherheitsabstand von ca. 8 Metern.
Orph nahm uns und das Publikum mit auf eine mystische Reise durch ihre Geschichte. Ein sehr abwechslungsreiches Set erwartete uns und es erklangen teilweise sanfte Elektrotöne, leises Geklimmper, wie von einer Spieluhr und diverse Blasinstrumente verzückten das Ohr. Durch wunderschöne, instrumentale Passagen kann man sich in der Geschichte von Orph verlieren und erinnerte ein wenig an die isländische Band Sigur Rós.
Vom Publikum wurde die Band zu Abschluss aber mit einem kräftigen Applaus belohnt.
Für mich wieder eine Vorband, die ich nicht kannte und mich live und mittlerweile auch auf CD voll überzeugt hat.
Ich bin mir sicher, dass man von Orph noch einiges hören wird. Ich würde mich sehr freuen.

Setlist:
Lovesong for Kui
The Cassiopeian Seasong
Montgolfiere Blues
The Kings's Garden
800 Miles
Black Sunday Romance
Laura

Am 10. August 2012 erschien das neue Album "Loyalty" von Phillip Boa and the Voodooclub auf Cargo Records und zu unserer großen Freude ist es auf sage und schreibe Platz 13 in die Album-Charts eingestiegen, die beste Start-Platzierung, die ein Phillip Boa-Album je erreicht hat bisher. Seit Ende September geht der Voodooclub nun ausgiebig auf Tour und wird ca. 9-10 Songs vom neuen Album spielen und der Rest des Programms wird aus sorgfältig ausgesuchten Singles und beliebten Songs bestehen.
Das Album „Loyalty“ zeigt Boa's Einflüsse: David Bowie, frühe Roxy Music, Postpunk, Joy Division und trotzdem ist die Leichtigkeit, Härte und Modernität aktueller Bands wie Arcade Fire, Vaccines, Howler etc. zu spüren.
Der geniale Drummer und Co-Produzent Brian Viglione (Dresden Dolls/Nine Inch Nails) hinterlässt überall seine Spuren. Seine Konsequenz, Härte und Besessenheit treibt den in vergangenen Jahren eher verträumten Boa und seinen Voodooclub an, was schließlich dazu führte, dass Boa ihn das Album co-produzieren ließ. Produziert und gemixt wurde das Album in Malta und London, namentlich durch Ian Grimble (Manic Street Preachers, Bauhaus, Bombay Bicycle Club, Mumford and Sons etc.).
Als Songwriter ist Boa weiter gewachsen – seine Texte sind erhaben, schön verzweifelt mit Bildern, die verwirren, an geniale Filmsoundtracks erinnern und unterhalb ihrer harten Schale immer Hoffnung und Schönheit vermitteln. Die Figur Adorno taucht auf, ist omnipräsent („Black Symphony“, „Loyalty“) und wandert verwirrt und doch fasziniert durch die Jetztzeit. Der Song „Dream on Planet Cherry“ hört sich an, als ob man täglich locker den Sunset Strip heruntercruised und sieht, wie Hollywood Producer Kim Fowley mit einem Walking Stick, immer noch stolz und von sich überzeugt, mit erhobenem Haupt spazieren geht und leicht verunsichert die Veränderung der Welt beobachtet.
Da sind die schmachtenden Lovesongs („Til the Day we are Both Forgotten“, „You are Beautiful and Strange“) – Hymnen an die unerreichbar-romantische Liebe, von Boa gemeinsam mit seinem neuen Gitarristen Oli Klemm geschrieben. Oder hektisch wütend-rockende Songs („Want“) mit Elektroeinfluss, die Boa mit seinem Bassisten/Elektroniker Maik T. (aka The Leach) geschrieben hat. Außerdem sind schöne, an frühe Roxy Music erinnernde Pop-Avantgarde-Songs („Sunny when it Rains“, „Under a Bombay Moon Soon“) auf dem Album zu finden. „Lobster in the Fog“ ist eine musikalische und textliche Entdeckungsreise: Das Bild des Hummers, der durch den Nebel irrt, und das könnte laut Boa auch die Figur Adorno sein, der hier wieder zwei Grundthemen sucht: Loyalität und Verrat.
Die Musik rockt und schimmert endlos und die Arrangements und Instrumentierungen sind sehr homogen. Man merkt ihnen die Vielseitigkeit und Komplexität fast nicht an – genau das war und ist immer noch die Kunst des Voodooclubs. Die Songs rufen zu Entdeckungen auf, sind international, und besonders in Deutschland nahezu konkurrenzlos.
Phillip Boa and the Voodooclub: May the force be with them!

Phillip Boa and the Voodooclub begrüßten das Publikum mit dem Song „Black Symphony“ und das Eis im Publikum war nun endgültig gebrochen. Von Song zu Song tanzte das Publikum immer mehr und feierte Boa und seine Band. Auch Boa war richtig gut drauf und kam in Fahrt, gestikulierte wild mit seinen Händen und Armen umher, so wie wir es kennen.
Ein paar coole Geschichten wurden von Phillip Boa zwischen den Songs zum Besten gegeben „Meine Filme die ich anschau und die Bücher die ich lese machen mich paranoid“ usw.
Neben Phillip Boa (Gesang, Gitarre) und Pia Lund am Gesang glänzten Postrock-Gitarrengott Oli Klemm (Sankt Otten) und Electropunk-Groovemaschine Maik T. (How To Loot Brazil) sowie Keyboarder Toett, der Oboe, Cello und Moses auf der Bühne denen man den Spaß am Spielen und eine Harmonie untereinander ansah.
Auch ließen sie sich nicht lange bitten und kamen zu nicht nur einer Zugabe wieder auf die Bühne, denn das Publikum wollte die Band heute Abend nicht gehen lassen.

Setlist:
Black Symphony
I Dedicate My Soul To You
Want
This is Michael
Under A Bombay Moon Soon
Fine Art In Silver
Ernest 2
Sunny When It Rains
Bells Of Sweetness
You Are Beautiful And Strange
Dreams On Planet Cherry
Diana
Lobster In The Fog
And Then She Kissed Her
When The Wall Of Voodoo Breaks

1. Zugabe
Loyalty
Annie Flies A Love Bomber
Albert Is A Headbanger
Container Love

2. Zugabe
Black OPS
Rome in the Rain
So What
Hell

3.Zugabe
Love On Sale
Til The Day We Are Both Forgotten
Kill Your Ideals

Vielen Dank an das Management von Phillip Boa, den Micha, da durch ihn alles reibungslos geklappt hat und für das sehr nette Gespräch.
Ein großes Danke geht auch an den Veranstalter FranzK, Dirk Hofmann mit Team! Das FranzK stellt eine riesige Bereicherung für Reutlingen dar! Weiter so! Vor allem die Gimmicks, diesmal der Phillip Boa Voodoo Cocktail, sind die Krönung.