Pokémon Reaktor? Ohweia, sofort sind da die Bilder bunter Fantasietierchen im Kopf und musikalisch drängt sich Pikatschu von Apoptygma Berzerk aus den hinteren Hirnspeichern wieder in den Vordergrund. Beides nicht unbedingt dazu angetan für Vorschusslorbeeren zu sorgen. Dann noch dieser Albumtitel? Strahlsund? Passt natürlich prima zu Reaktor. Wenn man dann noch das Vorschaubild gesponsort von Youtube aus dem Video „War“ als eines der ersten Bilder zu sehen bekommt, wenn man Google zu dieser Band befragt ist die Meinung über dieses Album fast schon gefallen, ohne auch nur einen einzigen Ton gehört zu haben.
Doch ab diesem Punkt relativiert sich dann die Sachlage wieder. Klar Pokémon Reaktor sind neongelbe, verstrahle Typen in komischen Klamotten, die so gar nicht ins standardisierte mit Zahnrädern angetriebene Bild des EBM passen. Doch trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen macht es die Band interessant. Wenn es dann nur um die Musik geht, macht es einem die Band dann gottlob einfacher. EBM mit jeder Menge Punk im Handgepäck. Von der gefühlten Atmosphäre her erinnert mich einiges an das Debüt Album aus dem Hause Steinkind. Wuchtig, Roh und ungeschliffen kommt das Album aus den Boxen geschossen. Die Amis würden jetzt sagen „Right in your face“. Die akustische Basis dafür ist eine Fusion aus EBM und einigen Dark Electro und Techno Anleihen und das zumeist entweder Stampfend oder im Rasanten Tempo. Eine Dampfwalze mit Ferrari Motor eben.Stimmlich gibt es die komplette Bandbreite von EBM Shouts, Hip Hop lastigen „Erzählen“ und „Gesang“ der jeder Metalband gefallen würde. Was dieses Album aber aus der Masse herausschauen lässt, ist das Gespür für eine griffige Melodie.

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Pokémon Reaktor mischen die Elektroszene auf und putzen sie runter!