Nachdem Disney im letzten Jahr mit der Episode 7 der berühmtesten Weltraumsaga aller Zeiten, eine bis dahin nie dagewesenen Erwartungshaltung erfüllen mussten, war das Ergebnis dann doch nicht so enttäuschend wie viele Fans bereits befürchteten. Das Aufatmen war groß und der Startschuss geglückt. Nun startet die Anthology-Reihe, die zwei Spin-Off Filme aus dem Star-Wars Universum beinhaltet mit dem ersten Teil Namens Rogue One: A Star Wars Story.

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Auch hier ist die Erwartungshaltung natürlich wieder sehr hoch, aber der große Druck ist weg und ein Spin-Off hat auch immer eine gewisse Freiheit und mehr Experimental-Möglichkeiten als es bei Episode 7 überhaupt denkbar gewesen wäre. So ist der Cast mit Ausnahme von Forest Whitaker und Mads Mikkelsen nicht die allererste Sahne Hollywoods, spielt aber sehr unbekümmert auf. Vor allem die beiden Hauptdarsteller Felicity Jones als Jyn Erso und Diego Luna als Cassian Andor funktionieren zusammen mit dem Droiden K-2SO in kongenialer Weise. Überhaupt ist der Humor wohldosiert und steht im keinem Konflikt zu der mit aller Konsequenz zu Ende erzählten Kriegs-Story. Diese beschäftigt sich hauptsächlich mit der Beschaffung der Baupläne des Todessterns mittels eines Himmelfahrtskommandos. Man wird noch mit einigen Nebenfiguren konfrontiert von denen man vor allem Riz Ahmed als Piloten Bodhi Rook hervorheben sollte. Aber trotz alle dem gibt es immer noch eine alles überragende Figur die bereits fest als Teil der Popkultur verankert ist: Darth Vader. Seine Screen-Time ist kurz, aber beeindruckend wie eh und je. Vor allem immer dann, wenn er den Protagonisten mal eben eine kleine Demonstration der dunklen Seite der Macht spüren lässt, schlägt das Herz des echten Fans höher.

Der Film wirkt so ein bisschen wie ein B-Movie mit einem Mega-Budget. Nach der etwas schleppenden Einführung legt man in der zweiten Hälfte mit jeder Menge Kampfszenen, Explosionen und der überaus spannend gehaltenen Mission dann aber richtig los und lässt sogar ein wenig das Feeling von „Das Imperium schlägt zurück“ aufkommen. Nachdem die Dreharbeiten im Februar bereits abgeschlossen waren, wurden Teile des Films im Mai dann noch einmal gedreht, weil Disney befürchtete, dass sich der Film zu sehr wie ein Kriegsfilm und weniger wie Star Wars anfühle. Aber auch bei der Endfassung kann man sich diesem Gefühl nicht entziehen. Rogue One ist deutlich düsterer und gewalttätiger als alle Star Wars Filme zuvor. Aber genau das ist seine Stärke. Er nimmt weniger Rücksicht auf irgendwelche Konventionen und wird so zu einem eigenständigen Werk statt nur zu einer Episode 3,8.

Fazit: Gutes Actionkino ohne große Schwächen, dass zwar immer noch mit genügend Star-Wars Feeling aufwartet, aber als eigenständiges Werk gut funktioniert. Es ist der Film geworden, den sich viele eingefleischte Star-Wars Fans bereits letztes Jahr gewünscht hätten. Viel Action und weniger Tamtam.